Verschiedne Textauszüge und Zitate von Ernst Moritz Arndt:
Reden und Glossen (Ernst-Moritz Arndt, Leipzig 1848):
„Juden und Judengenossen, getaufte und ungetaufte, arbeiten unermüdlich und auf allen äußersten radikalen Linken mitsitzend, an der Zersetzung und Auflösung dessen, worin uns Deutschen bisher unser menschliches und heiliges eingefasst schien, an der Auflösung jeder Vaterlandsliebe und Gottesfurcht… Horcht und schaut, wohin diese giftige Judenhumanität mit uns fahren würde, wenn wir nichts eigentümliches, deutsches dagegenzusetzen hätten…“.
Sonderbar diese Judenwut, die sich allenthalben so sehr zu der äußersten Linken, ja zu den rotmützigen Rotten und Banden hinwirft. Wahrlich diese Juden mögen sich wohl vorsehen, die deutschen Bauern nicht zu sehr aufzuregen: Diese könnten sich einmal mit neuem Hepp! Hepp! Auf ihre armen in Flecken und Dörfern wohnenden Glaubensgenossen werfen. (S.68)
Aber sie (die Juden) sind dadurch doch Zerfetzer und Zerstörer des edlsten Schatzes eines Volks, eines Schatzes unerschöpflicher und schätzbarer Güter, wenn es ihn zu Rate zu halte weiß. Sie sind Zerstörer der Vaterlandsliebe. (S. 71)
„Über den Volkshaß und über den Gebrauch einer fremden Sprache“ (1813):
„Es ist eine unumstößliche Wahrheit, dass alles, was Leben und Bestand haben soll, eine bestimmte Abneigung, einen Gegensatz, einen Hass haben muss; dass jedes Volk ebenso eine feste Liebe und einen festen Hass haben muss, wenn es nicht in gleichgültiger Nichtigkeit und Erbärmlichkeit vergehen und zuletzt mit Unterjochung endigen will. Ich könnte traurig hinweisen, wodurch die letzten Jahre über Deutschland gekommen sind. Wir liebten und erkannten das Eigene nicht mehr, sondern buhlten mit dem Fremden. (…)
So muß bei den Teutschen jetzt der Haß brennen gegen die Franzosen, denn sie haben sich der Kühnheit erfrecht, ein Volk unterjochen zu wollen, das stärker und mächtiger wäre als sie, wenn ihre Hinterlist nicht lange schon verstanden hätte, es zu entzweien und zu zerreissen.
Wir sollen die Franzosen nicht allein wegen dessen hassen, was sie uns in den letzten zwanzig Jahren Übels getan haben, nicht wegen der Greuel und Schanden allein, wodurch sie die letzten acht Jahre unsere Heilige Erde entheiligt haben und noch jede Stunde entheiligen, nein wir sollen sie hassen, weil sie schon über drei Jahrhunderte unsere Freiheit hinterlistig belauert haben, weil sie von Geschlecht zu Geschlecht rastlos und planmäßig gearbeitet haben, diese Freiheit zu untergraben, bis sie unter ihren letzten Banditenstreichen hingefallen ist.
Die Franzosen sind unsere mächtigsten und gefährlichsten Nachbarn und sie werden es bleiben, auch wenn die Hand des Verhängnisses den Giganten Napoleon und alle seine stolzen Entwürfe hingestreckt hat: sie können nie aufhören, unruhig, eitel, herrschsüchtig und treulos zu sein. [...]
Das ist das unvermeidliche Schicksal eines Volkes, das dem Fremden bis zur Vergessenheit das Eigenen, nachgebuhlt hat. Darin waren wir Teutsche gekommen, daß wir nicht wussten, wie viel unsere Väter wert waren und wie viel wir wert sein konnten. Das Unglück, worunter wir erliegen, hat uns zur Besinnung gebracht; wir fangen wenigstens an, nach den Wurzeln des Übels zu fragen.
Wenn der Haß gegen die bösen Nachbarn festigt ist, für lange Zeiten, dann erst wird uns recht klar werden, wie tief wir von den alten teutschen Ehren und Tugenden herabgesunken waren.
