Ließ sich Hitler von Arndt inspirieren?

Ein Leser unseres Blogs wies uns vor kurzem darauf hin, dass wir einmal in T. W. Ryback Werk „Hitlers Bücher“ schauen sollen. Demnach ist Hitlers ältestes noch vorhandenes Militärbuch von Ernst Moritz Arndt.

Und dies ein „111 Seiten langer Aufruf zum militanten Nationalismus aus dem Jahr 1815 mit dem Titel ‚Katechismus für den deutschen Krieg- und Wehrmann‘, worin gelehrt wird, wie ein christlicher Wehrmann seyn und mit Gott in den Streit gehen soll“. Pikant: Hitlers Ausgabe soll laut Ryback eine persönlichen Widmung von Arndts Urenkelin beinhalten (vergleiche  T. W. Ryback, Hitlers Bücher, S. 234).

Laut dem Historiker und Autor Ron Rosenbaum gewähre „Hitlers Bücher“ einen Einblick in das Denken Hitlers, seine Besessenheiten und seine Entwicklung. Unser Leser glaubt, dass diese Tatsache auch ein neues Licht auf die Namensverleihung 1933 der Universität Greifswald werfe. Leider konnten wir selbst noch keinen Blick in das Buch werfen, freuen uns aber über Eure Einschätzung.

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7 Antworten auf “Ließ sich Hitler von Arndt inspirieren?

  1. ret_marut

    Aus meiner Sicht hat es wenig Aussagekraft, was jemand im Bücherschrank stehen hat. Die viel entscheidendere Frage ist ja stets: Was davon hat diese Person eigentlich auch gelesen. Mensch möge mal in die eigenen Bücherregale schauen und kritisch hinterfragen, was davon denn wirklich gelesen wurde, was noch zu lesen ist und was schlicht als Staubfänger dort lagert.

    In der Süddeutschen gab es zu dem Thema auch einen Artikel:http://www.sueddeutsche.de/politik/404/314304/tex

    ebenso in der ZEIT:http://www.zeit.de/2010/12/P-Ryback

  2. 007testbild007

    „Der Mensch soll gehorchen mit Freiheit und das Rechte tun, weil es seinem Herzen gefällt. Und es sind viele Laster schändlich zu nennen, doch das Schändlichste von allen ist ein knechtischer Sinn. Denn wer die Freiheit verlor, der verlor jede Tugend, und dem zerbrochenen Mut hängen die Schanden sich an. Wer mit hündischen Sinn das Rechte verschweiget, der umschleicht mit dem Unrecht bald auch das Recht.“

    – Katechismus, S. 8-

    Denn der Krieg ist ein Übel und die Gewalt ist das größte Übel.“

    – Katechismus, S. 32

    Herr Jabbusch kanns nicht lassen. Anscheinend sind die Argumente restlos erschöpft wenn selbst die Mitglieder der Initiative klarstellen, dass Arndt nichts dafür kann in wessen Schrank er steht… 🙂

    Ich halte es für eine faschistische Denkweise jemanden nach dem Inhalt seines Bücherschrankes zu bewerten…
    Es grenzt an faschistischen Grössenwahn einen Autor danach zu bewerten in wessen Schrank seine Bücher stehen…

    Über den Namen unserer Universität: "Ernst-Moritz-Arndt" werden wir auch nach der Lektüre nichts neues erfahren…
    Wie die Initiative versucht Arndt mit Hitler zu verbinden und so vom Thema
    wegführt kann man wieder ganz deutlich erkennen…

    1. ret_marut

      @ 007testbild007:
      "Ich halte es für eine faschistische Denkweise jemanden nach dem Inhalt seines Bücherschrankes zu bewerten…
      Es grenzt an faschistischen Grössenwahn einen Autor danach zu bewerten in wessen Schrank seine Bücher stehen… "

      Ich schätze, Dir fehlt schlicht jegliche Faschismustheorie, deswegen die inflationäre und ziemlich hirnrissige Verwendung des Begriffes Deinerseits. Dagegen kann aber Abhilfe geschaffen werden: Ich empfehle, die Lektüre bekannter Faschismus-Definitionen von Kurt Gossweiler, Reinhard Kühnl, Georgi Dimitroff, Otto Bauer oder August Thalheimer.

