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Die selektive Wahrnehmung / Hetze der OZ

Wie der Fleischervorstadt-Blog feststellte, ist die Frage, wie die Greifswalder Öffentlichkeit – insbesondere ihre Lokalzeitung – mit dem Problem „Ernst Moritz Arndt“ umgeht inzwischen viel spannender, als die eigentliche Debatte über Arndt, die so (bewußt oder unbewußt) verdrängt wird. Ein neues Paradebeispiel lieferten die OZ mit der verzehrten Veröffentlichungen der Kommentare der Professoren Klüter und Baumgartner:

Schritt 1 – Selektion:

Das Statement von Prof. Baumgartner suchte nach einem harmonischen Weg, wie die Uni  nun mit der Krise an der Universität umgehen könnten. Für die OZ offenbar zu harmonisch und daher bis heute nicht mal erwähnt. Stattdessen wird nur die berechtigte, aber deutlich schärfere Kritik von Prof. Klüter abgedruckt.

Schritt 2 – Verkürzung & Polarisierung:

Aus Klüters Statement (23 Sätze) nimmt die OZ nur die drei schärfsten (Teil-)Sätze  heraus. Von 4093 Zeichen bleiben nur 537 übrig, die Zeitung verkürzt so das Statement um ~ 87 %.

Schritt 3 – negativer Kontext:

Das Statement lag der Ostsee-Zeitung bereits seit über zehn Tagen als Leserbrief bzw. Statement vor. Die OZ veröffentlichte das Statement jedoch nicht. Also taten wir das auf unserer Seite. Erst als Axel Hochschild (CDU) eine Pressemitteilung auf MV-Regio gegen Klüter veröffentlichte, erschienen eben die stark verkürzten Zitate aus Klüters Statement in der OZ – nun natürlich eingebettet in scharfer Kritik von Hochschild.

Im Artikel behauptet die Lokalzeitung, dass das Statement auf der „Seite der Initiative“ veröffentlicht wurde. Das ist zwar richtig, verschweigt aber, dass das Schreiben ursprünglich an die OZ ging. Stattdessen könnte der Hinweis der Veröffentlichung auf unsere Seite auch gewisse Ressentiments beim Leser wecken – alá „Ach aus der Ecke…!“ Auch die Internetadresse unserer Seite veröffentlichte die Ostsee-Zeitung – wie üblich – nicht. Im schlimmsten Fall könnten die Leser ja den Text von Prof. Klüter im Original und in Gänze lesen!

Schritt 4 – verzerrende, reißerische Überschrift:

Mit der Überschrift „Arndt-Debatte: Klüter vergleicht Entscheidung mit Nazi-Beschluss“ hat die OZ die scharfe Kritik von Prof. Klüter absurd übertrieben. Faktisch hat Prof. Klüter die Entscheidung des Senats nicht mit dem Nazi-Beschluss verglichen. Dies ist schlicht falsch. (Orginaltext hier lesen!) Klüter selbst hat sein Statement bei der OZ mit der Überschrift „Der rechte Ungeist“ eingereicht.
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Schritt 5 – Verweigerung einer Richtigstellung:
Sofort forderte Prof. Klüter die OZ schriftlich auf, die Behauptung richtig zu stellen. Einer Richtigstellung kam die OZ – wie auch schon bei Prof. Buchholz – nicht nach. Stattdessen veröffentlichte sie nach guter alter Tradition keine eigene Richtigstellung, sondern lies nur den Betroffenen erst zwei Tage später in Form eines Leserbriefes den Fehler der Redaktion berichtigen. Um es jedoch klar zu sagen: Das ist keine Berichtigung! Zudem wurde die „getarnte“ Richtigstellung mit den Worten eingeleitet „Prof. Klüter fühlt sich missverstanden„. Dass es eigentlich die OZ war, die mit ihrer Überschrift schlicht falsche Tatsachen behauptet hat, wird bewusst heruntergespielt.
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Schritt 6 – Verächtlichmachung über (teils gefälschte) Leserbriefe:

