Kommentar zur Senats-Entscheidung von Prof. Klüter: „Der rechte Ungeist“

Folgender Kommentar erreichte unsere Redaktion:

„Gestern hat der Senat der Universität Greifswald beschlossen, für die Universität den Namen Ernst Moritz Arndts beizubehalten. Er hat damit gezeigt, dass dessen Gedankengut – ungeachtet seiner rechtsradikalen Äußerungen – an einer deutschen Hochschule auch 2010 noch „senatsfähig“ ist. Es wurde deutlich, dass es Unterstützung dafür nicht nur in irgendwelchen abgelegenen Dörfern Ostvorpommerns oder des Uecker-Randow-Kreises, sondern auch an einigen Universitätseinrichtungen gibt – vor allem an der theologischen und an der juristischen Fakultät. Es scheinen also jene Fachgebiete betroffen, die in einer demokratischen Gesellschaft für Hoffnung und positive Normensetzung zuständig sein sollten. Mit Ernst Moritz Arndt hat man sich zu einer Gallionsfigur bekannt, die – als Hochschullehrer nach seiner Rehabilitation 1840 – Hass auf Menschen anderer Nationen gepredigt und zur Erreichung dieser Ziele in Vorlesungen dazu ermutigt hat, Recht zu brechen. Der Senat hat sich mit seinem Votum von 2010 in die Tradition eines Beschlusses zur Annahme jenes Namens von 1933 gestellt.

Heute wie damals gilt, dass ein Senat zwar ein hochschulpolitisches Gremium ist, aber nicht über wissenschaftliche Wahrheit befinden kann. An der Tatsache, dass Ernst Moritz Arndt und seine Ideen für eine nationenübergreifende, europäisch orientierte Humangeographie und andere Wissenschaften untragbar sind, kann ein Senatsbeschluss für oder gegen einen Universitätsnamen nichts ändern.

Bedenklich ist, dass sich einige Senatsmitglieder über diese Untragbarkeit hinweggesetzt haben. Bedenklich ist, dass sie sich – wie wohl schon 1933 – dem Diktat der Straße gebeugt haben. Sprachrohr wurde die Ostsee-Zeitung, deren Führung das Blatt wie schon zu DDR-Zeiten als Monopolorgan in der Region agieren ließ. Mit der Auswahl ihrer Leserbriefe und vielen, meist unqualifizierten, parteiischen Beiträgen hat sie Politik für den alten Völkerhasser gemacht. Die Mehrzahl der Senatsmitglieder zeigte sich folgsam und behandelte bei ihrer Namensentscheidung die Universität so, als ginge es um einen rechtsnationalen Schützenverein. Das führt zur Frage, ob eine Körperschaft des öffentlichen Rechts sich den Namen einer Person geben bzw. seine Weiterführung ermöglichen darf, die eindeutig verfassungsfeindliche Wertungen, Informationen und Ziele vertreten und propagiert hat. Wenn die Körperschaft – wie im fraglichen Fall – eine Hochschule mit öffentlichem Bildungsauftrag ist, sollte die Rechtsaufsicht bei der Prüfung die dem Auftrag entsprechenden Maßstäbe anlegen.

Innerhalb und außerhalb der Region gab es genügend Stimmen, die mahnten, nicht nur die Zeitung, sondern lieber Arndt im unzensierten Original zu lesen, bevor man eine Meinung über ihn äußert. Allerdings wurde die Auswahl des zur Verfügung gestellten Materials regionalen Akteuren drastisch beschränkt: Weder die Universität noch die Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft, noch die Ostsee-Zeitung wagten es, Arndts Vermächtnis, seine nach1840 erschienenen großen Monographien, ins Internet zu stellen (z. B. Versuch in vergleichender Völkergeschichte, Pro populo Germanico) oder die programmatischen Sätze daraus zu drucken. Es sind überwiegend amerikanische Hochschulen und „books.google.com“, bei denen man Arndt unzensiert nachlesen kann. So haben EMA-Universität und EMA-Gesellschaft eher Anti-Aufklärung betrieben. Mit Erfolg.

Die Auswirkungen für Region und Universität werden katastrophal sein. Gerade muss die Region sich gegen die perversen Fantasien verteidigen, die aufgrund des Fernsehfilms „Die Grenze“ aufgeflammt sind. Darin geht es unter anderem um eine politische Abspaltung der Region vor dem Hintergrund einer Auseinandersetzung mit dem Rechtsradikalismus. Nun können die Filmemacher sich damit rechtfertigen, dass das Thema nicht so weit hergeholt sein kann, wenn im Jahre 2010 ein Gremium der vorpommerschen Universität einen fragwürdigen Nazi-Beschluss von 1933 nachträglich noch einmal bestätigt. Das ist übrigens eine Idee, auf die selbst sie, jene Filmemacher, nicht gekommen sind. Also: Hut ab vor dem Senat der Universität Greifswald!“

Prof. Klüter hatte sich u.a. hier auf über 30 Seiten das gefährliche Gedankengut von Ernst Moritz Arndt nachgezeichnet.

(Dieser Artikel wurde am 23. März geringfügig überarbeitet.)

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69 Antworten auf “Kommentar zur Senats-Entscheidung von Prof. Klüter: „Der rechte Ungeist“

  1. Manfred Peters

    Ich finde im Beitrag nur die altbekannten Vorwürfe von Prof. Klüter.
    Worin liegt die im Titel angkündigte „Entscheidung von Prof. Klüter“?
    Bitte klärt den tumben Toren aus Mecklenburg in Vorpommen auf!

      1. Manfred Peters

        Danke schön,
        das war eine Frage, kein Kommentar, wie an dem Fragezeichen eindeutig zu erkennen!
        Wenn diese schon von Euch als Provokation bewertet wird, solltet Ihr den Blog schließen oder nur zur Selbstbefriedigung angemeldeter, genehmer Nutzer verwenden.
        Das würde mir persönlich Leid tun, denn dann wäre es sicher schwieriger an so außergewöhnliche Dokumente, wie das hier vorgestellten Elaborat zu kommen.
        Frau Dr. Schneikart könnte Euch doch bei der Bildung einfacher und logisch eindeutiger Sätze helfen. Damit hätte sie ein wenig Entspannung von Ihrer nervenaufreibenden OZ-Kritik.
        http://jabbusch.tose.de/uniohnearndt/2009/11/disk

        Wer sich zur vernichtenden Kritik gegen andere berufen fühlt, sollte aber wenigstens einfache Regeln der Satzsemantik beherrschen.
        Hier schon mal ein Vorschlag von mir, wenn nicht die Verwendung eines einfachen Kommas hinter „Entscheidung“ das Mittel der Wahl wäre: „Prof. Klüter kommentiert Entscheidung des Senats“

      2. Manfred Peters

        Danke schön,
        das war eine Frage, kein Kommentar, wie an dem Fragezeichen eindeutig zu erkennen!
        Wenn diese schon von Euch als Provokation bewertet wird, solltet Ihr den Blog schließen oder nur zur Selbstbefriedigung angemeldeter, genehmer Nutzer verwenden.
        Das würde mir persönlich Leid tun, denn dann wäre es sicher schwieriger an so außergewöhnliche Dokumente, wie das hier vorgestellten Elaborat zu kommen.
        Frau Dr. Schneikart könnte Euch doch bei der Bildung einfacher und logisch eindeutiger Sätze helfen. Damit hätte sie ein wenig Entspannung von Ihrer nervenaufreibenden OZ-Kritik.
        http://jabbusch.tose.de/uniohnearndt/2009/11/disk

