Tag Archive: Fakten

Debattierclub: Antworten auf freie Redner

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Letzte Woche wurde wieder einmal diskutiert. Diesmal unter Studenten. Inzwischen können wir Euch hier die gesamte Debatte als Audio-Mitschnitt anbieten. Viel Spaß damit:

 

(Geduld: ca. 20 Sekunden Ladezeit!)
Neben der eigentlichen Debatte gab es auch einige Beiträge aus dem Publikum. Da wir letzte Woche darauf nach den Regeln der Präsidentin leider nicht direkt antworten durften, holen wir dies hier nach. Unsere Antworten ergänzen bzw. aktualisieren unser Statement aus der letzten Woche hier.

Mein Fazit auch nach der detaillierten Auswertung: Zwar gab es die eine oder andere interessante Anmerkung, jedoch: Keinem der „freien“ Diskutanten ist es gelungen darzulegen, warum Arndt kein Antisemit, kein Rassist, kein völkischer Nationalist und kein Franzosenhasser gewesen sein soll.

Stattdessen wurde die  Meta-Ebene diskutiert. Etwa ob die Mitglieder der Initiative „Professoren-hörig“ seien, ob Muslime nicht die viel schlimmeren Antisemiten seien, ob Arndt nicht auch ein Denkmal hätte, ob die Studenten der Vollversammlung je Arndt gelesen hätten (wobei Arndt-Lesungen ebenfalls kritisiert wurden) oder ob nicht die ganze Kampagne ‚populistisch‘ sei.

Meine Antworten basieren auf den Reaktionen zahlreicher Mitglieder der Initiative und Gäste aus dem Publikum, mit denen ich nach der Debatte sprechen konnte. Lesen & hören nach dem Klick…

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Die Ergebnisse des Arndt-Kolloquiums

buch-titelDie Initiative „Uni ohne Arndt“ hat sich viel Arbeit gemacht, um noch mehr wissenschaftliche Fakten der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Neben zahlreichen veröffentlichten Aufsätzen sind wir stolz jetzt das sämtliche Aufsätze des Arndt-Kolloquiums aus dem Jahre 2001 („Heft 8“ der E.M.A.-Gesellschaft) veröffentlichen zu können.

Es enthält sämtliche Aufsätze und Vorträge des Arndt-Kolloquiums, dass vor acht Jahre die Debatte an der Uni eröffnete. Dazu haben wir 234 Seiten eingescannt und in einer 128 MB großen PDF-Datei zusammengefügt.

Diese könnt ihr Euch hier herunterladen:  Heft 8 (Rechtsklick + „speichern unter“).

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Man muss Arndt in seiner Zeit sehen!

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Ludwig Gotthard Kosegarten kritisierte Arndt Rassismus bereits zu dessen Lebzeiten

Wie oft haben wir es schon gehört? Arndt muss man „in seiner Zeit sehen“. Oder „damals dachte man eben so“…

Tatsache ist, dass Ernst Moritz Arndt schon von seinen Zeitgenossen kritisch gesehen wurde. Unter anderem von seinen Professor-Kollegen an der Universität Greifswald Ludwig Gotthard Kosegarten (1758-1818). Um dies nachzuweisen, veröffentlichen wir hier eine Auszug aus der „Historischen Zeitschrift“, indem es um das Verhältnis zwischen Arndt und Kosegarten geht:

„Hat das königlich schwedische Pommern einerseits mit Ernst Mo­ritz Arndt den publi­zis­ti­schen Begründer des deutschen Na­tio­na­lis­mus her­vor­ge­bracht, so lebte und wirkte hier mit Lud­wig Gott­­­hard Ko­segarten gleich­zeitig einer der wohl frühesten Kritiker und gei­stigen Über­win­der des Nationalismus.

