Kategoriearchive: Pressemitteilung

Rückblick: Eine der größten sozialen Bewegung der Unigeschichte

Die Arndt-Debatte des Jahres 2009 hat im März mit der Entscheidung des Senats ein Ende gefunden. Wir wollen noch einmal auf eine der größten sozialen Bewegungen zurückschauen und uns bei allen Unterstützern bedanken. Das Thema wird vom alten „Uni ohne Arndt“ Team nicht weiter aktiv vorangetrieben. Ein Problem der Uni wird das Thema jedoch sicher auch in Zukunft bleiben. Es bleibt eine Leiche im Keller und eine große Belastung für das Image der Universität.

Für die Infografik bedanken wir uns bei Daniel Focke. Ihr könnt Euch die Infografik vergrößern, indem ihr sie anklickt. Mehr Details und Nachweise zu allen einzelnen Punkten haben wir in diesem und diesem Word-Dokument für Euch zusammengefasst. (Update August 2010: *Einige Unterstützer wurden aus Datenschutzgründen entfernt*)

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Bedauern und Sprachlosigkeit

Rund 60 Demonstranten feierten vor dem Senat für die Ablegung. Über 700 Mitglieder und Unterstützer sind nach einem Jahr Kampagne nun enttäuscht.

Mit Bedauern und Sprachlosigkeit nimmt die Initiative „Uni ohne Arndt“ das Abstimmungsergebnis der heutigen Senatsentscheidung zur Beibehaltung des Namens „Ernst Moritz Arndt“ zur Kenntnis. 14 Stimmen waren für die Umbenennung, 22 dagegen.

Bunt und weltoffen: Diese Message dran nicht zum Senat durch. Man entschied sich für Arndt.

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„Wir hätten uns ein klares Signal gegen das fremdenfeindliche Gedankengut Arndts gewünscht, zu dem sich der Senat leider nicht durchgerungen hat,“ sagt Sandra Schmidt, eine Studentin der Initiative, „erkennen aber an, dass viele Menschen in der Region eine andere Symbolik mit Arndt verbinden.“ „Wir hoffen, dass über die problematischen Aspekte des Namenspatrons nicht wieder ein Siegel der Verschwiegenheit verhängt wird, sondern dessen Schattenseiten von der Universität zukünftig aktiv kommuniziert werden“ so Sebastian Jabbusch aus der Initiative.

Darüber hinaus regt Uni ohne Arndt an, dass die Universitätsleitung sämtlichen Universitätsangehörigen die Möglichkeit eröffnet, sich durch entsprechende Briefköpfe,  Namensschilder und Abschlusszeugnisse ohne „Ernst Moritz Arndt“ von dessen Werk zu distanzieren.

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Senats-Kommission hört keine unabhängigen Arndt-Kritiker an

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Die Anhörung findet im Uni-Hauptgebäude statt

Bei der Anhörung der Universität Greifswald durch die Senats-Kommission soll anscheinend nur in eine Richtung geprüft werden. Denn die Liste der anzuhörenden Wissenschaftler enthält keine unabhängigen Arndt-Kritiker. Stattdessen hört sich die Kommission sogar selbst an.

Im Juni forderten 95 % der 1200 Studenten bei der größten Vollversammlung in der Geschichte der Universität die Ablegung des antisemitischen & rassistischen Namenspatrons „Ernst Moritz Arndt“, der der Universität 1933 durch Hermann Göring verliehen wurde.

Im Juli setzte der Senat der Hochschule dazu eine Kommission ein, die jedoch überwiegend mit Arndt-Befürwortern besetzt wurde. Nun führt diese Kommission eine erste „wissenschaftliche“ Anhörung durch. Doch diese verkommt zur Farce: „Die Liste der Angehörten enthält vor allem Arndt-Befürworter, die offenbar Stichworte liefern sollen, damit man Arndt behalten kann“, ist Martin Schubert, Pressesprecher der Initiative „Uni ohne Arndt.de“ enttäuscht: „Wie soll an dieser Universität je eine kritische Aufarbeitung über die Zeit des Dritten Reichs beginnen, wenn man sich nicht einmal traut ehrlich über den antisemitischen Namenspatron zu sprechen?“

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Im Folgenden: Alle Namen und Haltungen, sowie der genaue Termin.