Am selben Tag mit der „versteckten“ Richtigstellung von Klüter werden zwei Leserbriefe von – wen wird es überraschen – empörten Greifswaldern veröffentlicht. Einer bezieht sich sogar expliziet auf den von der Ostsee-Zeitung erfundenen „unsäglichen Vergleich„. Auch die Reihenfolge der Leserbriefe ist interessant: Zunächst kommt die Kritik am eben angeblich von Klüter stammenden „unsäglichem Vergleich“, erst dann die Richtigstellung von Klüter. Wie hätte es gewirkt, wenn die Reihenfolge anders herum wäre? Hätte sich dann nicht auch der OZ Leser gefragt, ob sich die Kritik aus anderen Leserbrief nicht erledigt hat? Hmm – also lieber Klüter nach hinter. Das gleiche Spiel in der Überschrift der Leserbriefspalte. Zwar wird dort Klüters Richtigstellung aufgegriffen, allerdings nicht der Satz „Die Überschrift war falsch„, sondern der Satz “ Ich habe die Senatsentscheidung nicht mit einem Nazi-Beschluss verglichen“. Letzteres hört sich wie eine Art „Rückzug“ oder einem „späten Eingeständnis“ an, wie man es von Politikern gewohnt ist, wenn sie merken, dass ihre Position nicht halbar ist. „Ich habe… nicht…“ bezieht das Problem zudem auf Prof. Klüter, nicht auf die Ostsee-Zeitung. „Ich habe… nicht…“ suggeriert außerdem das hier Aussage gegen Aussage steht. Da die Ostsee-Zeitung ja weder eine Richtigstellung noch den Originaltext je veröffentlicht hat, ist es dem Leser auch nicht möglich objektiv nachzuvollziehen, wer Recht hat. War die Überschrift einfach nur frech, ist dies hier echte Verleumdung.
Die zwei Kritik-Leserbriefe sind übrigens sowohl länger als der Prof. Klüter zur Verfügung gestellter Leserbrief-Platz für die „versteckte“ Richtigstellung, aber auch länger als die drei zitierten Sätze von Prof. Klüters Ursprungsstatement. Klüters eigener Leserbrief, den der Professor zusammen mit der Bitte um Richtigstellung einreichte, wurde hingegen überhaupt nicht veröffentlicht. Ihr könnt ihn wieder nur bei uns lesen.
Spannend ist auch ein zweite Kritiker Leserbrief einer gewissen „Simone Paluske“. Den Familiennamen gibt es  nicht im Telefonbuch. Und damit meine ich nicht das Greifswalder Telefonbuch, sondern das gesamte deutsche Telefonbuch. Die Frau scheint also auch keine Verwandte zu haben. Sie hat übrigens auch keine Verwandte wenn man das „l“ und das „u“ umdreht – ein einfacher Schreibfehler scheint es also auch nicht zu sein. Noch spannender aber: Es findet sich kein einziger Treffer über sie im Internet. Es gibt also keine „Simone Paluske“ oder „Paulske“: Weder in Greifswald, noch in Chicago oder Haiti. Zumindest kann man festhalten, dass dies ihre global erste öffentliche Erwähnung in ihrem Leben ist. Schon komisch oder? Uns erinnert der Leserbrief dafür vom Schreibstil und Inhalt einen von uns heißt geliebten Hobby-Rentner und Arndt-Fan… Zumindest früher soll sich die Ostsee-Zeitung aber auch selbst ihre eigene Leserbriefe geschrieben haben. Frau Paluske: Wenn es Sie gibt: Melden Sie sich bitte bei uns. Wir nehmen dann dieses Statement gerne wieder offline: uniohnearndt [at] googlemail.com oder 0176 20336676 oder einfach in den Kommentaren. Jeglicher halbwegs glaubhafter Nachweis über Ihre Existenz wird akzeptiert!
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Unsere Fragen an die Ostsee-Zeitung:
  • Glauben Sie ernsthaft, dass sich noch EIN Arndt-Kritiker öffentlich äußert, wenn Sie eine derartitige Hetzkampagne führen?
  • Ist das der „richtige Umgang“ mit einer so schwierigen und heiklen Debatte?
  • Wann veröffentlichen Sie das Statement von Prof. Baumgartner?
  • Überprüfen Sie die Identität auffälliger Leserbriefen überhaupt?

Nach dem Klick lesen Sie die von der OZ nicht abgedruckte Antwort von Prof. Klüter auf die unsägliche Diffamierung durch CDU-Frontmann Axel Hochschild. Weiterlesen

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