Dieser Haß wird uns wie ein heller Spiegel sein, worin wir unsere Herrlichkeit wie unser Verderber werden sehen können, dieser Haß wird uns und usern Enkeln und Urenkeln nach uns immer ein Aufrschüttler sein, daß wir uns im Glück und in der Sicherheit des Friedens nicht einschlafen können, dieser Haß wird uns grade durch die Verschiedenheit zeigen, was uns und unserem Gemüte gleich und gerecht ist, am hellsten wird er uns immer die Gefahr zeigen, wie sehr das Französische uns verderben, und wie gar nichts es uns geben kann.
Jedes Volk hat seine Tugenden und seine Gebrechen, ja, […] Aber es gibt Stufen und Grade, und ich schäme mich nicht, den Glauben zu bekennen, daß das teutsche Volk in der Weltgeschichte mehr bedeutet hat und mehr bedeuten wird, als das französische. […]
Im Allgemeinen ist die Frage töricht, welches Volk besser sei, der Engländer oder der Spanier, der Teutsche oder der Franzose, weil die Vergleichungen gewöhnlich einen lächerlichen Streit der Eitelkeit geben, so wie es töricht ist, wenn ich frage: Ist die Eiche besser als der Dornbussch, das Weilchen bessser als der Schierling, die Diestel als der Rosenbusch? Aber wie, wenn es den Disteln einfiele sich mit den edlen Kindern des Rosenbusches vermälen zu wollen? Sollte der Rosenbusch da seine Dornen nicht gebrauchen? Wie, wenn wir Teutschen der Rosenbusch wären, und die Franzosen die Disteln? Auf jeden Fall schadet uns das Vorurteil nicht, wir sehen es; wir wehren uns deshalb gegen die ungebührliche Vermischung mit dem Ungleichen!
Gerade die Vermischung mit dem Ungleichen – das ist der Tod der großen Tugend und die Geburt der Eitelkeit. Auch diejenigen Menschen werden nichtig, schwächlich, und eitel, welche sich nicht aus ihren eigenen Anlagen herausarbeiten wollen, sondern welchen es leichter bräucht, anderen nachzuahmen und sich in fremde Naturen gleichsam hineinzuleben. Ebenso ist es mit den Vökern.
Jedes Volk behalte das Seine und bilde es tüchtig aus, hüte sich aber vor aller Buhlerei mit dem Fremden, weil es die Tugenden der Fremden dadurch nicht gewinnen kann, die eigenen Tugenden aber schwächt und verdunkelt: Nur das Oberflächliche, Alberne und Eitle gewinnt man von dem Fremden.
Ich will denn denn Haß, festen und bleibenden Haß der Teutschen gegen die Franzosen und ihr Wesen, weil mir die jämmerliche Äfferei und Zwitterei missfällt, wodurch unsere Herrlichkeit entartet und verstümpert und unsere Macht und Ehre den Fremden als Raub hingeworfen ward; Ich will denn Haß, brennenden und blutigen Hass, weil die Fremden laut ausrufen, sie seien unsere Sieger und Herren von Rechtswegen, und weil wir das nicht leiden dürfen. Laß die Franzosen in Frankreich Franzosen sein, in Deutschland sollen sie es nicht sein; da müssen sie und ihre Anhänger und Evangelisten geächtet sein und als Hochverräter an dem Lande und Volke bestraft werden; da ist die einzige Menschlichkeit diejenigen zu vertilgen, welche das göttliche und menschliche Recht durchbrechen und sich frevelhafter Tyrannei anmaßen; da ist die einzige menschliche und christliche Pflicht, die Schade auszurotten, und den Frevel zu demütigen.
