Tag Archive: Rechtsextremismus

Rassismus an der Universität Greifswald weiter ein Problem

Ein Plakat des Rechtspopulisten Jörg Haider soll im Bürozimmer des Professors in Rostock gehangen haben, berichten uns Rostocker Studenten

“Migration und Einbindung sind Verrat an der eigenen Kultur”. Solche Sätze kennen wir bisher (ähnlich) nur von unserem „verehrten“ Namenspatron Ernst Moritz Arndt. Nun gibt es jedoch einen Jura-Professor, der an der Universität Greifswald genau solche Thesen verbreitet.

Es ist der Lehrstuhlinhaber für Arbeitsrecht, Professor Ralph Weber. Doch er vertritt nicht nur diese Position. Während eines Referats mit dem Thema “Brauchen wir eine Partei rechts der CDU?”, das er im Rahmen einer Veranstaltung des Vereins Deutscher Studenten hielt, fielen noch ganz andere Sätze.

Nach Angaben der Ostsee-Zeitungvom 30. Juni strebt der Rechtswissenschaftler an, eine Partei rechts der CDU zu gründen. Den Nährboden hierfür sollen Mitglieder der NPD und DVU bilden. Zu diesem Zweck traf er sich bereits mit Udo Voigt (NPD), welcher Hitler für einen “großen Staatsmann” und die BRD für ein “illegitimes System” hält. Matthias Faust von der DVU unterbreitete der Gelehrte ebenfalls seine Idee.

Der Rektor macht, was er am besten kann: Todschweigen!

Spannender jedoch als diese Äußerungen, ist die Reaktion der Universitätsleitung gewesen: Wie schon bei der Debatte und den Rassisten und Antisemiten Ernst Moritz Arndt, schwieg der Rektor. Und schwieg und schwieg. Öffentliche Dementi? Distanzierung? Ordnungsrufe? Nichts dergleichen geschah.

Es bedurfte erst der Ermahnung des Bildungsministeriums bis der Rektor 21 Tage später überhaupt reagierte. Man wolle die Vorwürfe „prüfen“. Die Prüfung dauert heute – fast zwei Monate später – immer noch an. Konsequenzen irgendwelcher Art wurden bis heute nicht gezogen.

In der Zwischenzeit schrieb die Presseabteilung des Rektorats ein paar nette Demokratiefloskeln:

„Wir nehmen die Situation zum Anlass, darauf zu verweisen, dass das Rektorat auch in Zukunft keine Meinungsäußerungen und Aktivitäten dulden wird, die das freiheitlich-demokratische System der Bundesrepublik infrage stellen.“

Keine, außer die von Ernst Moritz Arndt? – Aber zurück zu Weber. Der Satz ist insofern seltsam, da Herr Weber ja gar nichts gegen die Demokratie „als solche“ sagt. Die Gründung einer Partei – wenn auch im rechten Spektrum – ist zunächst einmal ein demokratischer Vorgang – auch wenn die Spaltung des bürgerlichen Lagers aus der Perspektive der CDU ein Verbrechen sein mag. Erst im zweiten Satz der Pressemitteilung kommt der Rektor dann auf eigentlich viel wichtigeren – inhaltlichen – Aspekte zu sprechen:

„Demokratie, Menschenwürde und Toleranz sind gerade für uns als eine der ältesten Universitäten Deutschlands hohe Werte. Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität trägt hier auch eine besondere Verantwortung.“

Soso – seit wann das denn? Einen solchen Satz hätte das Uni-ohne-Arndt-Team auch gerne einmal gehört, als es in den letzten zwei Jahren um die Identität der Universität Greifswald ging. Besonders lustig wird es aber anschließend:

„Nach der friedlichen und demokratischen deutschen Wiedervereinigung ist es uns gelungen, international hohes Ansehen zu erringen.“

Ähm? Wo denn bitte?  Wir erinnern uns eher an die unzählen sehr kritischen  Artikel, die das Image der Universität bis heute belasten.

Übrigens: Greifswalder Studenten berichten vermehrt über rechtsextremistische Äußerungen und diskriminierende Blicke gegenüber Gaststudenten. Weltoffenheit? Doch nicht an der „Ernst Moritz Arndt“ Universität! Auch sonst gibt der Professor sich keine Mühe, seine Einstellung zu verbergen. In der Uni trägt der Professor regelmäßig die Kleidungsmarke Thor Steinar, die als Erkennungszeichen in der rechtsextremen Szene gilt. Im Nordkurier räumte der Professor dies schließlich ein, betonte aber er trage sie „aus praktischen Gründen“. (Na klar – die ganzen anderen Marken halten ja auch nicht warm!!)