Details nach dem Klick… Weiterlesen

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Positive Bilanz nach Arndt-Debatte

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Karla Thurm spricht für die Initiative "Uni ohne Arndt"

„Bei einer politischen Debatte gewinnen alle Teilnehmer“, das gilt sicher nicht nur für den Debattierclub generell, sondern insbesondere für den gestrigen Abend.

Die „Uni ohne Arndt“ Gruppe, hat sich gefreut, dass die Pro-Arndt Gruppe in ihrer Argumentation sehr sachlich geblieben ist. Weder hat man den Versuch unternommen Arndts Rassismus, noch seinen Antisemitismus in Frage zu stellen. Auch, dass Arndts monarchistische Einstellung nicht erneut als „Demokrat“ verkauft wurden, begrüßen wir.

Inhaltlich fehlten uns jedoch von der Pro-Arndt AG neue Impulse. Kirchenmusik, Lyrik von regionaler Bedeutung und eine Märchensammlung rechtfertigen aus unserer Sicht weiterhin keine Uni-Namensgebung, insbesondere nicht angesichts Arndts dominierenden negativen Seiten und der Tradition von 1933.

Zusammen mit Vertretern des Debattierclub wurde nach der Debatte die erstaunlich gut besuchte Veranstaltung mit einem Bier gefeiert.

Enttäuscht und entsetzt zeigten sich einige Vertreter der Initiative über die unsachlichen und teils sachfremden Debattenbeiträge aus einer Gruppe aus dem Publikum. Leider sahen die „Spielregeln“ des Debattierclubs keine Antwortmöglichkeiten vor, weshalb kein Dialog entstand. Man bekam jedoch auch das eindringliche Gefühl, dass hier kein Dialog gesucht wurde, sondern eher ein Forum, um seinen Frust loszuwerden. Mehr dazu hinter dem Klick…  Weiterlesen

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Arndt-Darstellung der Uni Greifswald ist verfälscht!

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Prof. Buchholz: Arndt-Darstellung ist defizitär und irreführend

Geschichtswissenschaftler Prof. Dr. Werner Buchholz hält die Schrift für „defizitär und irreführend“. Sogar ein Autor distanziert sich vom offiziellen Uni-Text. Forderungen der 1200-Studenten-Vollversammlung nach „kritischer Darstellung“ Arndts nicht erfüllt. Studenten-Initiative fordert Text sofort von der Homepage zu nehmen und neu schreiben zu lassen. Sorge um faire Durchführung der Urabstimmung. Unitext erinnert an Ethnopluralismus der „neuen Rechten“…

„Wir sind entsetzt“, fasst es Martin Schubert zusammen. Schubert ist Sprecher der Initiative „Uni ohne Arndt“, die sich an der Universität Greifswald für die Ablegung des antisemitischen Namenspatrons engagiert.

Grund: Das Rektorat verharmlost in seiner offiziellen Stellungnahme Arndts Rassismus und Antisemitismus. Es ist die erste Stellungnahme der Universität Greifswald seit der Namensverleihung 1933 durch Herman Göring. 17 Monate hatte die Universität gebraucht, um sie erarbeiten zulassen.

Mysteriös: Niemand möchte für den Text verantwortlich sein: Die Autoren fehlen unter dem Text. Auch auf Nachfrage verheimlicht die Pressestelle die Namen. Doch Texte ohne Autoren sind unüblich in der Wissenschaft. Wie die Initiative erfuhr: Der Grund für dieses dubiose Vorgehen der Universität ist, dass mindestens einer der Autoren den Text für einen derart schlechten „politischen Kompromiss“ hält, dass er dafür seinen guten Namen als Professor nicht hergeben wollte. Daraufhin veröffentlichte die Universität den Text einfach ohne Namen.

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1200 Studenten forderten einen kritischen Text über Arndt

Und der Professor (Name der Initiative bekannt) hat gute Gründe für seinen Rückzug: Die Universität versucht mit dem Text Arndts Rassenwahn hinter unauffälligen „Fachwörtern“ zu verstecken. Statt „rassische Reinheit“ spricht der Universitätstext vom „Erhalt kultureller und sprachlicher Besonderheiten“. Noch schlimmer: Eine deutliche Distanzierung von Rassismus und Antisemitismus fehlt völlig.

Prof. Buchholz hatte bereits im Juli zum Arndt Text der Uni eine (bisher unveröffentlichte) ausführliche Kritik geschrieben, die Sie jetzt hier im Detail als PDF-Datei lesen können. Eine Überarbeitung des Textes lehnt die Universität jedoch – so ihr Pressesprecher – weiterhin ab. Deshalb wenden wir uns nun an die Öffentlichkeit. Denn egal ob der Name der Uni bleibt oder nicht: Die Uni muss sich endlich ihr antisemitisches Erbe aus dem Dritten Reich eingestehen.