Ich will den Hass gegen die Franzosen, nicht bloß für diesen Krieg, ich will ihn für immer. Dann werden Deutschlands Grenzen auch ohne künstliche Wehren sicher sein, denn das Volk wird immer einen Vereinigungspunkt haben, sobald die unruhigen und räuberischen Nachbarn überlaufen wollen. Dieser Haß glühe als die Religion des deutschen Volkes, als ein heiliger Wahn in allen Herzen und erhalte uns immer in unsrer Treue, Redlichkeit und Tapferkeit. (…)
Dieser Haß mache Teutschland den Franzosen künftig ein unangenehmes Lande, wie England ihnen ein unangenehmes Land ist. Die beiden Völker haben beieinander nichts zu tun, die Franzosen haben ihnen selbst Landes genug, wir haben es auch bei uns.
Und auch die Künste und Wissenschaften gewinnen von einer Trennung, weil aus dem Gemischten und Wiedstrebenende nichts Hohes und Reines hervorgehen, sondern nur aus dem Einfachen und Übereinstimmenden, [...]
Gerade weil wir in der Mitte (Europas) liegen, strömen alle verschiedenen Völker Europens immer auf uns ein und suchen uns wegzudrängen. (…) Wir haben also mehr als alle anderen Völker Ursache, dass das Eigentümliche und Besondere, was uns als Deutsche auszeichnet, durch die Völkerflut und Geistesflut nicht weggespült und weggewaschen werde. (…)
(…) dass ich es mit einem Wort sage, damit der Deutsche der große geistige Spiegel der Welt bleiben könne, muss er seine Eigentümlichkeit nicht verschleifen noch vertändeln; er muss ein Deutscher bleiben.“
“Geist der Zeit 4. Teil” Leipzig o.Jg.:
Deutsche Art hat es wohl immer gegeben … [5.148]
Allein wo das Germanische war, im höchsten Norden, bis zu Norwegens Schneebergen und Islands öden Küsten, und im tiefsten Süden, in Hispanien und Italien, hat es jene Blüten einer neuen, jugendlichen, christlichen Welt hervorgelockt; andere Völker, zum Beispiel die Ungarn und Polen, haben wohl auch das römische Christentum empfangen und mit demselben schöne Sitte und Zucht, aber jene gewaltige Kraft in Tat, Kunst und Werk haben sie daraus weder saugen noch entwickeln können. Ich berufe mich hier auf die Geschichte. [1.12]
Das Stillwirkende, Stillsinnende und Stillbetrachtende, das Innige, Freundliche, Christliche, daß die Lehre des göttlichen Erlösers in sich aufnehmen und zur Gestalt der neuen Welt ausbilden konnte, das allgemein in dem Charakter und Gemüte der Germanen Liegende, ist oben schon angespielt und angedeutet als der große Urkeim, ohne welchen alle die Herrlichkeit nimmer hätte werden können. [1.14]
Und was ist der Haß, was ist denn Abneigung gegen ein fremdes Volk? Ihr wisset nicht, was Ihr scheltet. So ist die Beschränktheit des einzelnen Menschen und des ganzen Volkes, daß sie nicht alles dürfen, daß sie nicht alle Triebe, Kräfte, Gelüste, Fertigkeiten, Anlagen der ganzen Welt in sich tragen [...] dürfen. Wenn ich sage, ich hasse den französischen Leichtsinn, ich verschmähe die französische Zierlichkeit, mir mißfällt die französische Geschwätzigkeit und Flatterhaftigkeit, so spreche ich vielleicht einen Mangel aus, aber einen Mangel, der mir mit meinem ganzen Volke gemein ist. Ebenso kann ich sagen: Ich hasse den englischen Übermut, die englische Sprödigkeit, die englische Abgeschlossenheit. Diese gehaßten und verachteten und getadelten Eigenschaften sind an sich noch keine Laster, sie hängen bei den Völkern, die sie tragen, vielleicht mit großen Tugenden zusammen, die mir und meinem Volke fehlen. Darum lasst uns die Franzosen nur recht frisch hassen, lasst uns unsre Franzosen, die Entehrer und Verwüster unserer Kraft und Unschuld, nur noch frischer hassen, wo wir fühlen, dass sie unsere Tugend und Stärke verweichlichen und entnerven. [5.157]
Denn kein schlimmerer Krebs hat an uns genagt als dieser welsche, mit welchem Schwächlichkeit und Fratzereien und Zierereien aller Art zu uns gekommen sind. [5.162]
Mann sollte die Einfuhr der Juden aus der Fremde in Deutschland schlechterdings verbieten und hindern. [...] Die Juden als Juden passen nicht in diese Welt und in diese Staaten hinein, und darum will ich nicht, daß sie auf eine ungebührliche Weise in Deutschland vermehrt werden. Ich will es aber auch deswegen nicht, weil sie ein durchaus fremdes Volk sind und weil ich den germanischen Stamm so sehr als möglich von fremdartigen Bestandteilen rein zu erhalten wünsche. [...]
