Was kann München, was die Uni nicht kann?

Von Bayern kann man vielleicht doch noch etwas lernen: Die Stadt München hat die „Meiserstraße“ in „Katharina-von-Bora-Straße“ umbenannt. Während den Münchenern schon „antisemitische Äußerungen“ reichten, wird an der Uni Greifswald seit nun mehr als 20 Jahren über Arndts Antisemitismus, völkischen Nationalismus, Rassismus und Volkshass „abgewägt“.  Eine solche Debatte gibt auch bei den Petersen-Schulen kaum, die zurzeit in ganz Deutschland umbenannt werden, nachdem antisemitische Äußerungen von Petersen zu Tage kamen (wir berichteten).

Dabei wurde auch in München die Umbenennung bekämpft. So zum Beispiel vom Enkel des früheren Landesbischofs. Doch die Stadt blieb konsequent, obwohl sie von den Erben wegen angeblicher „Rufschädigung“ vor Gericht gezerrt wurde.

Kaum überraschend gewann die Stadt jedoch. Die Argumentation des Gerichtes: Die Ablegung des Namens ist keine Rufschädigung. Das würden wir den Senatoren der Universität Greifswald gerne auch in die Bücher schreiben.

Wer noch Zweifel an Arndts Antisemitismus hat, kann sich hier informieren oder ihn hier selbst nachlesen.

Anmerkung: Bevor es wieder zu Unterstellungen kommt: Nein – wir wollen keine Arndt-Straßen umbenennen. Wir haben auch keine Position zu Herrn Meisen selbst. Wenn jedoch schon Straßen wegen „antisemitischen Äußerungen“ umbenannt werden, sollte man Universitäten – wo der Name ja auch noch eine Vorbildfunktion hat – erst Recht umbenennen. Zumal Arndt ja weit mehr Verbrechen beging als nur „ein paar antisemitische Äußerungen“ von sich zu geben.

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3 Antworten auf “Was kann München, was die Uni nicht kann?

    1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

      Oh – Du irrst. Wir sind eigentlich frohen Mutes, dass die Umbenennung erfolgt. Alles andere wäre wohl eine große Blamage für die Universität.

      Richtig ist, dass wir nur für die Umbenennung der Universität Greifswald kämpfen und uns nicht in Diskussionen über Schulumbenennungen von Arndt-Schulen (wie etwa jetzt in München) einmischen wollen. Keinesfalls aber haben wir bisher irgendwelche Vergleiche gescheut. Im Gegenteil. So haben wir zum Beispiel auch schon vor längerem auf das positive Beispiel der Umbenennungen der Petersen-Schulen verwiesen, siehe hier:

      http://www.uni-ohne-arndt.de/uniohnearndt/2009/12/peter-petersen/

  1. AufgeklärterDemokrat

    Übrigens gab es in meiner Heimatstadt Verden (Aller) auch mal eine Namensdebatte.
    Der „Von Einem Platz“, ein ehemaliger Paradeplatz des Preußischen Militärs wurde 1990 in „Anita Augspurg Platz“ umbenannt.
    Warum?

    „Von Einem“ siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_von_Einem
    Von Einem war preußischer General und Kriegsminister und Heerführer im Ersten Weltkrieg. Er galt wegen kritischer Äußerungen in seinen Erinnerungen als Steigbügelhalter des Nationalsozialismus. 1933 benannte man den Paradeplatz nach ihm.

    „Anita Augspurg“ siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Anita_Augspurg
    Anita Augspurg hingegen war Frauenrechtlerin und Pazifistin. Sie war die erste promovierte Juristin des Deutschen Kaiserreichs. Sie beantragte persönlich schon 1923 !!!!! die Ausweisung von Adolf Hitler !!!!!! wegen Volksverhetzung beim bayerischen Innenministerium!!! Ihr Besitz wurde beschlagnahmt und ihre Aufzeichnungen gingen verloren. 1933 stand sie auf der Liste der zu liquidierenden Personen und musste ins schweizer Exil flüchten.

    Es gab 1990 eine emotionale Namensdebatte mit knapper Entscheidung für einen Namenaustausch. Man wollte dieser wichtigen Persönlichkeit der Stadt einen prominenten Platz einräumen. Die Debatte war, wie leider hier auch, sehr in „politische“ Lager aufgeteilt.

    Ich möchte noch was zu der Debatte in Greifswald sagen. Es wird kritisiert, dass der Herr Jabusch sich zu sehr ins Rampenlicht stellt und nur Aufmerksamkeit erhaschen möchte. Es ist ein Fünkchen Wahrheit daran. Aber es ist eigentlich normal, dass ein Initiator einer großen Kampagne automatisch berühmt wird.
    Ich habe vielmehr das Gefühl, dass bei vielen Kritiker manchmal der Neid mitschwingt. Es mutiert zu einer Provinzposse, wenn das legitime Aufmerksamkeitsmittel manchmal nur tiefergelegte Autos und nicht progressive und intelektuelle Auseinandersetzungen sind. Sorry das war jetzt recht herb, aber das musste ich mal rauslassen.

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