        Wer sich zur vernichtenden Kritik gegen andere berufen fühlt, sollte aber wenigstens einfache Regeln der Satzsemantik beherrschen.
        Hier schon mal ein Vorschlag von mir, wenn nicht die Verwendung eines einfachen Kommas hinter „Entscheidung“ das Mittel der Wahl wäre: „Prof. Klüter kommentiert Entscheidung des Senats“

        1. Mehmet

          Lassen sie es doch einfach gut sein, Herr Peters. Ihr Gewäsch interessiert niemanden, ihre Provoktionen laufen ins Leere und inhaltlich hatten Sie noch nie etwas großartiges beizutragen. Haben Sie keine Freunde/ Familie, die Sie mit ihrer Schulmeister- Tour belästigen können?

  2. Hotzenplotz

    Immerhin haben sich 14 Senatoren gegen Arndt ausgesprochen. Mit diesem Stimmen ist immerhin ein Zeichen gesetzt. Greifswald mag Arndt behalten haben. Beschädigt ist die angeblich lupenreine Weste Arndt nun aber endgültig.

  3. Marco_Wagner

    "Es wurde deutlich, dass das entsprechende Sympathisantentum nicht nur in irgendwelchen abgelegenen Dörfern Ostvorpommerns oder des Uecker-Randow-Kreises, sondern auch an einigen Universitätsinstituten zu finden ist. Es erschüttert, dass solche Nester an der theologischen und an der juristischen Fakultät zu vermutet werden. Es scheinen also jene Fachgebiete betroffen, die in einer demokratischen Gesellschaft für positive Normensetzung und Hoffnung zuständig sein sollten."

    Nur zur erweiterten Info: OVP und der Landkreis Uecker-Randow sind die Landkreise, in denen die NPD am stärksten ist. Es ist davon auszugehen, dass Herr Professor Klüter daher ganz bewusst diese Landkreise genannt hat, um Arndt-Befürworter das Anhängen nationalsozialistischen Gedankenguts zu unterstellen.
    Dagegen muss ich mich verwahren! Nahezu alle Arndt-Befürworter (außer Nazis) haben sich innerhalb ihrer Argumentation von den juden- und fremdenfeindlichen Äußerungen Arndts distanziert und damit mehr als oft genug gezeigt, dass sie nicht im geringsten rechtsextremistischem Gedankengut anhängen oder es gutheißen.

    Aber Diffamierungen ist man ja von Herrn Professor Klüter mittlerweile gewöhnt…

    1. Hannes

      Diffamierungen? Wo diffamiert Herr Klüter denn? Sein Kommentar spiegelt die traurige Realität! Marco, ich glaube langsam, die pro- Arndt- Gruppe hat sich etwas sehr auf dieses „Ja, Ja, wir sind alles Nazis“- Argument festgefahren. 40% der Befürworter, die am Mittwoch auf der Mahnwache waren, sind Mitglieder rechtsextremer Burschenschaften bzw. der hiesigen Kameradschaft gewesen. Das solltet ihr vielleicht mal anerkennen, wenn ihr euch schon nicht distanzieren wollt. Widerlich, dieser Schulterschluss!

      1. Marco_Wagner

        Wo Herr Klüter diffamiert?
        Er sagt durch die Blume, dass die Senatoren der Theologischen und Juristischen Fakultät Nazis toll finden.

        Was die Burschenschafter angeht: Nicht jeder Burschenschafter ist ein Nazi. Umgekehrt wird auch kein Schuh draus.

        Zu den Nazis: Siehe meine Kommentare unter dem entsprechenden Morgaens.
        Und ich sage es hier der Vollständigkeit halber noch einmal:
        Ich war zur Mahnwache nicht anwesend.
        Die Mahnwache wurde offiziell vom RCDS angekündigt und organisiert. Da ich außer über die Arndt-AG mit dem RCDS nichts zu tun habe (schon alleine, weil die CDU nicht meine politische Heimat ist), sehe ich auch keinen Bedarf, mich in sämtliche Tätigkeiten des RCDS einzumischen. Die Organisation der Mahnwache und Werbung dafür oblag offiziell dem RCDS und nicht der Arndt-AG, auch wenn sie das ganze unterstützt hat. Auch wenn es fast gänzlich personelle Überschneidungen zwischen RCDS und Arndt-AG gab, sind beide Dinge trotzdem noch voneinander zu trennen.

      2. Marco_Wagner

        Zur Formulierung "Schulterschluss". Da ich das nicht nur bei dir gelesen habe, vermute ich, dass du das aus einem meiner letzten Kommentare hast.

        Dazu möchte ich nur sagen, dass ich im Nachhinein diese Formulierung äußerst misslungen finde. Da allerdings jedem mal misslungene Formulierungen rausrutschen, sollte man daraus nun auch keinen Staatsakt machen oder wenn man das Bedürfnis hat, etwas dazu zu sagen, ganz einfach mal nachfragen, ob das wirklich so bildlich gemeint ist.
        In dem entsprechenden Kommentar von mir wäre das Wort "Meinungsüberschneidung" deutlich passender gewesen (den Kommentar konnte ich nicht mehr verändern – wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich es noch getan – da bislang sich niemand über die Formulierung aufgeregt hat, ging ich davon aus, dass es eben auch nur als "unglückliche" Formulierung gewertet wurde und habe deshalb in keinem weiteren Kommentar korrigiert).

    2. Uni-ohne-Arndt Team Autor

      Wir finden es mutig, dass Herr Klüter trotz der Diffamierungen aus der Pro-Arndt Szene auf den politischen Hintergrund zahlreicher Arndt Anhänger hinweist. Dazu gehören Burschenschaften genauso wie die rechtsextreme Szene insgesamt. Das natürlich nicht jeder Arndt Anhänger Neonazi ist, ist auch klar.

      Klar ist aber auch, dass der Senat sich nicht „für“ Arndt ausgesprochen hat, sondern wahrscheinlich einfach vor Angst gegen die Umbenennung…

      1. Marco_Wagner

        Ihr macht es euch bei der Auseinandersetzung mit den Abstimmungsergebnissen viel zu einfach:
        Urabstimmung: Die Mehrheit wollte Arndt zwar weghaben, hat aber trotzdem für EMAU gestimmt, weil sie einen Patron haben wollte.
        Senatsabstimmung: a) Trotzentscheidung
        b) Angstentscheidung

        Nie, an keiner einzigen Stelle habt ihr mal überlegt, ob ihr in eurer Wahlpropaganda etwas falsch gemacht habt.
        Seht doch einfach ein, dass ihr mit euerm Projekt gescheitert seid und dass die Ursachen allein nicht den Greifswalder Bürgern oder den angeblich total verängstigten Senatoren unter die Schuhe zu schieben sind, sondern dass sie auch bei euch innerhalb der Initiative liegen.

