Rassismus

pfeil1_Was ist Rassismus?

Rassismus in der einfachsten, biologischten Bedeutung deutet „Rasse“ als grundsätzlichen bestimmenden Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften. Politischer Rassismus zielt auf echte oder unterstellte Gruppeneigenschaften ab. Vertreter leugnen die Gleichrangigkeit der Rassen und stellen im Extremfall die Existenz der anderen in Frage.

In anthropologischen Theorien über den Zusammenhang von Kultur und rassischer Beschaffenheit wurde der biologische Begriff der Rasse mit dem ethnisch-soziologischen Begriff „Volk“ vermengt. Ein Zusammenhang phänotypischer Merkmale mit charakterlichen oder intellektuellen Eigenschaften besitzt jedoch keine wissenschaftliche Grundlage.

Die Folgen von Rassismus reichen von Vorurteilen und Diskriminierung über Rassentrennung, Sklaverei und Pogrome bis zu sogenannten «Ethnischen Säuberungen» und Völkermord. (Mehr?)

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pfeil1_Arndt zitiert:

Ernst_Moritz_Arndt„Gerade die Vermischung mit dem Ungleichen – das ist der Tod der großen Tugend und die Geburt der Eitelkeit. Auch diejenigen Menschen werden nichtig, schwächlich, und eitel, welche sich nicht aus ihren eigenen Anlagen herausarbeiten wollen, sondern welchen es leichter bräucht, anderen nachzuahmen und sich in fremde Naturen gleichsam hineinzuleben. Ebenso ist es mit den Vökern.

Jedes Volk behalte das Seine und bilde es tüchtig aus, hüte sich aber vor aller Buhlerei mit dem Fremden, weil es die Tugenden der Fremden dadurch nicht gewinnen kann, die eigenen Tugenden aber schwächt und verdunkelt: Nur das Oberflächliche, Alberne und Eitle gewinnt man von dem Fremden.“

Arndt, Ernst Moritz: Über Volkshaß und über den Gebrauch einer fremden Sprache, o.J., 1814, S. 331.

pfeil1_Die Wissenschaft über Arndts Rassismus:

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Poliakov-Leon„Arndt setzte nämlich die menschlichen Rassen mit den Völkern gleich und unterschied so zwischen einer deutschen, französischen, italienischen oder russischen Rasse; er verkündigte unmißverständlich, daß diese sich auf die gleiche Art und Weise wie die verschiedenen Kaninchen- oder Pferderassen fortpflanzten.“

Poliakov, Leon: Geschichte des Antisemitismus,
VI. Emanzipation und Rassenwahn, Worms 1987.

book„Vor allem die Überlegungen Arndts enthalten die Grundzüge des späteren anthropo-biologischen Menschenbildes der Nationalsozialisten und ihrer darauf fußenden Rassentheorie.“

„Arndt ließ sich bei diesen Ausbrüchen seines Volkshasses, die weit über das Maß der durch die napoleonische Bedrückung gerechtfertigten und verständlichen Verbitterung und Empörung hinausgingen […], nur von dem Recht seines Gemütes, von seinem Instinkt und seinem Blut leiten. Sein Nationalstolz war, genau betrachtet, gleichzeitig Rassenhochmut; sein Volkshaß, geboren aus zügelloser Triebhaftigkeit, war gleichzeitig grausamer Rassenhaß.“

Weymar, Ernst: „Das Selbstverständnis der Deutschen : ein Bericht über den Geist des Geschichtsunterrichts der höheren Schulen im 19. Jahrhundert“, Stuttgart 1961.

*Update 3. November 2009*

Weitere spannende Ausführungen finden Sie in diesem Artikel „Arndt stand fest ‚im rassischen Volkstum‘.” Darin haben wir ein Kapitel des Würzburger Historikers Peter Fasel über Ernst Moritz Arndt in einem exklusiven Vorabdruck veröffentlichen können. Fasel zeigt darin u.a. wie Arndt in welchen Werken zu seinem Rassismus gekommen ist und wie sehr Arndts Rassismus im Dritten Reich gefeiert wurde.

(Bildquellen: Arndt & Poliakov: gemeinfrei; Buch: kiwikewlio via Flickr)

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