Ein gütiger und gerechter Herrscher fürchtet das Fremde und Entartete, welches durch unaufhörlichen Zufluß und Beimischung die reinen und herrlichen Keime seines edlen Volkes vergiften und verderben kann. Da nun aus allen Gegenden Europas die bedrängten Juden zu dem Mittelpunkt desselben, zu Deutschland, hinströmen und es mit ihrem Schmutz und ihrer Pest zu überschwemmen drohen, da diese verderbliche Überschwemmung vorzüglich von Osten her nämlich aus Polen droht, so ergeht das unwiderrufliche Gesetz, daß unter keinem Vorwande und mit keiner Ausnahme fremde Juden je in Deutschland aufgenommen werden dürfen, und wenn sie beweisen können, daß sie Millionenschätze bringen. [zitiert nach: "Weltgeschichte im Aufriß", Bd. 2, Verlag Diesterweg, Frankfurt/Main 1978, Seite 191]
Wenn dieses Brüderliche, Gemeinsame und Deutsche wieder in Dir atmet und glühet, deutsches Volk, dann muß auch Zorn und Rache in dir atmen und glühen, dann mußt du auch den heiligen und von Gott und Natur gebotenen Haß gegen deine Unterdrücker walten lassen; der Name Franzos muß ein Abscheu werden in deinen Grenzen, und ein Fluch, der von Kind auf Kindeskind erbt.
Hinweg mit dem mattherzigen Mitleid, mit der erbärmlichen und weinerlichen Halbheit, die sich den Teufel gefallen lässt und die Hölle anmutig findet. Geschieden werden das Fremde und Eigene auf ewige Zeit, geschieden werde das Französische und Deutsche, nicht durch Berge, nicht durch Ströme, nicht durch chinesische und kaukasische Mauern, nein, durch die unübersteigliche Mauer, die ein brennender Haß zwischen beiden Völkern aufführt! [a.a.O.]
Die Deutschen sind nicht durch fremde Völker verbastardet, sie sind keine Mischlinge geworden, sie sind mehr als viele andere Völker in ihrer angeborenen Reinheit geblieben und haben sich aus dieser Reinheit ihrer Art und Natur nach den stetigen Gesetzen der Zeit langsam und still entwickeln können; die glücklichen Deutschen sind ein ursprüngliches Volk…;
jedes Volk wird nur dadurch das Beste und Edelste werden und das Beste und Edelste hervorbringen können, daß es immer das Kräftigste und Schönste seines Stammes ausliest und mit eineinander zeugen läßt… Diese Theorie, die in der Regel gewiß Stich hält, sollte von den Gesetzgebern mehr ins Auge gefaßt werden. Sie haben mehr auf reines und gleiches Blut gesehen als wir.