        Wir sind auch nicht fehlerfrei. Ihr habt uns ja durchaus auch auf entsprechende Fehler hingewiesen.

          1. Marco_Wagner

            Mein Kommentar bezog sich auch auf folgenden Satz von Sebastian:

            "Klar ist aber auch, dass der Senat sich nicht \\"für\\" Arndt ausgesprochen hat, sondern wahrscheinlich einfach vor Angst gegen die Umbenennung…"

            und eigentlich geht das auch inhaltlich aus meinem Kommentar hervor…

        1. ret_marut

          Unsere Initiative Uni ohne Arndt hat einige Ziele erreicht, andere nicht. So ist das nun einmal bei gesellschaftlichen Kontroversen – mal ist mensch erfolgreich, mal nicht erfolgreich.
          Ob etwas erreicht wurde oder nicht, muß sich an den vorher erklärten Zielmarken messen lassen.
          Erreicht hat die Initiative u.a. folgendes:
          * Unterschriften (1.313, wenn ich es recht im Kopf habe) gesammelt für eine studentische Urabstimmung, die wir (gegen den Willen von AStA und StuPa) erkämpfen mußten
          * Beleuchtung des Wirkens und des Werkes Arndts in seiner Zeit sowie Infos zum Umgang mit Arndt nach dessen Tode; dies wurde, wie von uns als Ziel gesetzt, einer breiten (Uni-)Öffentlichkeit zugänglich gemacht
          * gleiches gilt für die Informationen zur Namensverleihung 1933 und den Ereignissen 1954, auch hier haben wir diese bis dato von der Uni-Leitung unter den Teppich gekehrten Informationen einer breiten (Uni-)Öffentlichkeit nahebringen können
          * klares und entschiedenes Eintreten gegen rechtsextreme und antisemitische Äußerungen aus dem Spektrum der Arndt-Befürworter_innen; das war ja auch die Grundlage für unsere Zusammenarbeit mit der Pro-Arndt AG, die von dieser aber leider immer mal wieder relativiert wurde (ich erinnere daran, daß ich das Thema zweimal auf unseren gemeinsamen Treffen ansprechen mußte, weil die Pro-Arndt AG da recht eigentümliche Aussagen von sich gab, z.B. nach dem Alumni-Vortrag von Thorben)
          * Durchführung von öffentlichen Lesungen und Diskussionsveranstaltungen zu Arndt, dazu begleitend dieser Initiativen-Blog
          * Publikation anläßlich der Urabstimmung
          * Erreichen einer Wahlbeteiligung von mind. 20% bei der Urabstimmung

          Was wir nicht erreicht haben:
          * mind. 60% Zustimmung bei der Urabstimmung (da lagen wir deutlich drunter) zwecks konkreter Einflußnahme auf die geplante Senatsentscheidung

          "Nie, an keiner einzigen Stelle habt ihr mal überlegt, ob ihr in eurer Wahlpropaganda etwas falsch gemacht habt. "
          – Du weißt sehr genau, daß das nicht stimmt. Eine entsprechende Diskussion und Fehleranalyse wurde innerhalb der Initiative natürlich geführt, das ist ein Prozeß, der begleitend während der gesamten Kampagne lief. Eine Kampagen ohne permanentes Controllung wäre ja auch ziemlich bescheuert, denn jede Kampagne kann verbessert werden und sollte aus den eigenen Schritten fortlaufend lernen.
          Daß die Urabstimmung ursächlich auf unsere "Wahlpropaganda" zurückzuführen sei, halte ich a) für monokausal und b) nicht haltbar, weil dabei die einzelnen Faktoren schlicht ausgeblendet werden. Die Studierenden, die bewußt an der Urabstimmung teilgenommen haben, sind ja auch kein blödes, fremdgeleitetes Stimmvieh, das durch "Propaganda" ferngesteuert wird, sondern die wissen schon sehr genau, warum sie wie abgestimmt haben. Was wir als Initiative geleistet haben, war die notwendige Zurverfügungstellung von kritischer Information und argumentativen Zusammenhängen, um sich entsprechend eine eigene Meinung zu bilden.

          Wir gingen und gehen offen und selbstkritisch mit Fehlern in der Kampagne um, das haben wir u.a. in den Webmoritz-Kommentaren, wo uns dergleichen in Ermangelung von inhaltlichen Argumenten regelmäßig aus dem arndtbewahrenden Lager "vorgehalten" wurde, getan. Daß unsere Fehleranalyse vielleicht anders aussieht als die Deine, billige ich Dir gerne zu. Nur solltest Du uns hier nicht "Fehler" ankreiden, die keine waren: Aus meiner Sicht war die konkrete Ja-Kampagne zur Abstimmung richtig und lief auch so ab, wie wir uns das vorgestellt hatten. Mit den geringen Kräften, die wir hatten, haben wir die ziemlich professionell, denke ich, um gesetzt. Was uns leider nicht gelungen ist, war die Präsenz in der naturwissenschaftlichen und medizinischen Fakultät auszubauen – das hängt aber auch damit zusammen, daß die meisten von unseren Initiativ-Mitgliedern eben aus anderen Fakultäten stammen.

          Um mal ein plastisches Beispiel zu nennen, wo ich ein echtes Manko der Kampagne sehe: Uni ohne Arndt hat sehr viel und sehr gut im Internet und mit neuen Medien gemacht, auch mit Lesungen/Diskussionsrunden/szenischen Veranstaltungen waren wir recht emsig, aber wir haben leider (bis auf die Broschüre zur Urabstimmung) keine regelmäßige Publikation herausgebracht (z.B. in Form einer Kampagnenzeitung). Eine Kampagnenzeitung hätte bewirkt, daß auch diejenigen, die nicht auf unsere Internetseite zugreifen, entsprechend Antworten auf ihre Fragen erhalten hätten. Denn nur die wenigsten der über 2.500 Studierenden, die an der Abstimmung teilnahmen, werden sich jemals unsere Internetseite angesehen, geschweige denn eine unserer Veranstaltungen besucht haben. – Ich finde das einen viel entscheidenderen Faktor als darüber zu sinnieren, ob unsere Plakate zu blau oder Sebastian in der Außendarstellung präsenter war als andere Mitglieder der Initiative.

    3. Peter_Madjarov

      Sorry Marco, aber ich glaube du ziehst hier eine Schlussfolgerung, die ihr Arndt-Befürworter gerne zieht umd gegen unseren vermeintlichen "Diffamierungen" zu wettern, die aber keineswegs zwingend sind: "Arndt-Befürworter gibt es nicht nur in UER/OVP (Verweis auf NPD), sondern auch an der Uni" bedeutet nicht, dass die eine Gruppe gleich der anderen ist. Wer sagt " Nicht nur A, sondern auch B finden Phänomen X gut", der sagt nicht "A und B denken (jenseits ihrer Einstellung zu X) gleich".

      Dann fragt ihr: "Wozu das Ganze? Das soll doch eine Gleichsetzung, sprich eine Diffamierung sein!"