Das Bildungsministerium forderte den Rektor daraufhin ebenfalls auf, ein Hausverbot für diese Kleidungsmarke einzuführen, wie es auch im FC Hansa Rostock Stadion gibt. Auch dies befindet sich wahrscheinlich noch „in der Prüfung“.

Und so entsteht in Mecklenburg Vorpommern Stück für Stück ein wunderschönes Rechtsextremismus-Cluster. In Newslettern empfielt die NPD ihren Kameraden bereits in Mecklenburg Vorpommern zu studieren, da es hier soviele „Gleichgesinnte“ gäbe. Die Universität Greifswald drängt sich inzwischen geradezu auf.

Offenbar sind sich die Universität und der Rektor noch immer nicht klar darüber, dass die Kultur des „Wegschauens“ diesen Trend immer weiter verschärfen. Das „Schweigen“ in der Öffentlichkeit über Rechtsextremismus im Kollegium, machen es stets nur noch schlimmer.

Text: Teil des Textes wurde aus diesem CC webMoritz Text von Marco Wagner übernommen.

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Diffamierungen der Arndt-Kritiker

Es hat System: Im Jahre 2001 kamen Prof. Buchholz, Prof. Lutz und Prof. Stamm-Kuhlmann unter die Räder. Sie erhielten Drohanrufe und wurden in der Greifswalder Ostsee-Zeitung angegriffen. Im letzten Jahr stand der Student und Sprecher der Initiative „Uni ohne Arndt“ Sebastian Jabbusch unter dem selben Kreuzfeuer. Im Juni war Prof. Weber dran, da sie im Senat sagte, dass es „offensichtlich“  sei, dass Arndt „schon lange weg muss“. Vor zwei Wochen wurde Liedermacher Konstantin Wecker nach einem offenen Brief öffentlich angegriffen. Nach der Abstimmung im Senat veröffentlichte eine Neonazi-Seite die Namen der drei Antragsteller und diffamierte Prof. Buchstein. Und auch Prof. Klüter bekommt nun zu spüren, wie man in Greifswald mit Arndt-Kritikern umgeht:

Der CDU Fraktionsvorsitzende Axel Hochschild gab gar eine eigene Pressemitteilung als Antwort auf Prof. Klüters Kommentar heraus. Darin heißt es:

„Bei diesen Äußerungen kann man Herrn Prof. Klüter nur nahelegen, dringend ein Seminar für Demokratie und Toleranz zu besuchen. Dort lernt er vielleicht, auch andere Meinungen zu akzeptieren und Menschen, die in einem konkreten Anliegen anderer Auffassung sind, nicht als Personen mit rechtsradikalem Gedankengut abzustempeln insofern zu diskriminieren. Es ist nicht möglich, einen solchen Menschen als ein moralisches Vorbild unserer Gesellschaft zu akzeptieren, wovon man aber grundsätzlich bei Hochschullehrern ausgehen darf, so Axel Hochschild abschließend.“

Es ist interessant, dass Herr Hochschild einem Professor die „moralische Vorbildfunktion“ absprechen will, weil dieser sich gegen rechtsextremes Gedankengut in Vorpommern einsetzt. Mit Ernst Moritz Arndt hingegen – ein Mensch der gegen „minderwertige“ Völker hetzte, Judenpogrome tolerierte und Rassismus predigte – scheint Axel Hochschild kein Problem zu haben. Er sei als Vorbild für Uni offenbar zu gebrauchen, immerhin erklärte Hochschild im Januar, dass er für eine Namensänderung „keine wirklichen Gründe“ sehe.