Zitate nach Weltgeschichte im Aufriss, Bd. 2, Verlag Diesterweg, Frankfurt/Main:
Freundiger Tod fürs Vaterland
Wenn bei dem ersten Sturm Deutschland nicht wieder auseinanderfallen soll, wenn die Reichsfeinde nach einer oder zwei gewonnenen Schlachten vom Rhein nicht wieder bis Wien und Berlin ungestraft sollen marschieren dürfen, so muß uns eine geistige Kraft gegeben werden, ein Stolz auf eine edle Freiheit und eine Zuversicht auf Gesetz und Recht, welche die Menschen freudig in den heiligen Tod fürs Vaterland treibt. [2.57]
Der Pädagoge
War es nicht so, und ist es leider in vielen Häusern nicht noch so, daß der Sohn und die Tochter des Fürsten, Grafen und Freiherrn, sowie er den Windeln entsprang, und die ersten unvernehmlichen Naturlaute zu stammeln begann, von einem Franzosen oder einer Französin ergriffen ward, oft das loseste und leichteste Gesindel, das von dem eigenen Vaterlande ausgestoßen war, den groben und dummen Alemannen aber immer noch gut genug schien? Diese trieben acht bis zehn Jahre mit den armen Kindern ihr welsches Spiel und tauchten sie so lange in die französische Zierlichkeit unter, bis die rauhe, deutsche Rinde, womit sie oft schon zur Welt gekommen warn, ihnen abgeglättet deuchte. [5.164]
[...]so daß die Kraft und die Herrlichkeit, die in einem Fürsten- oder Grafensohn vielleicht einmal die Wonne und der Stolz des Vaterlandes geworden wäre, nun von Jugend auf zerknickt und gelähmt ward,
und daß häufig elende Kümmerlinge und Halblinge wurden, welche ihrem Wesen und Streben nach weder den Franzosen noch den Deutschen, ja oft gar keinem Volke angehörten. Ja ich sage es geradezu, den meisten wäre es tausendmal besser gewesen, wenn man sie statt dieser weltlichen Verzierlichung und Abglättung zu den Bauern aufs Land und zu den Köhlern und Förstern in den Wald geschickt hätte das Vieh hüten oder dem Wilde nachstellen lassen. [5.165]
Der erste große Anfang wäre die völlige Verbannung und Ächtung der französischen Sprache von den Höfen und aus den sogenannten vornehmen Zirkeln [5.172]
Ich habe wiederholt, [...] daß der Deutsche, welcher seiner Töchter in welscher Sprache unterweisen lasse, sie gleichsam zu Huren der Fremden bilde. Das könnte nun wörtlich verstanden werden, wobei die Angeklagten noch am besten wegkommen würden; aber das ist eben nicht nötig. Sondern es ist eine viel schlimmere Hurerei gemeint, als die mit den Leibern getrieben wird, es ist die Hurerei des Geistes gemeint, jene, die so oft in der Bibel angeführt wird, wovon es heißt: Und Israel sündigte und fiel ab und hurete mit den Kindern Ammon und Moab und Amalek und ihren Götzen, jene Hurerei, wo Babel die große Hure genannt wird. [5.174]
Denn ich sage es endlich – und die das Deutsche verstehen, verstehen auch meine Worte – schon in der welschen Sprache an sich , ist ein Lüge und Eitelkeit und ein Bewußtsein der Sünde und ein Mangel der Unschuld, welche den Isis-Schleier zu früh lüpfen, von welchem man wünschen sollte, daß er über den weiblichen Herzen ewig hängen bliebe. [5.178]
[...] die Sünde mit einem Halbschirm von Tugend und Anmut verzieren, wird unserer Sprache gottlob! tausendmal schwerer, als es der französischen ist. [5.179]
Ich möchte fest behaupten, daß in dem Bezirke zwischen dem Harz und der Weser und dem Rhein ein solcher Reichtum an Grundwörtern und Grundbildern der Sprache liegt, daß ich die Wurzeln der meisten germanischen Sprachen und gewiß ein gutes Drittel der griechischen Sprache dort wiedertreffen will. [7.212]
Über diese tiefen und verborgenen Dinge ließe sich wohl ein Tiefsinniges sagen und spielen. Es dürfte vielleicht nicht zu kühn sein, anzudeuten, daß eine Zeit kommen könnte, eine Stufe der Bildung und Entwicklung, wo die romanisierten Sprachen und andere ihnen ähnliche in Verzweiflung geraten müßten, für diese Zeit und für ihre Erscheinungen und Bilder die neuen Zeichen zu finden. [...] Wenn eine solche Zeit käme, könnte sich wohl begeben, daß die Germanen, welche ihr Uraltes rein erhalten und bewahrt haben, die Deutschen, Holländer, Schweden, Dänen, Norweger, im geistigen Reigentanz notwendig, die Vortänzer werden müßten. [7.197]

Oktober 20th, 2009 at 12:04
nach gut vier monaten laufzeit dieser seite (zumindest nach dem datum der blog-einträge zu urteilen) liest man hier immer noch arndt-zitate, die zum großen teil aus einem 26 jahre alten schulbuch abgeschrieben sind oder sogar aus einer “unbekannten quelle”. “asap” sieht anders aus.
