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Interview mit Prof. Buchholz über Arndt-Debatte

ViaMedici_gross_gerNun beschäftigen sich auch die Mediziner in Deutschland mit der Frage, ob Ernst Moritz Arndts als Name für unsere Universität geeignet sein kann. Eine der größten Zeitschriften für Medizinstudenten in Deutschland hat ein Interview mit dem Professor für pommerische Landesgeschichte Dr. Werner Buchholz geführt.  In dem Online-Interview wird auch über die Außenwirkung der Arndt-Debatte gesprochen:

“Denken Sie, dass mancher auch deswegen Ernst Moritz Arndt als Namensgeber weiterhin bevorzugt, weil er fürchtet, dass die aktuelle Diskussion um den Namen der Universität deren Ansehen schadet?

Prof. Buchholz: Ich denke eher umgekehrt, dass zumindest jene, die dem Namen Arndt bisher gleichgültig gegenüber standen, der Namensablegung zustimmen werden, um zu vermeiden, dass es immer wieder solche Diskussionen geben wird. Von Kollegen aus anderen Universitätsstädten weiß ich, dass sie diesen kritischen Diskurs eher als positiv wahrnehmen.”

Das ganze Interview findet ihr hier.

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Prof. Dr. Stamm-Kuhlmann: Arndt war Antisemit

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Der Professor für Allgemeine Geschichte der Neuesten Zeit Prof. Dr. Stamm-Kuhlmann stellt in diesem Interview klar, dass Arndt bereits antisemitische Ansichten vertrat. Auch die Vorwürfe des Rassismus, die er stärker kritisiert, teilt er. Zudem habe Arndt wissenschaftlich nichts geleistet.

Eine Umbenennung von Schulen und Plätzen (die wir als Initiative übrigens gar nicht wollen!) hält er jedoch nicht für notwendig. “Da gibt  es wichtigeres.” Wie Stamm-Kuhlmann zur Umbenennung der Universität steht, geht nicht eindeutig aus dem Interview hervor. Immerhin sagt er am Ende: “Die Universität, die ja weltoffen sein will,  muss sich fragen, ob sie so einen Namenspatron will”.

In der Debatte des Jahres 2001 bezog Stamm-Kuhlmann jedoch schon einmal deutlicher Stellung. Damals schrieb er:

“Ob wir uns nach einem fremdenfeinlichen Publizisten nennen wollen, ist dagegen eine Wertentscheidung. Zu einem Zeitpunkt, da von allen Parteien Deutschland zum Einwanderungsland erklärt wird, kann unsere Universität den Namen eines Xenophoben nicht mehr tragen. Warum sind sonst siebentausend Greifswalder unter Führung ihres Oberbürgermeisters und des Rektors durch die Stadt gezogen? [Anm. d. Red.: Gemeint ist eine Demonstration gegen die Rechtsextremen Szene in Greifswald] Unsere Universität sollte wieder so existieren, wie sie es fast fünfhundert Jahre lang getan hat, ganz ohne Namenspatron.”

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