Noch vor Lud­wig Bör­ne und Hein­rich Heine di­stan­zierte sich Kosegarten von Deutsch­tü­me­lei, Ressenti­ments und Ras­sis­mus des auf­kom­menden Na­tio­na­lis­­mus: „Den dum­men Göt­zen Teutsch­thum“ wer­de er, Ko­se­gar­ten, nicht an­be­ten; ihm ste­he „das Men­schen­thum“ höher als das „Volks­thum“. Wo Arndt 1813-1815 und noch wäh­rend der folgenden Jahrzehnte an niedere Instinkte appellierte, Res­sentiments schürte, Fremden- und Ras­sen­haß sowie vor allem ewi­gen Fran­zo­sen­haß pre­dig­te, wirk­te Kose­gar­ten, scharf­sich­tig und klar die Ge­ge­ben­hei­ten abschätzend, noch wäh­rend des Krieges auf Aus­gleich, Ver­stän­­digung und Ver­söh­nung hin. Nicht nur an die Adresse Arndts gerichtet, dichtete er:

„Ist heilig nun die Sache
Der Kampf gerecht und gut
So schnaube nicht nach Rache
So dürste nicht nach Blut.“

Mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Quelle: Werner Buchholz, Pommern, in: Ders. (Hg.), Das Ende der Frühen Neuzeit im „Dritten Deutschland“. Bayern, Hannover, Mecklenburg, Pommern, das Rheinland und Sachsen im Vergleich (Historische Zeitschrift, Beiheft 37), München 2003, S. 77 – 119.

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Aktuelle Forschung: Arndt stand fest „im rassischen Volkstum“

Was sagt eigentlich die aktuelle Forschung zu Arndt? Vor einigen Wochen hat uns der Würzburger Historiker Peter Fasel angeboten einen Auszug aus seinem neuen Buch zu veröffentlichen. Das Buch mit dem Titel „Revolte und Judenmord. Hartwig von Hundt-Radowsky (1780-1835). Biografie eines Demagogen“ soll zwar erst im Herbst erscheinen, doch der Historiker bietet uns schon jetzt einen Einblick. Denn der Autor widmet in dem Buch auch unserem Namenspatron Ernst Moritz Arndt fast ein ganzes Kapitel.

Dies liegt auch gar nicht so fern, denn beide waren Vordenker des modernen Antisemitismus und lebten in der selben Zeit. Hundt-Radowsky wurde im gar nicht so weit entfernten Mecklenburgischen Parchim geboren. Seine wichtigste Hetzschrift „Der Judenspiegel“ veröffentlichte er im November 1819 . Dieses unrühmliche „Hauptwerk“ stellt laut Wikipedia ein außergewöhnliches Beispiel frühen „rassistischen“ Gedankengutes dar. Es verbindet – wie bei Arndt – rassisch-völkische Argumentationslinien sowie „klassische“ religiöse Stereotype. Hundt-Radowsky propagierte u. a. den Verkauf jüdischer Kinder als Sklaven an Engländer, um weitere jüdische Nachkommen zu verhindern, und zuletzt Ausrottung und Vertreibung aller Juden.

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Neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft

Mit der Zustimmung von Verlag und Autor dürfen wir Euch quasi exklusiv einen Auszug aus dem Arndt-Kapitel präsentieren. Die Auszüge bestätigen unsere Kritik: Arndt war ein Antisemit. Herrn Fasel geht in seinem Buch aber viel mehr in die Tiefe als wir dies hier auf unserer Website gehen können. Fasel weist in seinem Buch nach, wie stark Arndt den Frühnationalisten und der antisemitischen Ideologie der Nazis den Weg bereitete. Kein Wunder, dass Herr Fasel uns „viel Erfolg“ bei der Umbenennung der Universität wünscht…

Zur Übersichtlichkeit veröffentlichen wir hier nur einige Zitate. Den Auszug aus dem Kapitel, inklusive aller Zitat- und Quellenangaben, könnt ihr hier als als PDF-Dokument lesen. Das Buch kann bereits jetzt bei der Süddeutschen Zeitung vorbestellt werden.