in beinahe jedem beitrag pocht ihr auf die wissenschaftlichkeit eurer aussagen. damit man euch das glaubt, müsst ihr auch wissenschaftlich arbeiten. ich will nicht unterstellen, dass hier texte unter dem namen arndts zitiert werden, die dieser vielleicht gar nicht geschrieben hat – nur lässt sich das eben anhand eurer angaben nicht prüfen. es entsteht außerdem der eindruck, dass ihr, die ihr aus diesen aussagen weitreichende konsequenzen ableiten wollt, dies ebenfalls nicht geprüft habt.
[... Moderation: Deine Kritik ist in Ordnung, wir haben uns aber erlaubt hier zu kürzen...]
Oktober 22nd, 2009 at 03:33
Die Kritik ist gerechtfertigt. Danke für die Erinnerung.
Oktober 22nd, 2009 at 01:41
Wenn auch nicht vollständig und in ihrer Auswahl etwas subjektiv, findet sich eine erste Bibliografie hier:
http://www.uni-greifswald.de/informieren/ernst-mo…
Oktober 25th, 2009 at 19:33
"Dort sei „des Deutschen Vaterland”, „wo Zorn vertilgt den welschen Tand, wo jeder Franzmann heißet Feind”. […]"
Das ist des teutschen Vaterland?
Wo Zorn vertilgt den welchen Tand,
Wo jeder Franzmann heißet Feind
Wo jeder Deutsche heißet Freund,
Das soll es sein!
Das ganze Deutschland soll es sein!
8. Strophe von "Des Teutschen Vaterland" von Ernst Moritz Arndt, in: Gedichte von Ernst Moritz Arndt, Berlin 1860, S.235.
Dass der Initiative-ohne-Arndt diese Quelle unbekannt ist, erscheint mir sehr merkwürdig, da es eines der bedeutendsten Gedichte Arndts, zeitweise inoffizielle Hymne der Deutschen war und sogar auf der ZDF Serie "Die Deutschen" rezitiert wurde (wobei diese Strophe dort falsch zitiert und abgebrochen wurde- beim ZDF hieß es: Das ist des Deutschen Vaterland/ Wo jeder Deutsche heißet Freund, [Sprecher] Aber wehe dem nicht!).
Oktober 26th, 2009 at 13:47
Danke. Wir kennen den Text tatsächlich. Wie aber schon im Text steht, sind wir seit Erstellung dieser Seite (ein 48h-Kraftakt direkt nach der Vollversammlung) noch nicht zur Überarbeitung dieser Website gekommen.
Wir werden dies aber so schnell wie möglich nachholen, bitten aber auch um Verständnis, da wir alle Studenten sind. (Zielmarke ist Mitte November)
Oktober 27th, 2009 at 15:02
[Edit by Moderator... Bitte keine Provokation.]
euer studium in ehren, aber was genau dauert so lange daran, ein paar quellenangaben einzutragen? ich könnte mir u.a. diesen grund dafür denken: ihr habt die stellen “irgendwo” gelesen und müsst sie jetzt mühselig in einer werksausgabe ausfindig machen.
sollte das zutreffen, möchte ich nicht in eurer haut stecken, falls jetzt ein arndt-kenner schneller wäre als ihr und euch z.b. ein falschzitat beweisen würde.
