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„Welcher Zauber bindet wieder, was der alte Arndt streng geteilt?“

Dieser Beitrag von Anne Klatt, StuPa-Wahlsiegerin 2009, wurde vom Blog der Grünen Hochschulgruppe Greifswald übernommen:

Die Debatten, Abstimmungen, Broschüren und Leserbriefe der letzten Monate haben eines sehr deutlich offenbart: Arndt spaltet die Gemüter. Die Urabstimmung, weniger ein grandioser Sieg als vielmehr ein erschöpftes Sich-über-die-Ziellinie-Schleppen der Umbenennungsgegner, hat diesen Konflikt nicht gelöst. Es wäre naiv zu glauben, dass die „überwältigende“ Mehrheit von ganzen 182 (in Worten: einhundertzweiundachtzig) Stimmen der insgesamt 2.803 Studierenden, die an dieser Urabstimmung teilnahmen, den Stein des Anstoßes ein für alle mal aus dem Weg geräumt hat. Man könnte sich zurücklehnen und sagen: Dann kommt halt in ein paar Jahren mal wieder ein Spektakel, die Studenten lernen immer mal wieder was über Arndt und vor allem praktizieren sie Demokratie – ist doch gar nicht so schlecht.

Was dabei auf dem Spiel steht, ist einerseits das Ansehen der Universität: Die bundesweiten und sogar internationalen Schlagzeilen, dass sie an einem rassistischen, antisemitischen „Hassprediger“ (DIE ZEIT) festhält, sind, gelinde ausgedrückt, ungünstig. Und andererseits sollte ein Namenspatron einer gemeinsamen Identität als Universität zumindest keine Steine in den Weg legen. Wie wohltuend und beflügelnd ein „Wir-Gefühl“ sein kann, hat nicht etwa Barack Obama im Wahlkampf entdeckt, sondern kennt doch eigentlich jeder. Man erinnere sich nur an Mannschaftssport oder Choratmosphäre. Sogar Wirtschaftswissenschaftler haben dieses Rad nochmal für sich erfunden („corporate idenitity“).

Daher plädieren wir an dieser Stelle trotz oder gerade wegen der quasi 50:50 Stimmung für einen Universitätsnamen, der die Studierenden und Lehrenden nicht entzweit, sondern eint.

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