      Nun, ich denke eher, es soll das Problem an X (also an Arndt) verdeutlichen: Arndt steht für Nationalismus und Antisemitismus, was ihn bei den Nazis so beliebt macht. Diese Verehrung für Arndt kommt nicht von ungefähr und zeigt, wofür Arndt unter anderem steht. Umso bedauerlicher ist es festzustellen, dass auch an der Uni Arndt verehrt wird und man anscheinend ignoriert oder vernachlässigt, dass diese Person eine solch unangenehme Seite hat.

      Übrigens glaube ich nicht, dass die Senatoren Angst vor Nazis hatte, manche hatten vielleicht ein bisschen Angst vor dem Volkszorn in OZ-Leserbriefen, aber ich würde nicht behaupten, dass der wichtigste Punkt war.

      1. Marco_Wagner

        Herr Klüter bezieht sich ja eindeutig auf die Senatsentscheidung. Und in diesem Zusammenhang sagt er:

        "Es wurde deutlich, dass das entsprechende Sympathisantentum nicht nur in irgendwelchen abgelegenen Dörfern Ostvorpommerns oder des Uecker-Randow-Kreises, sondern auch an einigen Universitätsinstituten zu finden ist."

        Woran will er diese Behauptung festmachen, wenn nicht an den Senatoren, die sich für Arndt ausgesprochen haben bzw. die für Arndt gestimmt haben?
        Der Satz sagt doch aus, dass "entsprechendes Sympathisantentum" (also das der Nazis) auch an unseren Instituten zu finden ist. Diese Aussage ist aber nur dann richtig, wenn man genau die selbe Wertung abgeben würde, wie die Nazis zu Arndt. Das ist aber nicht geschehen.

        1. Peter_Madjarov

          Ja, das Sympathisantentum bezieht sich auch auf die Senatoren, aber wenn du den vorherigen Satz nicht mitdenkst, dann verzerrst du die Aussage: Sympatisantentum für Arndts "Gedankengut [also als Ganzes, P.M.] – ungeachtet seiner rechtsradikalen Äußerungen". Das bedeutet nicht, dass die Senatoren und viele Arndt-Unterstützer Arndts antisemitische und völkische Gedanken gutheißen – so wie es die Neonazis tun. Aber diese Gedanken zählen offenbar nicht oder stellen kein Problem dar, sodass man Arndt als gesamte Person ehren kann. Das rechtsradikale Gesankengut – so verstehe ich Klüter – wird somit toleriert, das ist die Aussage.

          Übrigens: Uns wurde sehr oft vorgeworfen, dass wir Arndts Aussagen aus dem Zusammenhang reißen, ohne dass uns das nachgewiesen wurde. Und nun reißt der einzige Arndt-Befürworter, der bisher stets sachlich und fair für die Beibehaltung argumentiert hat, Prof. Klüters Aussage aus dem Zusammenhang (der durch den vorhergehenden Satz leicht erschließbar ist), um uns einen Strick daraus zu drehen – schade!

          1. Marco_Wagner

            1. Habe ich in erster Linie Herrn Klüter kritisiert und will/ wollte euch nicht einen Strick daraus ziehen.
            2. Stand ich iwie auf einem langen Schlauch. Du hast Recht, mit der Berücksichtigung des Vorsatzes stellt sich das ein wenig anders dar. In der Tat hat er hier, im Gegensatz zu seiner ersten Wortmeldung, differenziert (also bei der Bewertung – denn in seinem ersten Kommentar hat er ja noch jedem Arndt-Befürworter das Anhängen einer kriegsträchtigen Ideologie unterstellt).

            Wer lesen kann ist halt klar im Vorteil… wer noch genauer lesen kann, noch genauer… 🙂

          2. Peter_Madjarov

            Ok, dann stimmen wir ja soweit überein, die Sache ist geklärt und ich kann weiterhin davon reden, dass es sachlich argumentierende Arndt-Befürworter gibt.

      2. Marco_Wagner

        Für Nazis ist Arndt das uneingeschränkte Vorbild ihrer Ideen und Werte, wobei sie dabei ja auch bestimmte Dinge ausklammern müssen, da Meinungs- und Pressefreiheitn in faschistischen Systemen nicht sehr gut ankommt. usw. usf.
        D.h. das, was die demokratischen Arndt-Befürworter an Arndt gut finden, ist den Nazis an Arndts Werk so ziemlich egal. Und das, wovon "wir" uns innerhalb Arndts Werk distanzieren, finden Nazis für ihre Ideologie besonders wichtig.
        Des weiteren kann Herr Klüter nicht davon ausgehen, dass er die uneingeschränkte Wahrheit sage, geht aber in seinen Ausführungen immer von dieser Annahme aus. Auch er muss bestimmte Werke ausklammern, um Arndt zum Imperialismusanhänger machen zu können. Ich habe in Arndts Schriften (wie z.B.: auch in Pro Populo Germanico) Abschnitte gelesen, die das Gegenteil aussagen (z.B.: Ablehnung der Kolonialismuspolitik Frankreichs und Englands, das Postulieren der Akzeptanz des Selbstbestimmungsrechts aller Völker, auch wenn er das selbst nicht immer [so zB in der Polen- Niederlands- Belgien- und Schleswigfrage] eingehalten hat).

      3. Marco_Wagner

        Des weiteren hat er ja schon vorher gesagt, dass Arndt-Befürworter sich eine "von Motten zerfressene kriegsträchtige Tradition" bauen würden und hat z.B.: Herr Professor Bach nebenbei Militarismus unterstellt (fragt sich nur woher Herr Klüter das nimmt…).

        Außerdem unterstelle ich nicht euch Diffamierungen, sondern Herrn Klüter, bzw. fühle ich mich von Herr Klüters Ausführungen diffamiert.

      4. Marco_Wagner

        Wenn ich bei euch Diffamierungen nachweisen wöllte, würde ich mich außerdem eher auf Worte wie "alte senile Herren", "alte SS-Opis" oder "Na Herr Peters, hat bei ihnen mal wieder die Altersdemenz zugeschlagen?" beziehen.

        Allerdings richteten sich diese Diffamierungen weder gegen mich, noch gegen die Arndt-AG und eigentlich wollte ich nun diese Diskussion auch nicht anfangen, da du aber von "vermeintlichen" Diffamierungen sprachst, wollte ich nur kurz anmerken, dass von eurer Seite "tatsächlich" Diffamierungen ausgingen. Ein gegenseitiges "Aufwiegen" will ich hier nicht vornehmen, weil es nicht zielführend ist und es außerdem Zeitverschwendung wäre (zumal "ihr" via OZ tatsächlich häufiger Opfer von Diffamierungen wart, als "wir" [so weit ich weiß, waren wir es via OZ überhaupt nicht], wobei ich da viel eher die OZ in die Verantwortung ziehen würde als die Greifswalder Bürger insgesamt. Schließlich ist es die OZ-Redaktion, die Leserbriefe veröffentlicht und nicht einer der 60.000 Greifswalder.)

  4. Marco_Wagner

    "Auch hier brillierten die Protagonisten Arndts mit Feigheit: Weder die Universität noch die Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft wagten es, Arndts Texte ins Internet zu stellen."