November 17th, 2009 at 14:54
es ist kurios, zu sehen, woher die hier gegebenen zitate tatsächlich zunächst stammen und wie überaus unkritisch sie hier offenbar per copy&paste wiedergegeben werden. auf die wissenschaftliche unredlichkeit, arndt nach einem 20 jahre alten schulbuch für den geschichtsunterricht zu zitieren, habe ich ja schon hingewiesen. in der tat finden sich jedoch genau diese zitate mit exakt den gleichen quellenangaben (teils aus „geist der zeit“, teils eben aus besagtem schulbuch) auf der schon seit längerem bestehenden seite http://www.ernst-moritz-arndt.de/zitate.htm , die auch nicht gerade durch quellenkritik und eindeutigkeit der quellenbenennung zu glänzen weiß. es ist natürlich schon mal ein starkes stück, texte von so fragwürdiger herkunft als (wie ihr zu betonen nicht müde werdet: wissenschaftliche) diskussionsgrundlage zu nehmen. aber dass es sich hier auch noch ganz klar um eine zitatkompilation handelt, die ihr, offenbar ohne sie zu prüfen, einfach von einer anderen seite kopiert habt, und zwar auch noch ohne hinweis auf diese seite, finde ich schon recht heftig. überflüssig zu sagen, dass bereits die (von euch ebenfalls einfach kopierten) zwischenüberschriften („der pädagoge“ usw) interpretierenden und lenkenden charakter haben, also einer vorurteilsfreien lektüre höchst hinderlich sind.
für die drei zitate mit „unbekannter quelle“ dürftet ihr ebenfalls kaum ein buch aufgeschlagen haben: alle finden sich z.b. bei wikipedia oder in ZEIT-artikeln.
man könnte jetzt überspitzt fragen: über welchen arndt reden wir eigentlich?
[Edit Moderator: Kritik an Kommentar-Moderation bitte per E-Mail an uniohnearndt@googlemail.com]
November 19th, 2009 at 21:05
Lieber ralph,
a) Wie schon gesagt: Wir müssen die Zitate alle noch mal überprüfen. Wie Du aber selbst schon festgestellt hast, stammen die meisten von der Seite http://www.ernst-moritz-arndt.de. Diese Seite ist die Zusammenfassung einer Kommission an einer Schule, die immerhin zwei Jahre sich mit Arndt beschäftigt hat. Wir gehen davon aus, dass – obwohl es “nur” eine Schule war – die Zitate und Quellen stimmen. Trotzdem hast Du Recht: Wir werden die Zitate erneut checken.
b) Auf die Website http://www.ernst-moritz-arndt.de haben wir in zahlreichen Untertexten verwiesen. hier noch nicht. Danke für den richtigen Hinweis!
c) Spannend finde ich, dass Du in Deinem letzten Absatz schreibst, dass selbst diejenigen Zitate echt sind, die wir noch als “unbekannte” Quelle bezeichnet haben… Sie stimmen also offenbar ^^
Trotzdem: Wir nehmen Deine Kritik auf und werden asap die Zitate genauer belegen.
November 23rd, 2009 at 12:14
mit dem letzten punkt hast du mich gründlich missverstanden. ob die zitate "stimmen", kann ich nicht beurteilen (und auch sonst niemand, der nicht seinen arndt im schlaf auswendig weiß) . ich habe lediglich nachgeprüft, woher ihr sie wahrscheinlich genommen habt – da ja, wie die prüfung ergeben hat, die anderen zitate auch nicht auf eurer eigenen lektüre, sondern der anderer beruhen, lag der verdacht nahe, dass gerade die "unbekannte quelle"-zitate ebenfalls "von der grünen wiese" stammen. auf herkömmlichem weg habe ich diese zitate z.b. bei wikipedia wiedergefunden. da ihr keine quelle nennt, die zitierfähig wäre, gehe ich davon aus, dass ihr sie u.a. genau von da übernommen habt. texte vom "daten-komposthaufen" wikipedia als diskussionsgrundlage?
zu einer eurer faq ("Ich habe Arndt nicht gelesen! Wie soll ich entscheiden, wer Recht hat?") gebt ihr folgende antwort :"Wir können nicht erwarten, dass jeder Arndt liest. Dafür bleibt oft nicht die Zeit. Deshalb gibt es ja diese Seite, in der wir die Ergebnisse der Wissenschaft aufarbeiten." was soll ich, besonders im licht dieser "quellen", davon halten? wie soll ich als leser dieser seite den eindruck gewinnen, ich könnte mich auf die richtigkeit der hier präsentierten interpretationsergebnisse verlassen, wenn nicht mal klar ist, über welchen text wir eigentlich sprechen?