  • „Arndts ganzes Leben ist so etwas wie Erwachen zum und Leben im Deutschtum“, lobt ihn Bartels (Ehrenmitglied der NSDAP). Seine Geschichtsanschauung sei „schon von Rassenerkenntnis getragen“, fest stehe Arndt „auf der Heimaterde und im rassischen Volkstum“. Er sei der Idealtypus des deutschen Volkstumspolitikers. „In seinem Geiste werden wir siegen.“
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  • Arndt […] propagiert den Glauben, „die Deutschen“ seien rassisch und sprachlich rein geblieben wie kein anderes europäisches Volk. Auf ihrer Urerde hätten sie über Jahrtausende hinweg das, in NS-Diktion, heilige Bluterbe Germaniens bewahrt. Die Überlegenheit der Deutschen beruhe neben der Reinheit ihres Blutes auf einer Ursprache, über die sie allein verfügten. Die Überhöhung der deutschen Nation sei Gottes Wille, der „allweltliche Judensinn“ des Kosmopolitismus (Anm. d. Red.: ~ Weltbürgertum) werde dagegen von Gott abgelehnt.
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    Arndts "Idealgermane" - hier verfilmt von Leni Riefenstahl ?

    Arndts Idealgermane ist der hochgewachsene, kampfgestählte blonde Krieger, der, voll treu-ergebener Einfalt und, wo immer nötig, des Hasses und der Brutalität fähig […]. Die Deutschen der Gegenwart hingegen seien verweichlicht, verwälscht, infiziert von Humanitätsduselei, zerstritten und zersplittert. […]
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  • Nach der Niederlage Frankreichs fordert Arndt die Erniedrigung, zeitweise militärische Besetzung und dauerhafte territoriale Amputation des Erzfeindes. In seiner Zeitschrift „Der Wächter“ propagiert er die Fortsetzung des Krieges und die Ausweitung des deutschen Herrschaftsgebietes. Nach Innen will er ein „heiliges Zensoramt“ einrichten „gegen alles, was in Sitte, Sprache, Art, und Gesinnung unteutsch ist.
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  • […] 1848/49 polemisiert er „gegen demokratisches Ungeziefer“, gegen „kosmopolitische Schelme von Juden und Franzosen“ und fordert, aufständische Demokraten wie „wilde gesetzlose Wölfe“ abzuknallen.
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  • Dem Germanisten Knauer zufolge ist Arndt „vielleicht der erste große Deutsche, der Rassebewußtsein hat“. Und ein anderer Nationalsozialist, Hermann Blome, nennt ihn den „ersten Vorkämpfer für eine rassenhygienische Kulturpolitik.“ Arndts 1803 veröffentlichtes „Germanien und Europa“ wird 1940 neu gedruckt, versehen mit einer Einleitung des Herausgebers Ernst Anrich.

Den ganzen Kapitel-Auszug hier lesen. In einem anderen Abschnitt geht Fasel auf Arndts Hass gegen Polen ein.

Tipp: Einen Artikel über dieses Thema hat Peter Fasel auch hier in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ veröffentlicht. Auch dort geht es neben Hundt-Radowsky um Ernst Moritz Arndt.

Update vom 6. Oktober nach dem Klick:

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Arndt: „Frivoler Nationalismus“

Blackout-DenmarkDr. Frithjof Strauß arbeitet an der Universität Greifswald am Lehrstuhl Lehrstuhl für Nordische Philologie. In einem Aufsatz hat er untersucht, was die Dänen über Arndt dachten. Das Ergebnis ist erschütternd. Deutlich wird, dass Arndt nicht nur gegen Frankreich Hass schürte… Wir haben daraus einge spannende Zitate herauszititiert. Den ganzen (lesenswerten) Aufsatz finden Sie hier als PDF:

Dagegen wird – als Skandalon – über 7 Seiten Arndts Schrift Versuch in vergleichender Völkergeschichte (1843/44) referiert, in der [Arndt] pseudowissenschaftlich den europäischen Bevölkerungen mentale Eigenschaften andichtet. Dänemark sei als Inselstaat allen Winden preisgegeben, und deshalb ein Spielball für die anderen Völker gewesen (168 f.). Die edelsten Dänen, die Seeländer, zogen im Mittelalter in den Krieg gen England und verblieben dort. Die so entstandenen Leerräume auf den Inseln wurden von „Schiffsladungen von gefangenen Wenden, Kuren und Liven“ gefüllt. So verloren Inseldänen ihre gothische Prägung in der rassischen Vermischung, was Arndt in anatomischen Betrachtungen zu belegen versucht. Der Däne der Gegenwart sei denn infolge seiner gemischten Rasse „ein sehr überreizter Mensch […]. Er ist hochgradig egoistisch und eitel und scheint vor Fremden immer die Frage auf den Lippen zu tragen: ‚Sind wir nicht auch wer in der Welt?’ Von der nordischen Festigkeit und Ruhe hat er nur sehr wenig bewahrt.“ (171) Mit derartig kruden Einstellungen gerät der betagte Arndt 1845 in eine Fehde mit „den Dänen“.

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Dr. Friethjof Strauß

„Arndt reagierte „mit einigen nichts-sagenden, spitzen Randbemerkungen“ und warf Valgerda vor, Opfer nationalliberaler Propaganda zu sein. „Man staunt, daß ein Mann wie Arndt in seinem Fanatismus so tief sinken konnte“ (177), kommentiert Petersen. Die Sache hatte ein diplomatisches Nachspiel, denn die dänische Regierung forderte Preussen auf, gegen Arndts Beleidigungen und Aufstachelungen einzuschreiten. Arndts oberster Dienstherr, der Schulminister von Eichhorn, gestand Arndts Derbheit ein, wollte ihm aber seine „Eigenart“ zugestehen, die schließlich zu seiner Popularität unter den Deutschen beigetragen hätte.“

Alle Zitate lesen… Weiterlesen

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Quellen belegen: Arndt war „im Sinne des Führers“

Wie wurde eigentlich die Namensverleihung „Ernst Moritz Arndt“ 1933 begründet? Falls sie jetzt denken, dass das doch angesichts der Jahreszahl und Hermann Görings Unterschrift völlig klar ist, liegen Sie nicht ganz falsch. Aber die Historiker schauen lieber genau in die Quellen.

Das hat Prof. Werner Buchholz für die Amadeu Antonio Stiftung getan und uns eine Kopie geschickt. Herausgesucht hat Prof. Buchholz die Rede, die der damalige Rektor, Prof. Dr. Heinrich Laag, am 28. Juni 1933 anlässlich der Verleihung des Namens „Ernst Moritz Arndt“ hielt. Daraus der folgende Auszug:

„Noch lastet der Schandvertrag [=Frieden von Versailles 1919] auf un­se­rem deutschen Volke. Wir alle, liebe Kommilitonen, sind dazu berufen, die Fesseln zu spren­gen. Niemals wird das ein Volk erreichen, das nicht tief in der Heimat verwurzelt ist,… das glaubensmatt dem Alltag verfällt. Nur dann wird es dem deutschen Volke gelingen und uns an unserem bescheidenen Teil, wenn wir so denken, fühlen, handeln und glauben wie Ernst Moritz Arndt.