Ebenfalls störte es die CDU nicht zusammen mit allerlei Neonazis für Ernst Moritz Arndt vor dem Senat der Uni zu demonstrieren. Unter den Arndt-Bewahrern waren Leute, gegen die ein strafrechtliches Verfahren läuft, weil sie das Internationale Kultur- und Wohnprojekt (Ikuwo) angegriffen, den Hitlergruß gezeigt haben und Waffen bei sich trugen. Später gesellten sich Aktivisten der hiesigen Kameradschaftsszene hinzu. Der Fleischervorstadt-Blog berichtete zu dieser „Mahnwache“:

„Der Anblick der Mahnwache ließ erschaudern, denn dort standen die Namensbefürworter in unheilvoller Allianz mit bekannten Rechtsextremisten zusammen und verbildlichten so jene Vorwürfe, die ihnen von einzelnen Vertretern der Initiative Uni ohne Arndt immer wieder zwischen den Zeilen entgegengebracht wurden. Als das Abstimmungsergebnis nach draußen drang, lag man sich in den Armen, die Freude kannte keine Grenzen. Besser hätte es König Fußball nicht hinkriegen können.

Ein Mitglied der rechten Burschenschaft Rugia proklamierte aufgeregt, dass die Freiheit gesiegt habe und riss kurz die Faust in die Höhe. Für einen kurzen Augenblick dachte ich dabei an das berühmte Bild aus Rostock Lichtenhagen, das den Irrsinn mit Jogginghose, Dosenbier und Urinfleck versinnbildlichte.

Derweil vertrieb sich die außerakademisch-nationalistische Opposition am gegenüberliegenden Rubenowplatz ihre Zeit. Dort gab man irgendwann dem Harndrang nach und urinierte an das Denkmal. Ob den jungen Antisemiten dabei klar war, was für ein starkes Statement zum Thema sie gerade ablieferten?“

Aus dem selben Spektrum wird den Arndt-Kritikern nun empfohlen die Stadt zu verlassen. „Demokratie und Toleranz“ werden in Vorpommern bzw. an der „Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald“ eben etwas anders verstanden, als anderswo… Vielleicht ist der Namenspatron ja gar nicht so verkehrt? – Eine Art Warnschild…

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NPD pro Arndt

Wenn es nicht so bitter wäre, könnte man ironisch titeln, dass „Ernst Moritz Arndt immer mehr Unterstützung“ erhält – nämlich aus dem rechtsextremen Spektrum. Schon mehrfach haben wir darüber berichtet, dass sich so ziemlich alles was in der rechtsextremen und deutsch-nationalen Szene Rang und Namen hat für die Beibehaltung des Namenspatrons ausspricht. Nun hat auch die NPD Oberhausen dem Rassisten Arndt eine Hommage gewidmet. Um nicht auf diese Seite verlinken zu müssen, hier ein Screenshot:

Die NPD Mecklenburg-(Vor)Pommern hat sich bereits indirekt durch ihr Mitteilungsblatt „Greifswalder Bote“ für Ernst Moritz Arndt stark gemacht. Nachlesen kann man das hier.

Edit:

Die Initiative Uni ohne Arndt weist darauf hin, das wir die Arndt-Befürworter nicht alle in die rechtsextreme Ecke stellen wollen. Denjenigen, die sich für Arndt ausprechen, wollen wir keine NPD-Nähe vorwerfen.

Da wir aber schon häufig aus dem rechtsextremen Spektrum wegen unseres Engagements bedroht wurden, wollen wir deren Aktivitäten nicht unerwähnt lassen. Außerdem zeigt dies einmal mehr, dass die Namensgebung nicht zu einer kritischen Beschäftigung mit dem Namenspatron führt. An dessen 150. Todestag bleibt die „politische Mitte“ weitgehend stumm, während der rechte Rand der Gesellschaft Arndt ehrt.

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Der „Arndt-Verlag“: Arndt-Rezeption durch Rechtsextreme heute

Wir hatten schon öfter darauf hingewiesen, dass Arndt auch heute vor allem in der rechtsextremen Szene populär ist. Dieser Eindruck verstärkt sich nun weiter:  Auf der Website der „Lesen & Schenken Verlagsauslieferung und Versandgesellschaft mbH“ bezeichnet sich die Firma selbst als „Arndt-Buchdienst“.

