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Rege Beteiligung an studentischer Urabstimmung – Studierende sprechen sich für Namensbeibehaltung aus

Die Initiative Uni ohne Arndt zeigt sich erfreut über die rege Teilnahme an der studentischen Urabstimmung. Das erstmalig eingesetzte Mittel einer Abstimmung unter allen Studierenden hat sich bewährt und ein klares Ergebnis zu Tage gebracht. Die Initiative Uni ohne Arndt respektiert dieses Mehrheitsvotum zur Beibehaltung des Names Ernst-Moritz-Arndt-Universität und begrüßt, das damit in der Greifswalder Universität – erstmalig seit seiner Verleihung 1933 durch die Nationalsozialisten – in einer demokratischen Abstimmung über den Namen befunden wurde. Bei einer Wahlbeteiligung von insgesamt 23 Prozent* stimmten 49,9 Prozent* für die Beibehaltung und 43,3 Prozent* für die Ablegung des Namens.

Die Initiative rechnet es sich als Erfolg an, eine sachlich-argumentative Debatte über das Leben und Werk Ernst Moritz Arndts, über seinen tiefsitzenden Antisemitismus, Anti-Republikanismus und Völkerhaß angestoßen zu haben. Mittlerweile hat sogar die Universitätsleitung eingesehen, daß über die Person Ernst Moritz Arndt nicht mehr der Mantel des Schweigens gelegt werden kann, sondern eine kritische Betrachtung von Leben und Werk Arndts notwendig ist.

„Wir sehen den Auftrag, den uns im Juni 2009 die studentische Vollversammlung zur Durchführung einer Urabstimmung gegeben hat, erfüllt. Erstmals wurde unter den Studierenden demokratisch über den Namen entschieden. Jetzt ist der Senat der Universität an der Reihe, darüber zu entscheiden, ob der bisherige Name beibehalten oder abgelegt wird. Egal wie dessen Entscheidung ausfällt, fordern wir nachfolgend eine kritische Erinnerungskultur und Reflektion über Arndt. Wir rufen daher die Universitätsleitung auf, einen Forschungsschwerpunkt zu Arndt einzurichten, um die wenigen lichten, aber auch die vielen dunklen Seiten Arndts kritisch zu beleuchten“, so Martin Schubert von der Initiative Uni ohne Arndt.

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