    Da scheint Herr Professor Klüter entweder falsch informiert zu sein, oder bewusst zu lügen.
    Die Universität hat zahlreiche Erstausgaben von Arndt-Werken innerhalb der digitalen Bibliothek der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
    Es ist, und das muss an dieser Stelle aber auch angemerkt werden, in erster Linie der Initiative Uni-ohne-Arndt zu danken, dass das Ganze passiert ist.
    Zu behaupten, die Uni hätte keine Arndt-Texte veröffentlicht, obwohl sie Arndt-Texte veröffentlicht hat, ist jedoch falsch.

    Warum konnte Herr Klüter innerhalb der Arndt-Debatte nicht ein einziges Mal sachlich bleiben?

    1. Peter_Madjarov

      Prof. Klüter war weder falsch informiert oder hat bewusst gelogen, sondenr sich (sicherlich unbewusst) ungenau ausgedrückt:
      Gemeit sind Arndts „dicke Bücher“, die er in seiner Bonner Hochschullehrerzeit
      veröffentlicht hat, also die „Erinnerungen aus dem äußeren Leben“, der „Versuch in vergleichender Völkergeschichte“ und „Pro populo germanico“.
      Diese wurden nicht von der Uni, nicht von der EMA-Gesellschaft und auch nicht von euch berücksichtigt, als gesagt wurde, dass Arndt zu Napoleons Zeiten zwar gehetzt habe, aber später davon zurückwich und sich für ein friedliches Europa eingestezt habe.

      1. Marco_Wagner

        Bis auf "Pro Populo Germanico" sind die anderen von dir genannten Bände in der digitalen Bibliothek veröffentlicht:

        http://ub-goobi-pr.ub.uni-greifswald.de/goobi/sam

        In Pro Populo Germanico hat er tatsächlich nicht mehr gegen Frankreich "gehetzt". Eine franzosenfeindliche Haltung kommt da zwar noch zum Vorschein, allerdings beschränkt sich das auf "Überheblichkeit und Eitelkeit" der Franzosen. Er spricht in seiner Abhandlung über Frankreich v.a. auch den Kolonialismus Frankreichs und Englands an und kritisiert ihn heftig.

        1. Peter_Madjarov

          Es stimmt, dass EMA da nicht Frankreich nicht so scharf angreift wie in anderen Texten, gleichwohl meint er, dass jenem Volk negative Eigenschaften anhaften (für die es ja nichts könne, die Franzosen seien halt so) und es deshalb für immer dem deutschen unterlegen sei… die Zeit werde das schon zeigen. Zudem solle, bei allem Respekt, auch stets Feindseligkeit zwischen den Völkern bestehen.
          "Hetzen" war vielleicht ein zu scharfer Ausdruck von mir, von Arndt kennt man ja anderes, aber ist das nicht trotzdem völkischer Nationalismus?

      1. Marco_Wagner

        Gedichte sind ebenfalls Texte.
        Sowohl aus Gedichten, als auch aus politischen Schriften, können Aussagen über das Weltbild des Autors getroffen werden (bei Arndts politischer Lyrik auf jeden Fall).

  5. AufgeklärterDemokrat

    Faust ist ein Drama kein Gedicht, eine Tragödie hier in Form von Knittelversen. Ein Drama zeichnet sich dadurch aus, dass es in verschiedene Rollen aufgeteilt ist und so auf einer Bühne aufgeführt werden kann.
    Ein Gedicht ist hingegen kein Bühenstück mit verschiedenen Rollen.
    Nicht von Dichter auf nur Gedicht schreibend schließen. Ein Dichter umfasst alles Schriftstellerische.
    Goethe war ein Dichter.
    Aber natürlich kann man auch anhand von Gedichten die Einstellung des Verfassers ableiten.

    Und Leute, nehmt die Debatte nicht zu ernst.
    Nehmt doch alles mit Distanz war. Historische Personen können etwas über die Zeit damals erzählen und haben sicherlich auch ihre Verdienste.
    Sie können aber nicht durch und durch als Helden dienen. Wir leiben heute in einer anderen Zeit.

    1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

      Wäre für Dich dann eine Rudolf Heß Universität ok? Oder eine Adolf Hitler Universität? Die wären ja auch „in ihrer Zeit“ zu verstehen.
      Nene lieber Demokrat. So einfach können wir uns nicht von unserem Patron distanzieren.
      Unipatron haben nun mal Vorbildfunktion. Selbst wenn wir uns als Uni davon distanzieren würden (was wir bisher immer noch nicht tun!!), dann wäre die nationale Ausstrahlung bzw. internationale Ausstrahlung noch immer eine andere!

      1. AufgeklärterDemokrat

        Natürlich ist der Name kritisch zu sehen. Jedoch hat Arndt auch positive Seiten. Er hat sich leider sehr widersprüchlich zu z.B. Rassen geäußert. Ich habe einfach mal die von beiden Seiten hervorgebrachten Zitate von ihm nebeneinander gelegt. Mal läßt Arndt irgendwelche hochleben, dann macht er emotional die gleichen pauschal nieder.
        Arndt hat halt sehr positive aber auch sehr negative Seiten. Und er ist dabei sehr widersprüchlich.

        Professor Echternkamps Vorschlag für eine Verschiebung des Namens zu einem Institut hätte ich fast am besten gehalten. Nun ist es anders gekommen, wobei die Kostenfrage sicherlich auch eine Rolle gespielt hat.
        Die Uni sollte sich ganz einfach und klar, und nicht so dieser Eiertanz wie auf der Uni-Seite, von negativen Seiten distanzieren. Sie sollten den Text irgendwie nochmal überarbeiten und Positives und Negatives sauberer trennen.
        Am Besten wäre es, wenn man mit zwei Sätzen ganz allgemein und ganz fett und groß darunter sich vom Rassismus distanziert.
        Diese Distanzierung sollte auch auf der Startseite der Uni zu sehen sein.

        Und bitte mich nicht mit Nazis gleichstellen.

        Übrigens bin ich derjenige, der auf der "Pro-Arndt"-Seite unter der Rubrik "Demokratie" ganz viel an Arndt gegraben hat und euch eigentlich sehr zugespielt hat.
        Ich habe dort viel über den Ausbruch des Konflikts zwischen Frankreich und den Teilen Deutschlands und dem Rest Europas geschrieben. Es gibt unglaubliche Bildungslücken und ganz einseitige Ansichten im Geschichtsverständnis.
        Frankreich musste da Präventivkriege anfangen, da die anderen Staaten Frankreich mit der Niederwerfung der Demokratie gedroht hatten. Deswegen wird in Frankreich Napoleon nicht nur als "Code Civil" geber, sondern auch als Verteidiger Frankreichs angesehen.

        Die moralische Integrität der Staaten gegen Frankreich sieht da verdammt schlecht aus !!!!!!!!!!

        Ich schweife ab, aber ihr könnt das ja auf der "Pro-Arndt"-Seite unter Demokratie nachlesen.

        Bitte mich nicht mit Nazis auf eine Stufe stellen. Die Namen oben sind da eindeutig schlecht.