Was Lesen & Schenken dabei unter „Nationationalismus“ versteht, zeigt eine Auswahl der Bücher und Poster, die dort vertrieben werden. Es erinnert an Ernst Moritz Arndts völkisches Nationalverständnis… Beispiele:

„Müssen Kinder so heißen?“

Beschreibung des Buchs: „Was haben Kindernamen wie David oder Lea gemeinsam? Sie sind nicht deutsch, sondern biblisch-jüdisch, und sie erzählen Geschichten: David war ein Ehebrecher und Kindermörder, und Lea war so häßlich, daß ihr Vater sie mit einem Trick verheiraten mußte. – Welcher Teufel reitet deutsche Eltern, daß sie ihren Kindern solche Namen geben? 130 S., s/w. Abb., Pb.“

Außerdem im Angebot: Das Wandplakat „Deutsche Mahnworte“ von Dr. Mathilde Ludendorff (1877–1966): „Sei Deutsch, sei wahr, sei zuverlässig…“. Mathilde Ludendorff war eine bekannte Vertreterin der völkischen Bewegung. Sie begrüßte die „Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung“. Sie propagierte Verschwörungstheorien u.a. von Juden. Details zu M. Ludendorffs Stellung im Nationalsozialismus hier.

Zudem bietet der „Arndt-Buchdienst“ diesen ‚wunderschönen‘ „Kunstdruck Deutschland – Phoenix aus der Asche“.

Das es dieses Plakat auch im Versandshop der „Deutschen Stimme“, dem Parteiorgan der NPD, gibt, stört natürlich niemanden.

Ebenfalls schön: „Der Mann des Jahrhunderts – Meinungsstreit um Adolf Hitler“. Diese und ähnliche Bücher liefern überwiegend Geschichtsrevisionismus pur.

Wir fragen: Ist es nicht an der Zeit, dass sich die Universität heute kritisch hinterfragt, ob sie mit all dieser Arndt-Rezeption in einen Topf geschmissen werden möchte?

Übrigens: Dass die rechtsextreme / völkische Szene sich durchaus zu Recht auf Arndt bezieht, hatte Prof. Stamm-Kuhlmann bereits 2001 in seinem Auftrag „Arndt und die Nation“ hier dargestellt.

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Quellen belegen: Arndt war „im Sinne des Führers“

Wie wurde eigentlich die Namensverleihung „Ernst Moritz Arndt“ 1933 begründet? Falls sie jetzt denken, dass das doch angesichts der Jahreszahl und Hermann Görings Unterschrift völlig klar ist, liegen Sie nicht ganz falsch. Aber die Historiker schauen lieber genau in die Quellen.

Das hat Prof. Werner Buchholz für die Amadeu Antonio Stiftung getan und uns eine Kopie geschickt. Herausgesucht hat Prof. Buchholz die Rede, die der damalige Rektor, Prof. Dr. Heinrich Laag, am 28. Juni 1933 anlässlich der Verleihung des Namens „Ernst Moritz Arndt“ hielt. Daraus der folgende Auszug:

„Noch lastet der Schandvertrag [=Frieden von Versailles 1919] auf un­se­rem deutschen Volke. Wir alle, liebe Kommilitonen, sind dazu berufen, die Fesseln zu spren­gen. Niemals wird das ein Volk erreichen, das nicht tief in der Heimat verwurzelt ist,… das glaubensmatt dem Alltag verfällt. Nur dann wird es dem deutschen Volke gelingen und uns an unserem bescheidenen Teil, wenn wir so denken, fühlen, handeln und glauben wie Ernst Moritz Arndt.

Nur wenn wir so denken, werden wir auch im Sinne des Führers unseres Volkes [Adolf Hitler] handeln, der es immer von neuem bezeugt hat, dass für den Aufstieg Deutschlands nicht in erster Linie Wirt­schaftsprogramme, Organisationsfragen und äußerliche Dinge entscheiden, sondern dass Deutschland nur dann einer besseren Zukunft entgegengeführt werden kann, wenn eine geis­ti­ge Erneuerung das Volk erfasst. Das, was Ernst Moritz Arndt gewollt hat, geht zum guten Teil in unseren Tagen in Erfüllung. Aus seinem Geist heraus lebt nicht zum wenigsten die Ge­gen­wart.

[Aus: Greifswalder Universitätsreden 37, Greifswald 1933, S. 10 f.]

Die Verleihungsurkunde des Namens trägt das Datum des 16. Mai 1933 und ist unterzeichnet von dem preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring, gleichzeitig preußischer Innenminister, sowie dem Kommissar für das preußische Kultusministerium, Bernhard Rust, als dem Leiter des zustän­di­gen Fachministeriums. Die Urkunde befindet sich im Universitätsarchiv Greifs­wald.

