Tag Archive: Leserbriefe

Flüche und Hassbotschaften

Zu einer politischen Debatte gehört auch der Konflikt – na klar. Häufig haben wir als Initiative jedoch das Gefühl, dass den Arndt-Befürwortern in der Diskussion schnell die Argumente ausgehen. Und dann? Dann wird es persönlich, polemisch und teils aggressiv.

Zwar erhielten wir noch keine Drohbriefe, jedoch schon mehrere Zuschriften, die sehr persönlich und hetzerisch wurden. Da auch dies ein Teil der Umbenennungsdebatte ist, haben wir hier einmal ein „Best of“ der schlimmsten Leserbriefe und Debattenbeiträge zusammengestellt.

(Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es auch seriöse und ruhig vorgetragene  Debattenbeiträge gibt. Die hier getroffene Auswahl ist nicht repräsentativ, sondern ein „Best of“ !):

„Wie ich zu meinem Bedauern feststelle, schmarotzen nicht nur an sächsischen Gymnasien solche antinationale Meinungsmacher aus der Lehrerschaft, die Namen von geachteten Persönlichkeiten. […] Ich empfehle dem Lumpengesindel mehr Lektüre.“

Endstation Rechts, E. Mundra, SPD-Senior OV Bautzen, 30.10.

Oh, Mann…Knüppel raus und rein ins Studentenparlament. Man kann einen großen Teil dieser angehenden ‚Geisteswissenschaftler‘ wirklich nur hassen. Die Auswüchse der Gehirnwäsche sind an den Unis am schlimmsten.“

Altermedia, Max, 16.6.

„Wieso glauben diese Studenten, die gerade mal 3 bis 4 Jahre in Greifswald verbringen, das Recht zu besitzen über den Namen unserer Greifswalder Universität bestimmen zu dürfen. Dieses Recht ist einzig und allein den Greifswalder Bürgern die hier Jahrezehnte ihres Lebens in unserem Greifswald verbringen vorbehalten.“

Ostsee-Zeitung, Daniel Stoldt, 19.06.

„Hätte nicht jemand bei dieser Vollversammlung ne Ladung Sarin in den Saal einleiten können?“

Altermedia, Populist, 20.6.

„Der Senat sollte dem Ansinnen seiner linksideologisch verhetzten Studenten keinesfalls nachgeben.“

Junge Freiheit, Bernd Sydow, 30.10

„An die linken Ratten!

Wenn ihr Deutschland und alles Deutsche so hasst, dann verpisst euch endlich und haut ab Geht nach China oder in einen anderen kommunistischen Staat, da ist dann doch euer Paradies, oder? […] Wartet ab, bis wir euch aus unserer Heimat, aus unserem Deutschland treten werden, dann könnt ihr euch eine neue “Heimat” oder einen neuen Vegetierungsort suchen, Deutschland ist UNSERE HEIMAT und es war nie eure Heimat und die wird es auch nie werden. Ab mit euch! Auf Nimmerwiedersehen! „

Altermedia, Kamerad Greiser, 7.11.

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Greifswalder Blogs kritisieren OZ-Leserbriefe

Drei Blogs, drei Einträge und eine ziemlich einheitliche Meinung: Die Angriffe der Leserbriefe der Ostsee-Zeitung sind unmöglich! Hier Textauszüge. Fangen wir zunächst im Blogeintrag bei Ulrich Rose an:

rose„Im Rahmen dieser vermutlich sowieso nicht rational führbaren Diskussion gibt es dann einige Teilnehmer, die anderen Teilnehmern aufgrund obskurer Gründe die Teilnahme an der Diskussion verweigern oder zuerkennen. Angesichts der Diskussion unter den vagabundierenden Studierenden können nur eingeborene Greifswalder über den Namen der Uni befinden, heißt es – und zwar qua Geburt als Greifswalder. […]

Mir kommt der Eindruck, daß wir damit wieder bei Ernst Moritz Arndt und seinen Hetzereien gegen die Juden angekommen sind…“

Auch Oliver Wunder fragt sich in seinem Blog

daburna„Da drängt sich doch die Frage auf, wen zählen Schumacher und andere zur Greifswalder Bevölkerung? […] Der Großteil der Studierenden hat hier seinen Hauptwohnsitz gemeldet […] doch das scheint nicht auszureichen. Muss ein “Ahnenpass” her? Muss ich in Greifswald geboren sein? […] Und vor allem, wer entscheidet, wer Greifswalder ist und wer nicht?“

Und Jockel vom Fleischervorstadt-Blog nimmt gleich alle vier Leserbriefe auseinander. Er fragt zum Beispiel:

fleischervorstadtblog„Prof. Joachim Buhrow empfindet den Namen Arndt als zeitgemäß und gibt zu Protokoll:

>> Wir armseligen Zeitgenossen können ihm (Arndt) 150 Jahre später allesamt das Wasser nicht reichen. Das gilt aber vor allem für die Zeitgenossen, die ihn kritisieren, diffamieren und seine Lebensleistung reduzieren. <<

Ist nicht gerade die überschaubare Lebensleistung neben Arndts Antisemitismus ein wichtiger Grund für die geforderte Umbenennung? Ex-EMAUler Prof. Ulrich Guth mischt sich in die Arndt-Debatte mit „völlig neuen Perspektiven“ und Argumenten ein:

>> Bitte immer den historischen Kontext beachten! <<

Historischer Kontext ist eine inzwischen zur Worthülse mutierte, inflationär gebrauchte Konstruktion im Zusammenhang mit Arndt. Hat nicht der Baden-Württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger schon versucht, den historischen Kontext eines Hans Filbingers zu beachten?“

Wir danken allen Bloggern für die Unterstützung! Wer mag kann uns ebenfalls unterstützen, indem er Leserbriefe an die OZ schreibt und darin seine Entrüstung über solche Äußerungen zum Ausdruck bringt!

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