        Der Name Arndt ist wohl sehr positiv in der Region verankert. Außerdem müsst ihr bedenken, dass das eine Kleinstadt ist.
        Einfach wundern und nicht aufregen.
        Die Videos mit dem alten Herr finde ich da z.B. sehr verwunderlich. Ein Turnvater Jahn wird im Westen kritisch gesehen. Der Name wird zwar nicht gestrichen, aber nach hinten gestellt.
        Fritz Reuter wird heute überhaupt nicht verfolgt, da er durchweg positiv gewirkt hat.

        Einfach das Beste jetzt daraus machen. Eine kurze und prägnante Distanzierung reicht.

  6. UER-BLEIBT-DEUTSCH

    Hallo Herr Klüter…
    Danke dafür, dass sie auf die abgelegenen Dörfer Ostvorpommerns und des Uecker-Randow –Kreises hingewiesen haben und um keine Gratiswerbung verlegen sind 😉
    Ich bin in einem der beiden Kreise wohnhaft und fühle mich daher angesprochen.
    Ich habe bereits erwähnt, dass ich in Ernst-Moritz Arndt einen Vordenker des Ethnopluralismus sehe.
    Der Ethnopluralismus ist genau das Gegenteil von Rassismus, da er eben auf keine Herabwürdigung gegen andere Völker, Länder und Kulturen abzielt.
    Es ist längst überfällig, dass der Ethnopluralismus als einzige Alternative zum, durch Multikultur hervorgerufenen Identifikationsverlust (Sprach- und Kulturverlust), wieder an Bedeutung gewinnt.
    Man sollte Ernst Moritz Arndt in der heutigen Zeit dafür ehren, dass er ein überzeugter Gegner multikulturell-rassistischer Denkprozesse war.

    1. Marco_Wagner

      Ähm…ist der Name UER-BLEIBT-DEUTSCH ernst oder sarkastisch/ ironisch gemeint?
      Es geht doch hier nicht darum, dass irgend ein Provinzlandkreis in Pommern Deutsch bleibt. Oder hat der Verfasser des Kommentars, der sich da diesen wirklich absurden Namen gab, panische Angst vor einer von dem Herrn Andrejewski herbei fabulierten "Poleninvasion"?

      Mir wird es speiübel, wenn ich solche übertrieben lächerlich-deutschfanatischen Namen über Kommentare lesen muss.
      Und dann auch noch was da so an Arndt toll gefunden wird: Der Vordenker des Ethnopluralismus!

      Du liebe Zeit! Dass ist ja nun gerade das, was ich nicht für vorzeigbar an Arndt halte!

      1. UER-BLEIBT-DEUTSCH

        Hallo Marco Wegner
        Kein Sarkasmus- Keine Ironie 
        Da dich der Name über meinem Kommentar eher stört als meine Stellungnahme bezüglich des eigentlichen Themas, werde ich auch gern darauf eingehen.
        Um Wohnungsleerstände zu kompensieren, wirbt z.B. der gegenwärtige Löcknitzer Bürgermeister Meinstring um grenzenlosen polnischen Zuzug.
        Das ist seine Antwort auf die bevorstehende demographische Katastrophe. Da Meinstring kein Einzelfall ist, besteht die Gefahr, dass es im gesamten UER-Kreis, zu einer erhöhten (von Links-Utopisten) herbeigesehnten Ausländer-Konzentration kommt.
        Schon jetzt vergeht kaum ein Tag, an dem nichts von polnischen Straftätern in der Lokalpresse (nicht DS) zu lesen ist.
        Das war keine Aufforderung an die Zeitung, die Herkunft der Täter künftig zu verschleiern sondern ein Hinweis auf die Realität, die mit Caffiers jährlicher Beschwichtigungspropaganda nichts gemein hat.

          1. DambachStrürzenInPW

            Ich benenne doch nur Tatsachen.
            Was soll das mit Ideologie oder Weltbild zu tun haben.
            Eure Schlussfolgerungen sind mal wieder genauso falsch wie euer Urteil über Ernst Moritz Arndt.

        1. Marco_Wagner

          Nur vergisst du, dass Polen, die nach Deutschland einwandern für gewöhnlich über kurz oder lang die Deutsche Sprache lernen werden (wobei jene Polen, die jenseits der Oder im Großraum Szeczin wohnen relativ gut Deutsch sprechen können).

          Des weiteren war es innerhalb der Geschichte schon immer so gewesen, dass Regierungsoberhäupter Menschen anwarben, um die eigene Wirtschaft anzukurbeln, oder wie im Beispiel Löcknitz eben die demographische Struktur zu stabilisieren.

          1. UER-BLEIBT-DEUTSCH

            Hallo Marco Wegner
            1.Wie du sicherlich gelesen hast, hab ich am Beispiel Löcknitz vordergründig Meistrings Politik kritisiert.
            Und natürlich bin ich vom Resultat dieser Politik ebenso wenig erfreut.
            Ich kann dir hiermit zu 100 % versichern (auch wenn du es mir nicht glauben magst, weil ich mich in deinen Augen wahrscheinlich für jede objektive Diskussionsgrundlage disqualifiziere), dass es zu erheblichen Problemen mit einer Vielzahl von polnischen Mietern gekommen ist.
            Die Vermieter sprechen von verwüsteten Wohnungen und illegal demontierten Heizungsrohren.
            Auch allgemein ist die Grenzkriminalität eindeutig stark angestiegen.
            Erst kürzlich kam es in Pasewalk zu einem brutalen Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft. Und wieder waren es polnische Täter. Polnische Straftäter erleben hier ihren kriminellen Frühling.
            Mir geht es ausdrücklich nicht um Stigmatisierung sondern um Fakten im Hier un Jetzt

          2. Marco_Wagner

            "Die Vermieter sprechen von verwüsteten Wohnungen und illegal demontierten Heizungsrohren."

            Es gibt auch genügend Deutsche, die Wohnungen verwüsten…

            "Erst kürzlich kam es in Pasewalk zu einem brutalen Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft. Und wieder waren es polnische Täter. Polnische Straftäter erleben hier ihren kriminellen Frühling."

            …weißt du, ob nicht umgekehrt auch Deutsche Straftäter in Polen ihren kriminellen Frühling erleben?
            Und wenn nicht, dann liegt es vielleicht daran, dass die Polizeiinfrastruktur in Polen noch deutlich besser ausgebaut ist, als in Deutschland (von Polen kann ich nichts sagen, aber in der Tschechei gibt es zB deutlich mehr Polizisten in der Fläche, als in Deutschland)

            Und darin dürften wir ja übereinstimmen, dass in der Fläche MVs kaum Polizisten vorhanden sind. Finanzielle Einsparungen usw..

            Liegt das Problem der erhöhten Kriminalität also wirklich am Schengenraum und den Polen als Polen?