Nur wenn wir so denken, werden wir auch im Sinne des Führers unseres Volkes [Adolf Hitler] handeln, der es immer von neuem bezeugt hat, dass für den Aufstieg Deutschlands nicht in erster Linie Wirt­schaftsprogramme, Organisationsfragen und äußerliche Dinge entscheiden, sondern dass Deutschland nur dann einer besseren Zukunft entgegengeführt werden kann, wenn eine geis­ti­ge Erneuerung das Volk erfasst. Das, was Ernst Moritz Arndt gewollt hat, geht zum guten Teil in unseren Tagen in Erfüllung. Aus seinem Geist heraus lebt nicht zum wenigsten die Ge­gen­wart.

[Aus: Greifswalder Universitätsreden 37, Greifswald 1933, S. 10 f.]

Die Verleihungsurkunde des Namens trägt das Datum des 16. Mai 1933 und ist unterzeichnet von dem preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring, gleichzeitig preußischer Innenminister, sowie dem Kommissar für das preußische Kultusministerium, Bernhard Rust, als dem Leiter des zustän­di­gen Fachministeriums. Die Urkunde befindet sich im Universitätsarchiv Greifs­wald.

Spannend ist auch, wie der Namensvorschlag begründet wurde. Auch dieser Text spricht deutliche Worte… Weiterlesen

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Arndt und der Judenpogrom in Minden

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Szene der Hepp-Hepp-Krawalle gegen Juden 1819 - Zum Vergrößern anklicken

Bei der Podiumsdiskussion vor zwei Wochen wurde gegen Ende auch das Thema „Antisemitimus“ gesprochen. Da das Thema so spät am Abend diskutiert wurde, ging es etwas unter. Wir es daher hier noch einmal gesondert behandeln:

Denn am Abend zeigte Prof. Arno Herzig auf, dass Arndt einen engen Kontakt zu dem Oberauditeur Heinrich Eugen Marcard hatte. Der Professor wies darauf hin, dass Marcard als einer der ersten ein Programm für eine Antisemitismuspartei entworfen hatte: „Über die Möglichkeit der Juden-Emancipation im christlich-germanischen Staat“.

Und genau zu diesem Antisemitismusprogramm hatte sich Ernst Moritz Arndt klar positiv  geäußert. Seine Zustimmung schrieb Arndt in einem Brief  an Marcard selbst. Den Brief verschickte Arndt übrigens nachdem es in Minden zu einem Pogrom gegen Juden kam, welchen Macard heraufbeschwor. Eine Distanzierung gegen diese oder andere Pogrome finden die Professoren in Arndts Schriften bis heute nicht.

Wir haben für Euch diese spannende Stelle aus der Debatte noch einmal ausgeschnitten:

Hinter diesem Klick findet ihr den Dialog auch als ausführlichen Text mit Erläuterungen. Ihr könnt den Text auch als PDF öffnen und ausdrucken. Weiterlesen

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Reflexion der Lokalzeitung über das Arndt-Kolloquium

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Zum Vergrößern anklicken

Unglaublich aber wahr. Die Ostsee-Zeitung veröffentlicht erstmals wissenschaftliche Fakten über Ernst Moritz Arndt. Das Bemühen wollen wir hier hoch anrechnen.

Allerdings kann man die Zusammenfassung der OZ des 2001 vom Rektorat eingerichteten Arndt-Kolloquiums natürlich schon kritisieren. Man achte z.B. wie bemüht der Autor  ist, darauf hinzuweisen, dass Prof. Bach (angeblich) seine Meinung zu Arndt geändert habe. Dabei sagte Bach in der Ikuwo-Debatte vom Donnerstag noch, dass er trotz seiner neuen Forschung, an den Erkenntnisse von 2001 festhalte.

Wie üblich wurde sprachlich an vielen Stellen verharmlost und beschönigt. Zum Kontrast veröffentlichen wir hier Auszüge des „offiziellen“ Abschlussbericht des Kolloquiums von Prof. Buchholz und Prof. Lutz.