November 23rd, 2009 at 15:36
Lieber ralph,
Ich verstehe Deine Kritik völlig und habe ihr schon mehrfach Recht gegeben. Auf dieser Seite fehlen tatsächlich noch die korrekten Quellenangaben. Aber wie Du ebenfalls schon bemerkt hast, stimmen die Zitate offensichtlich.
Für uns hat die von dir hier zurecht kritisierte Seite jedoch nicht den höchsten Stellenwert. Wenn wir von “Ergebnisse der Wissenschaft” sprechen, meinen wir eben NICHT die Zitate von Arndt, sondern die Sekundärliteratur zu Arndt, die wir auf den zahlreichen anderen Seiten zitieren.
Deine Kritik aber nehmen wir uns zu Herzen. Wir werden die Zitatsammlung nun auf unserer internen Abarbeitungsliste höher einstufen. Evt. nehmen wir auch einfach alle Zitate, die zurzeit nicht korrekt belegen können einfach offline. Sie sind auch nicht das wichtigste für unsere Seite…
November 23rd, 2009 at 15:07
danke für deine schnelle antwort. nicht belegbare zitate zunächst herauszunehmen, bis man sie belegen kann, hatte ich an dieser stelle bereits zweimal selbst vorgeschlagen – beide male wurde dieser vorschlag als provokation angesehen und daher wegzensiert. ich bekomme hier öfter das gefühl, dass das jeweils antwortende "ohne-arndt-team"-mitglied stets nur den allerletzten post liest, nicht aber das schon vorher gesagte. schade.
ich habe NICHT "auch schon gemerkt, dass die zitate offensichtlich stimmen." wie sollte ich auch? ich kann es ja nicht prüfen.
November 24th, 2009 at 17:09
Wir kürzen nur Provokationen & Polemik, keine konstruktiven Vorschlägen.
Dezember 1st, 2009 at 14:18
Noch eine Anmerkung zu den Zitaten unter "Pädagoge".
Im 18. und 19. Jahrhundert gab es auf den deutschen Höfen einen regelrechten Frankreich-Hype. Man war erst dann ein richtiger deutscher Fürst/ eine richtige Fürstin, wenn man sich mit anderen deutschen FürstInnen auf französische unterhielt, um sich von den "Pöbeln" (also dem profanen Volk) abzusondern.
So lernten Kinder oftmals bereits schneller das Französische an den Höfen, als das Deutsche.
(falls Interesse an Belegen dafür besteht, kann ich hier keine Quellen vorweisen, ich "berufe" mich hier lediglich auf das, was der Germanist und Sprachkritiker Herr Prof. Dr. Schiewe über den Gebrauch des Französischen an Fürstenhöfen im Zusammenhang mit der Behandlung von Arndts "Über den Gebrauch einer Fremden Sprache" im Seminar "Sprachkritik im 19. Jahrhundert" sagte. Also solltet ihr euch bei Interesse an ihn wenden.)
Dezember 1st, 2009 at 14:19
Aus diesem Grund ist es durchaus nachvollziehbar und moralisch nicht verwerflich, dass Arndt zuerst das Französische (mal ganz von seiner Grundabneigung gegen Frankreich abgesehen) aus den Höfen gebannt wissen wollte. Außerdem spricht diese Tatsache auch dafür, dass sich Arndt gegen ständische Absonderung aussprach (was in diesem Fall für Arndt spräche). Es kommt also manchmal durchaus auch darauf an, aus welchem Blickwinkel Arndt betrachtet wird (und hier meine ich jetzt nicht politisch…).