          3. UER-BLEIBT-DEUTSCH

            Hallo,
            Natürlich gibt es auch genügend Deutsche, die Wohnungen verwüsten. Gar keine Frage.
            Dennoch spricht die Intensität der Kriminalität in und um Löcknitz eine eindeutige Sprache jenseits politisch-korrekter Vertuschungsversuche.
            Glaubst du nicht, dass Deutsche in Polen mit ähnlicher krimineller Energie, wie Polen in Deutschland, ein gefundenes Fressen für die Presse in Polen und Deutschland wären? Es würd meiner Meinung nach Schlagzeilen hageln.
            Obwohl ich mit dir einer Meinung bin (was ich nicht weiter verwerflich sondern wie Gegensätzlichkeit konstruktiv finde), dass die Polizei hier auf verlorenem Posten steht, bin ich der festen Überzeugung, dass es weniger kriminelle Deutsche in Polen, als polnische Kriminelle in Deutschland gibt (Grenzregion), was nicht allein auf die mangelnde Polizeipräsenz zurückzuführen ist.
            Es treffen immerhin völlig verschiedene Welten aufeinander, die sich in ihren gesellschaftlichen Systemen unterscheiden und ein völlig unterschiedliches Rechtsverständnis haben. Die sich kulturell unterscheiden und daher auch anders aufgewachsen sind.

          4. Marco_Wagner

            Nein, wir, bzw. unsere Landesregierungen sind die Ursache der gestiegenen Kriminalität, indem sie eben auf der Fläche zu wenig Sicherheitskräfte zur Verfügung stellen. Ich weiß nicht, wie viele Polizisten es in UER gibt. Aber ich weiß, dass ich alleine in Greifswald bestenfalls mal einen (!) einzigen Polizisten Streife laufen sehe – In einer Stadt mit 55.000 Einwohnern… Ansonsten sind sie nur damit beschäftigt, zu überprüfen, ob der Fahrradfahrer schön mit Licht fährt…

            Das nun an den Polen festmachen zu wollen, ist daher der falsche Ansatz. Ich für meinen Teil verwahre mich dagegen behaupten zu wollen, dass Polen von Natur aus krimineller seien als Deutsche und das Polen von Grund auf einen besonderen Hang zum Diebstahl hätten (ein solches Denken wäre übrigens rassistisch, da man in dem Fall den Polen unterstellt, dass sie von Geburt an so seien…)

          5. UER-BLEIBT-DEUTSCH

            So wenig ich die “harte Arbeit“ unser Landesregierung zu schätzen weiß, bin ich der Auffassung, dass es immer noch an JEDEM selbst liegt, ob er eine kriminelle Handlung begeht oder nicht.
            Die Schuldfrage einzig und allein auf unsere Landesregierung abzuwälzen, halt ich daher für falsch.
            Obwohl man ruhig mal klar machen kann, was Caffier für ein [Edit Moderator: KEINE BELEIDIGUNGEN HIER!] ist..
            Eine selektierte Kriminalitätsstatistik würde uns in der Frage weiterhelfen, ob Polen krimineller sind als Deutsche.
            Was in Deutschland kriminell ist, muss in Polen nicht unbedingt unter Strafe stehen.. Daher läßt sich die Frage nicht so leicht beantworten

        2. Marco_Wagner

          Vielfach besteht ja die Angst, dass Einwanderer den Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen könnten. Diese Gefahr, bzw. dass das auch z.T. so ist, liegt aber nicht daran, dass Menschen in unser Land einwandern, sondern dass es in unserer Republik kein Gesetz gibt, dass einen Unternehmer dazu verpflichtet, Migranten bei gleicher Qualifikation den gleichen Lohn wie einem Deutschen zu geben. Gäbe es dieses Gesetz, würde gerade vielen Menschen in der Grenzregion die Angst genommen werden, dass Ausländer ihnen die Arbeit wegnehmen könnte.

          D.h. Das Problem ist nicht die Einwanderung von Menschen aus anderen Ländern, wie du es denkst, sondern die Politik, die eine falsche Integrationspolitik betreibt.
          Die Antwort Ethnopluralismus/ Rassismus ist dabei ein völlig falscher und Anti-Humanistischer Ansatz. Und da ich eher dem Humanismus anhänge, habe ich nachvollziehbarerweise ein erhebliches Problem mit solchen Gedankenansätzen.

          1. UER-BLEIBT-DEUTSCH

            Die Bestrebungen, Ethnopluralismus mit Rassismus gleichzusetzen sind schlicht und ergreifend unsinnig.
            Allein deshalb, weil der Ethnopluralismus im Gegensatz zum Rassismus humanistisch ist.

    2. ret_marut

      Offenbar wird das NPD-Blatt "Deutsche Stimme" auch in UER gelesen. 😉

      Schlimmer als den von UER-BLEIBT-DEUTSCH herbeisuggerierten "Identifikationsverlust" finde ich anhand derartiger Kommentare den offensichtlich Verlust logischen Denkens und den Mangel, ökonomische und gesellschaftliche Zusammenhänge zu erfassen. Rassismus ist die nun wirklich platteste Form, um die unterdrückten Klassen gegeneinander aufzuhetzen statt sich gemeinsam zusammenzuschließen im Kampf für ein schöneres Leben. Ethnopluralismus ist genau die selbe rassistische Soße, nur mit einem vermeintlich poppigeren Namen versehen. Vom Inhalt her ebenso dumpf reaktionär wie der klassische Rassismus, wobei letzterer zumindest noch versucht hatte, sich mit viel Brimborium ein pseudo-materialistisches und pseudo-naturwissenschaftliches Mäntelchen umzulegen, während der Ethnopluralismus nur noch geistige Luftpumpe ist. Eben heiße Luft für leere Köpfe.

      btw: UER ist ja nicht gerade als kultureller Leuchtturm Deutschlands bekannt. Um welchen "Sprach- und Kulturverlust" soll es sich denn konkret handeln? Und wann soll dieser denn eingesetzt haben?

      1. UER-BLEIBT-DEUTSCH

        Schlimmer als den von ret marut herbeigeredeten „Denkverlust“ Andersdenkender, finde ich anhand derartiger Kommentare den Realitätsverlust und Mangel, die Folgen ökonomischer und gesellschaftlicher Veränderungen außerhalb der rosaroten Brille zu betrachten.
        „Gemeinsamer Zusammenschluss für ein schöneres Leben“
        Du hast „in nationaler Abgeschiedenheit“ vergessen zu erwähnen.
        Ohne diesen Zusatz hat deine Aussage so viel Bedeutung wie der Begriff „DEMOKRATIE“ in DDR oder die Silbe „RECHT“ in UNRECHT.
        Wo sind denn deiner Ansicht nach die kulturellen Leuchttürme in MV zu finden?
        Ich hab nie davon geschrieben, dass der Sprach-u. Kulturverlust primär im UER-Kreis zu finden ist.
        Obwohl auch hier auf diversen kulturellen Ebenen unermüdlich für den deutsch-polnischen Kulturverfall geworben wird.

          1. UER-BLEIBT-DEUTSCH

            @ret-brett-vorm-kopf
            Das ist alles, was dir dazu einfällt?!
            Wow..
            Welch “Gedankenreichtum“ und Fülle an “geistiger Substanz“.
            Nun kann ja JEDER sehen, wer hier „heiße Luft“ produziert und sich um die Beantwortung der Fragen drückt.