Wir fordern die Universität auf, unverzüglich die Namen der Autoren zu nennen oder die manipulative Arndt-Darstellung sofort zu löschen und neu schreiben zu lassen. Die Autoren sollten zu ihrem Text stehen können. Die Studenten hatten auf der Vollversammlung einen kritischen Text gefordert –  keine Schönfärbung für die PR.

„Der Umgang der Universität Greifswald mit ihrem Namenspatron ist ein geschichtspolitischer Skandal und zeigt wie sehr man auch heute bemüht ist, die Geschichte zu verdrängen“, sagt Martin Schubert: „Drei Worten fassen es zusammen: Verheimlichung, Schönfärbung und systematische Manipulation.“

Hier die ausführliche Pressemitteilung (PDF) und hier die von Prof. Buchholz erarbeitete Widerlegung der Uni-Arndt-Darstellung (PDF).

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Arndt war Antisemit: Eine Antwort

Gestern wurde in der Ostsee-Zeitung der Versuch unternommen, Zweifel daran zu schüren, dass Arndt vielleicht gar kein Antisemit gewesen sei. Wir haben 18 massive Fehler oder Fehlannahmen in dem Interview finden können. Hier unsere ausführliche Widerlegung dieser Thesen:

  1. Weite Teile des Interviews geben die Meinung Herrn Bachs wider. Man kann sich darüber wundern warum erneut die Meinung eines Arndt-Befürworters veröffentlicht wird, obwohl die wissenschaftlichen Argumente (und die darauf beruhende „Meinung“) gegen Arndt bis heute in der OZ keinen Eingang gefunden hat. Zu bewerten ist diese „Meinung“ von Bach jedoch nicht.
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  2. Die Behauptung Arndt sei kein Antisemit gewesen, halte ich bei allem Respekt für skandalös. Der Antisemitismus setzt dort ein, wo Deutsche jüdischen Glaubens (Vor dem Holocaust die drittgrößten Konfession in Deutschland) nicht mehr als Deutsche begriffen werden, sondern als Rasse betrachtet werden. Arndt hielt „Deutsche“, „Polen“ und „Juden“ als drei von einander unabhängige Völker. Selbst wenn man von seinen unerträglichen Tier- und Ungeziefer-Metaphern absähe: Arndt warnte davor, dass die Deutschen „verbastardisiert“ würden, wenn sie ihr Blut mit dem der Juden „vermischten“. Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie als Lutheraner, Reformierte oder Katholiken nicht als Glaubensgemeinschaft, sondern als Rasse bezeichnet und dann schmutzig diffamiert werden würden?
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    Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen aber sprechen seit Jahren ganz klar von Arndt als einem modernen Antisemiten. Wenn die Universität und die Stadt sich nicht mal das eingestehen kann, ist das Problem wahrlich größer, als ich bisher angenommen hatte.
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  3. Massenmörder Napoleon: Es ist weder wissenschaftlich seriös, noch in der Wissenschaft überhaupt üblich, Feldherren, und seien unter ihrem Oberkommando noch so viele Soldaten ge fallen (z. B. Friedrich der Große, Karl XII., Tilly, Pyrrhus, Bismarck, Hinden burg, Rommel usw.) als „Massenmörder“ zu bezeichnen und siedamit den Betreibern der deutschen Vernichtungslager während des Zweiten Weltkrieges gleichzusetzen.

    // Alle 16 Argumente gibt es nach dem Klick // Weiterlesen
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Presseerklärung: StuPa legt Namen ab!

Tiefgreifende Entscheidung:
Greifswalder Studierendenschaft legt Namenspatron „Ernst-Moritz Arndt“ ab

Gestern Nacht tagte das Studierendenparlament (StuPa) der Universität Greifswald bis tief in die Nacht zum Thema „Ernst-Moritz Arndt“. Die Debatte um den Namen kam auf die Tagesordnung, nachdem sich bei der Vollversammlung am 17. Juni über 1200 Studenten mit einem deutlichen Votum gegen den rassistischen und antisemitischen Namenspatron „Ernst-Moritz Arndt“ ausgesprochen hatten.

Die ganze Pressemitteilung hinter dem Klick: Weiterlesen

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