Urabstimmung

Auf der Vollversammlung am 17. Juni haben wir – die Studenten der Universität Greifswald – zwei Anträge zu Ernst Moritz Arndt mit großer Mehrheit angenommen:

  • Kernpunk des ersten Antrags ist, dass die Organe der Studierendenschaft, StuPa und AStA, in Zukunft auf den Namen Ernst Moritz Arndt verzichten.
  • Im Zweiten spricht sich die Vollversammlung für eine Urabstimmung über den Namen der Uni aus. Diese Urabstimmung ist dann nicht mehr an das Studentenparlament sondern an den Senat gerichtet!

Um die Urabstimmung tatsächlich durchführen zu können, brauchten wir jedoch formal noch einmal gut 10% der Studierendenschaft, die mit Ihrer Unterschrift die Urabstimmung fordert. Das wären im letzten Semester 1142 Unterschriften gewesen. Diese Zahl haben wir nach zahlreichen Unterschriften-Sammelaktionen nicht nur erreicht, sondern dramatisch übertroffen. Insgesamt haben wir mit Eurer Hilfe…

1415 Unterschriften

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…gesammelt. Von diesen Unterschriften stammen 1313 von Studenten der Universität und 102 von Bürgern, Professoren, Doktoren und ehemaligen Studenten. Weitere Unterschriften für die Urabstimmung sind jetzt nicht mehr nötig. Wenn Ihr aber auch Eure Unterstützung für die Umbenennung ausdrücken wollt, könnt Ihr hier im Gästebuchschreiben, warum ihr eine Umbenennung fordert.

Hier noch ein Foto von der Übergabe der insgesamt 65 Seiten (!) mit Unterschriften an den StuPa-Präsidenten:

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Mitglieder der Initiative „Uni ohne Arndt“ übergeben die Unterschriftenliste an StuPa Präsident Korbinian Geiger (r.)

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Die Initiative bedankt sich bei allen Unterzeichnern !! Im Januar können jetzt alle Studenten bei der Urabstimmung über die Namensänderung abstimmen!

„Es ist schon toll, dass sich durch die ganze Debatte so viele Studierende und auch Bürger mit der Frage auseinandersetzen, wofür Arndt eigentlich steht und welche Bedeutung ein Namenspatron heute noch hat. Ich hoffe, dass diese rege Teilhabe an einer uni-politischen Debatte auch auf andere Themen überschwappt“, so Anne Klatt, ein Mitglied der Initiative.

StuPa-Präsident Korbinian Geiger erklärte, er nehme die Aktion „genauso ernst wie jeder der Unterzeichner der Petition“. Er erläuterte, dass nun anhand von Stichproben die Echtheit der Unterschriften überprüft werden müsse.

„Schon das Zustandekommen der jetzigen Urabstimmung ist etwas Besonderes“, sagt Sebastian Jabbusch, Sprecher der Kampagne: „Dies ist die erste Urabstimmung in der Geschichte der Universität Greifswald. Es zeigt, dass den Studenten das Thema wirklich wichtig ist.“

Wir wollen die Kommilitonen durch diese Urabstimmung an dem Namensänderungsprozess beteiligen. Die Studenten können so erstmals gegenüber dem Senat in einer geheimen Wahl ausdrücken, wie sie zum umstrittenen Namenspatron stehen.

Die Urabstimmung kann jetzt das Votum der Vollversammlung noch einmal verstärken. Wir als Initiative hoffen die sonst übliche Wahlbeteiligung der StuPa-Wahl durch die Urabstimmung von 10 Prozent auf 20 Prozent zu verdoppeln und auf eine klare Ablehnung des Namens von mindestens 60 Prozent. Die Initiative weiß, dass die Urabstimmung für den Senat juristisch nicht „verbindlich“ ist. Wir hoffen aber, dass der Senat dennoch das Votum der Studenten ernst nimmt.

  • Foto (CC): Carsten Schönebeck
  • Text (CC):  Teils aus diesem Artikel von Carsten Schönebeck

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