Spannend ist auch, wie der Namensvorschlag begründet wurde. Auch dieser Text spricht deutliche Worte… Weiterlesen

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Deutsch-Nationale organisieren sich im Netz

Vor kurzem hatte wir darüber berichtet, dass die rechtsextreme Szene bundesweit äußert erregt ist, über den Versuch der Umbenennung. In antisemitischen Blogs und rechtsextremen Magazinen wird über die „linksradikalen“ Studenten und den „Akademikerpöbel“ geschimpft (wir berichteten).

Nun geht die Burschenschafts-Szene auch ins Studi-VZ und hat dort in einer Gruppe (Name der Initiative bekannt) immerhin bundesweit fast 140 Mitglieder gesammelt.

Um die politische Kaliber dieser vorgeblichen „Arndt-Verteidiger“ einmal aufzuzeigen, haben wir einige Screenshots von dieser (jedem öffentlich zugänglichen)  Studi-VZ Gruppe gemacht:

Beispiel Beleidigungen / Verleumdungen:

verlogener-heuchler

macht-sonst-nix

krueppel

(Jean Bédel Bokassa war ein brutaler Diktator aus Zentralafrika, der im Exil ein Buch namens „Mein Kampf“ verfasste.)

Neben Burschies sammeln sich auch einige „echte“ Neonazis hier:

die-aula

Bei Thorsten T. handelt es sich um Thorsten Thomsen, der u.a. für die deutschnationale „Aula“ schreibt, sowie für die  vom Verfassungsschutz hier als “rechtsextrem” eingestufte “National-Zeitung”. Er war 2001 Landesvorsitzender der “Deutschen Partei”, die vom Verfassungsschutz ebenfalls als rechtsextrem eingestuft wird. Zuvor war Thomsen Vorsitzender der noch kleineren, rechtspopulistischen Partei “Bund freier Bürge – Offensive für Deutschland “.

Sehr schön sichtbar ist auch, die Interaktion. Vermutlich ein Burschenschaflter („auf Häusle“) freut sich auf die Zeitung. (Name und Bild sind hier anonymisiert, da wir dem Burschenschaftler nicht unterstellen wollen, Nazi zu sein).

Weiter geht es nach dem Klick mit Links zu rechtsextremen Seiten und angeblichen „Systemmedien“…

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Wie die rechtsextreme Szene Arndt verteidigt…

Wir hatten vor kurzem schon einmal erwähnt, dass sich immer mehr Internetseiten und Magazine aus der rechtsextremen Szene sich im „Kampf gegen die bösen Arndt-Gegner“ mit der Universitätsleitung solidarisieren. Den Begriff „Rechtsextremismus“ verstehen wir – wie Wikipedia – als Sammelbezeichnung, um faschistische, neonazistische oder ultra-nationalistische politische Ideologien und Aktivitäten zu beschreiben. Deren gemeinsamer Kern ist die Orientierung an der ethnischen Zugehörigkeit, die Infragestellung der rechtlichen Gleichheit der Menschen sowie ein antipluralistisches / undemokratisches und autoritär geprägtes Gesellschaftsverständnis.

In der Arndt-Debatte sind folgende Blogs und Magazine aufgefallen:

  • Der antisemitische Blog „Fakten – Fiktionen“, der auch eine Rubrik über das Versailler Diktat hat, hetzt gegen den Artikel über die Arndt-Debatte in „DIE ZEIT“. Die Wochezeitung gehöre demnach der „Hamburger Systempresse“ an.  Der Redakteur sei ein „politkorrekter Schmierer aus dem rotgrün versifften Feuilleton“…
  • die-aula

    Zum Vergrößern anklicken!

    Auch die aus Österreich stammende, u.a. in Deutschland in Burschenschaften und rechtsextremen Kreisen verbreitete rechtspopulistische Zeitung „Die Aula“, schrieb über die Arndt Debatte. Die engagierten Studenten werden hier als „Bilderstürmer“ , „linke Studentenfunktionäre“ und als „Einpeitscher einer antideutschen Agitation“ diffamiert. Schon die Diskussion über Arndt bezeichnet der Autor als ein „Kesseltreiben“ – also eine Treibjagd. Autor des Artikels ist Thorsten Thomsen, welcher 2001 Landesvorsitzender der „Deutschen Partei“ war, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird. Zuvor war Thomsen Vorsitzender der noch kleineren, rechtspopulistischen Partei „Bund freier Bürge – Offensive für Deutschland „. Artikel von Thorsten Thomsen tauchen auch in der, ebenfalls vom Verfassungsschutz hier als „rechtsextrem“ eingestuften, „National-Zeitung“ auf.