Im Vergleich zum Artikel erkennt man die Unterschiede:

  • „Arndt war gleichwohl Schweden und „nordischen“ Menschen zeitlebens begeistert zugetan. Prof. Dr. Gunnar Müller-Waldeck zeigte am Beispiel von „Arndts Bewertung der samischen Minderheit“, dass unser Namenspatron im Falle der Sami, die äußerlich so gar nicht in sein nordisches Ideal passen, die ihm eigene Plattform einer rassistischen Verachtung gegenüber allen „nicht germanischen“ Völkern romantisierend verlässt“.
  • „Nach der Mittagspause macht Prof. Dr. Reinhard Bach in seinem Vortrag, basierend auf einer erschöpfenden systematischen Sichtung der Arndtschen Schriften deutlich, dass Arndts Franzosenhass sich nicht erst als Reaktion auf das napolenische Joch bildete, sondern bereits vorher in seinen antiaufklärerischen Schriften, besonders in seiner Greifswalder Habilitation, artikuliert wurde. Völkischer Nationalismus, Antijudaismus/Antisemitismus, Franzosenhass, chauvinistisches Herabblicken auf slawische und „welsche“ Völker, Kriegsverherrlichung als Selbstzweck und zur Selbstfindung der Nation und andere damals wie heute humanistischen Ideen entgegenstehende Überzeugungen, prägen sein Lebenswerk“.

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Rede von Prof. Buchholz: Wir brauchen echte Argumente

Auf der Vollversammlung am 17. Juni hielt Professor Werner Bucholz eine Rede. Darin reflektiert er einige häufig gebrauchte Pro- und Gegenargumente Argumente zum Thema „Ernst Moritz Arndt“. Buchholz ist Professor für pommerische Landesgeschichte in Greifswald.

Jetzt hat uns Herr Buchholz freundlicherweise diese Rede zur Verfügung gestellt. Sie enthält einige spannende Argumente zum Thema Umbenennung. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen…

pfeil1_„Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen!

buchholz-auf-vvFür die Einladung des AStA, hier auf dieser Vollversammlung eine kurze An­sprache über die Proble­matik des Namenspatrons Ernst Moritz Arndt zu halten, darf ich mich bei Ihnen sehr herz­lich bedanken.

Ernst Moritz Arndt ist eine Kultfigur für Neonazis und Rechtsextremisten. Nicht zuletzt hat der Reichsminister Dr. Joseph Goebbels ganze Passagen aus Arndts Schriften in seine Reden übernommen. Über fünf Jahrzehnte lang hatte Arndt Völker- und Fremdenhass, Krieg und Antijudaismus gepre­digt. Das meiste davon, und das ist nicht wenig, liegt gedruckt vor. Es ist dieses ge­­druckt vor­liegende Werk, das Arndt zur Kultfigur von Neonazis und Rechtsextremis­ten machte.

Dies alles ist seit Jahren bekannt.

Diese Hintergründe wurden im Zusammenhang mit dem Arndt-Kolloquium im Jahre 2001, das auf Anre­gung des damaligen Rektors stattfand, aufgearbeitet und der Öffentlichkeit im Druck zugäng­lich gemacht. Sechs Greifswalder und ein Hamburger Professor trugen Ergebnisse ihrer Forschungen vor und veröffentlichten diese anschließend in den Heften der Ernst-Mo­ritz-Arndt-Gesellschaft (Band 8, 2003). Neben Historikern hatten sich auch Literaturwis­sen­schaftler beteiligt. [Die ganze Rede lesen hinter dem Klick]

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AStA-Referentin über Arndt

jule kleinFreundlicherweise hat uns heute die AStA-Referentin für Ökologie Juliane Hille ihren Text über Ernst Moritz Arndt zur Verfügung gestellt. Darin stellt sie – vergleichsweise neutral – ihre Recherchen zu unserem Namenspatron zusammen.  Auch Sie teilt die Auffassung, dass die Frage nach dem Namenspatron erst noch gestellt werden muss, bevor man vorschnell Antworten findet. Den ganzen Artikel nach dem Klick…

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