      Sowohl Arndt als auch Hitler, das dürfte wohl unstreitig sein, hingen einem völkischen deutschen Nationalismus an und den daraus abgeleiteten rassistischen wie auch antisemitischen Stereotypen. Kein Wunder also, daß bei Hitler und Co. im Bücherregal auch Schriften von Ernst Moritz Arndt auftauchen, schließlich gibt es ideologisch ja enge Übereinstimmungen.

      1. 007testbild007

        Unsere Universität darf nicht den Namen Ernst Moritz tragen weil seine Bücher bei Hitler im Regal standen..? Könnte das ausgegliche werden wenn wir Werke von Arndt in der Bibliothek des Papstes entdecken? Oder wird Eure Initiative das wieder gegen Arndt auslegen?
        Hitler, Hitler, Hitler -> Da muss ich an den trotzigen S. Jabbusch denken wie er bei der Veranstaltung im Debattierclub ständig Hitler dazwischen gerufen hat. Wie gesagt ich hänge nicht an Arndt wegen Arndt oder anderer Traditionen. Wenn Eure Kampagne nicht so gewesen wär wie sie war, wer weiss, vielleicht hätten mich Sachargumente erreicht. Dieses Hitler blaba hat mich den Kern der Initiative schnell durchschauen lassen.

        Wenn Du weiter versuchst Zusammenhänge zwischen Hitlers Lebenswerk und seinem Bücherregal
        zu konstruieren lies doch vorher mal durch was in Deinen Links oben steht. Hab DIr mal das wichtigste rauskopiert weils mir solchen Spas macht 😉

        ""Die Hitler-Bibliothek hält keine Überraschungen parat in Bezug auf Hitlers Weltanschauung", schreiben Gassert und Mattern trocken, sie spiegele nicht sein intellektuelles Interesse wider. Aber dies: Die Sammlung ist ein Zeugnis des Führerkults, der nationalsozialistischen Parteigeschichte, des sozio-kulturellen Umfelds Hitlers – denn die meisten Bücher sind Gaben "an den geliebten Führer", den "Retter und Führer", den "Schöpfer des Dritten Reiches", sie sind "dem Befreier der Ostmark" zugeneigt "in gültiger Treue", "in herzlicher Verehrung" oder "in tiefer Ehrfurcht". Hitler erwähnte gerne seine Lesewut – wahrscheinlich haben sich die Menschen Zugang mit den Geschenken erhofft."

        1. ret_marut

          "Wenn Eure Kampagne nicht so gewesen wär wie sie war, wer weiss, vielleicht hätten mich Sachargumente erreicht. " – Das bezweifle ich. Bisher bist Du immer ziemlich argumentresistent aufgetreten.
          Dazu kommt, daß Du offenbar auch nicht gewillt bist, Texte gründlich zu lesen. Anders läßt sich Deine an mich gerichtete Aussage "Wenn Du weiter versuchst Zusammenhänge zwischen Hitlers Lebenswerk und seinem Bücherregal zu konstruieren lies doch vorher mal durch was in Deinen Links oben steht." nicht deuten. Meine Grundaussage in dieser Sache lautete nämlich: "Aus meiner Sicht hat es wenig Aussagekraft, was jemand im Bücherschrank stehen hat." Außerdem kannst Du Dir sicher sein, daß ich Quellen vor dem Verlinken lese.

          Daß Hitler wie auch Arndt einem völkisch-deutschen Nationalismus, einem tiefsitzenden Antisemitismus und rassistischem Gedankengut anhingen, wirst Du doch sicher nicht ernsthaft bestreiten wollen.

          1. 007testbild007

            ich möchte goarnix bestreiten… Schon gar nicht den guten Namen unserer ehrwürdigen Universität Ernst Moritz Arndt… 🙂

            Wir beide haben anscheinend eine andere Wahrnehmung… das will ich nicht werten aber

            entweder:
            "Kein Wunder also, daß bei Hitler und Co. im Bücherregal auch Schriften von Ernst Moritz Arndt auftauchen, schließlich gibt es ideologisch ja enge Übereinstimmungen. "

            oder:
            "Aus meiner Sicht hat es wenig Aussagekraft, was jemand im Bücherschrank stehen hat."

            Da gibt es für meinen Teil schon einen Widerspruch… Aber egal 🙂
            kennste den Twitter Account hier:http://twitter.com/Der_Fuehrer

            lach einfach mal Jan, das macht das Leben leichter 🙂

          2. ret_marut

            "lach einfach mal Jan, das macht das Leben leichter :)" – Mach ich doch immer, wenn ich Deine abseitigen Kommentare lese. 🙂

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