    (Alle weiteren rechtsextremen Medien nach dem Klick)

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Der leichtsinnige Umgang der Ostsee-Zeitung mit Neonazis

8-8-09-unterstuetzung-vom-rechten-randEs ist schon erstaunlich, aber doch erhellend: Nach diesem Artikel aus der Ostsee-Zeitung (OZ) von heute ist der Greifswalder Bote nur ein „als rechtsextrem geltendes“ Blatt. In anderen Regionen hätte man geschrieben „das rechtsextreme Blatt“. Wozu die Relativierung? Heißt diese seltsame Formulierung im Umkehrschluss, dass der Greifswalder Bote in Wirklichkeit gar nicht rechtsextrem ist? Oder ist das für die OZ umstritten?

Weitere Auffälligkeiten im Artikel, nach dem Klick…
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Neonazis machen sich offen stark für Arndt

greifswalder-boteEs gibt leider wieder einmal eine Ausgabe des rechtsextremen „Greifswalder Boten“. Gleich auf der ersten Seite verleumdet es in scharfem Ton die studentische Initiativgruppe und droht am Ende mit Gewalt.

Dieses angeblich „unabhängiges Mitteilungsblatt“ wird seit einigen Jahren von der rechtsextremen „Initiative für Volksaufklärung e.V.“ herausgegeben. Dahinter steht das „Soziale und Nationale Bündnis Pommern (SNBP). Als Chefredakteur steht im Impressum Mario Kannenberg, der seit 2004 für die NPD im Kreistages des Landkreises Ostvorpommern sitzt saß. Er wurde u. a. bereits zu Geldstrafe verurteilt, weil er seine Hakenkreuz-Tätowierung öffentlich zeigte.

Das Onlineportal Netz-gegen-Nazis.de schreibt über das Soziale und Nationale Bündnis Pommern (SNBP):

„Das SNBP war eines der wichtigsten „Kameradschafts“-Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern. Inzwischen sind die „Kameradschaften“ der Neonazis jedoch fast vollständig in der NPD aufgegangen.“

In Greifswald warnt bereits seit über einem Jahr das „Bündnis Nazisfreie Briefekästen“ vor dem – zuletzt sehr selten erschienen – Boten.

Zum Inhalt:

  • Wir wollen den Inhalt nicht großartig kommentieren. Es sind die üblichen Unterstellungen und Falschbehauptungen, die wir hier bereits ausführlich beantwortet haben.
  • Trotzdem: Wir sind natürlich weder für Karl Marx noch für irgend welche kommunistischen Freiheitskämpfer. Wer auch immer sich all dies ausgedacht hat, war sehr kreativ. Wir setzen uns ausschließlich für eine Ablegung des Namenspatrons Arndt ein. Ein neuer Name soll, wenn überhaupt, in einem Kreativ-Wettbewerb gefunden werden ein, bei dem jeder Student und jeder Bürger sich beteiligen kann. Eine von der Universität eingesetzte Kommission aus Professoren soll dann die Gewinner des Wettbewerbs ermitteln.

Falsche Freunde?

Die Universitätsleitung sollte sich langsam Gedanken machen, wer sich alles mit ihr solidarisiert. Da ist der frühere NPD-Vorsitzende, der schon wegen versuchten Modes verurteilt wurde (Versuch ein Asylbewerber-Heim anzuzünden), dann sind es rechtsextreme Internetseiten, sowie tief  fremdenfeindliche und wissenschaft-ignorierende Leserbriefschreiber der OZ, die zwei rechts-nationalen Burschenschaften Rugia und Markomannia und nun die städtische Neonazi-Zeitung…

Uns beschleicht so langsam das Gefühl, dass die Herman Göring sich 1933 doch nicht den „Falschen“ ausgesucht hat, wie hier ja von den Konserativen immer wieder behauptet wird. Das Arndt für Demokratie und Aufklärung stehe, glauben wir immer weniger…

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