        1. Marco_Wagner

          Deutsch-Polnischer Kulturverfall… den gab es ja nie.
          Über mehrere Jahrhunderte hinweg konnten Polen und Deutsche friedlich ein und den selben Fleck Erde bevölkern, ohne dass sie sich gegenseitig aufgehetzt hätten.
          Sie lebten nicht nur nebeneinander, sondern miteinander, genau so wie die Sudentendeutschen in Tschechien, die Sorben in der Oberlausitz/ Niederschlesien oder die Dänen in Schleswig.

          Dieses friedliche Miteinander wurde erst durch Rassismusideologien und Ethnopurismus – volkstümliche Reinerhaltung des Volkes (der Bestandteil des Ethnopluralismus – viele in sich volkstümlich rein erhaltene Völker ist) zerstört.

          Aber eigentlich habe ich jetzt auch keine Lust mehr mich darüber weiter zu unterhalten, da es vergebene Mühen sind…

  7. Alex

    Also jungs jetz mal im ernst, ich finde hier wird eindeutig zu viel wind um eine nichtigkeit gemacht.
    So weit mir das zu ohren gekommen ist hat sich der liebe herr Arndt des öfteren sehr intolerant und völkerverachtent geäußert.
    Allein im sinne der Völkerverständigung in der EU, würde ich einen Antisemiten und Volksverhetzer wie Ernst Moritz Arndt ja leider Gottes einer war, nur ungerne als Namensträger für unsere Uni akzeptieren.
    Er hat meiner meinung nach seine Intoleranz gegenüber Polen, Russland und Frankreich nur zu gerne und leider auch zu oft kundgegeben.
    Also was wäre nach rein logisch & europäischen denkens der nächste schritt? Genau, jemanden aussuchen der vielleicht nicht ganz so anti-volksverständigung ist.
    Und was macht der Senat? Der baut mist.
    Und dann kommen da so nette leute wie axel und seine mannen, die dann plötzlich die intoleranz auf andere leute schieben wollen, nämlich auf Professor Dr. Klüter.
    Soweit ich mich erinnern kann ist intoleranz gegen rechtes gedankengut durchaus löblich.
    Also Herr Hochschild, meine persönliche Empfelungan sie: gehen sie doch selbst nochmal studieren, damit auch sie lernen wie das mit der Völkerverständigung und der Toleranz so funktioniert.
    Und apropos Ethoblabla. Wenn da sonen heini ankommt und jetz mal die deutschan anstatt der polen als nicht lebenswürdig einstuft wie würden sie da reagieren?

  8. AufgeklärterDemokrat

    Könnt ihr meine Ausführung oben zur Frage, ob "Faust" ein Drama oder Gedicht sei, als Antwort unter eure Antwort "????" ganz nach oben schieben.
    Da gehört sie hin. Sonst kapiert keiner worauf ich mich beziehe.
    Leute das wird hier zu extrem.
    Das Problem ist, dass Arndt nach Napoleon zur Zeit der negativen Restauration (Fürsten haben Meinungsfreiheit und politische Aktivität total eingeschränkt und Einheits- und Demokratiebestrebungen total unterbunden und verfolgt) noch heute gültig progressive Dinge gesagt hat. Er wurde deshalb verfolgt.
    Andererseits war er Rassist (eigentlich immer, auch wenn er Extremes später wieder zurückgenommen hat).
    Er hat sich leider oft da widersprochen.
    Das ist alles kritsch zu sehen.
    Rollt erstmal alle Zeitabläufe mit den politischen Geschehnisse dazu aus. Das ist viel wichtiger. Die Zitate Arndts kann man danach darunter heften und dann schauen ob etwas aus heutiger Sicht passend da gewesen ist oder nicht.
    Da ist sehr viel passiert. Ich sehe da die Rolle Frankreichs etwas positiver als manchmal dargestellt. Es kam dann die Restauration, Vormärz, Julirevolution und erste Vollversammlung oder Parlaments Deutschlands und so weiter.

    1. ret_marut

      "Rollt erstmal alle Zeitabläufe mit den politischen Geschehnisse dazu aus. Das ist viel wichtiger." – Das haben wir mehrfach ausführlich getan, was u.a. in diesem Internetblog auch zu finden ist.

  9. AufgeklärterDemokrat

    Mhm,
    ich finde beide Seiten haben noch zu wenig Wissen über die Zeitabläufe gezeigt.
    z.B. habe ich mich auf der "Pro-Arndt"-Seite die Revolutionskriege, Napolionischen und letztendlich Befreiungskriege etwas auseinandergezogen, da Frankreich als alleiniger Aggressor da und bei euch eigentlich euch auch stand. Frankreich fing 1792 einen Präventionskrieg gegen Österreich und Preußen an, da diese vorher in der "Pillnitzer Deklaration" Frankreich mit einem Krieg gedroht hatten, falls Frankreich nicht wieder die alte Monarchie wiederherstellt.
    Das Direktorium in Frankrich (noch ohne Napoleon !) geriet in Panik und wollte verhindern sich Koalitionsmächten oder Bündnispartnern bzw. einer Übermacht aus Österreich und Preußen stellen zu müssen.
    Also griffen sie zuerst Österreich dann Preußen an. Der Koalition der Gegner Frankreichs schlossen sich nacheinander weitere wichtige Mächte Europas an. Erst das Königreich Piemont-Sardinien, und nach der Hinrichtung des französischen Königs Ludwig XVI. das Königreich Großbritannien, Spanien und das Königreich Neapel. Frankreich hatte mit England wegen Korsika sowieso Streit. Die Niederlande erhielten wegen ihrer Unterstützung für Großbritannien 1793 eine französische Kriegserklärung. Frankreich gewann und forderte von Preußen die links vom Rhein befindlichen Gebiete damit der Rhein eine natürliche Grenze bildet. Tja Preußen wollte die Gebiete wieder zurück und begann einen neuen Krieg. Und so ging das immer weiter. 1799 kam Napoleon an die Macht und führte die "Verteidigung Frankreichs" fort. Rußland kam noch zur Koaliton gegen Frankreich hinzu.
    Napoleon erfuhr immer, wenn sich einzelne Gegner für einen Angriffskrieg gegen Frankreich mobilisierten, um dann darauf nur einzelne Gegner anzugreifen.
    Natürlich hat Napoleon diese Kriegsgründe gerne Aufgehoben um sich als Herrscher von Europa aufzuschwingen. Die Leute waren aber mit Herzblut dabei, denn er gab den Leuten eine Verfassung und im Heer konnten auch "einfache" Leute Offizier werden. Sogar in Deutschland empfingen die einfachen Leute ihn zunächst als Retter.
    Jedoch änderte sich das als Napoleon immer fordernder wurde, gerade Preußen musste sehr hohe Kontributionszahlunge leisten und die Bürger mussten Soldaten bei sich wohnen lassen.
    Napoleon rekrutierte immer mehr Leute für die Kriege gegen die Koalitonsmächte.
    Im Rußlandfeldzug waren sehr viele Deutsche beteiligt, es mussten sehr weite Strecken zurückgelegt werden. Der bittere Winter in Rußland raffte schon viele dahin. Moskau wurde von den Gegnern angesteckt, damit sich die französischen Truppen sich nicht verpflegen konnten. Der Feind ließ sich nicht blicken sondern lockte sie weiter ins Hinterland. Napoleon kehrte von Anfangs 400.000 Mann mit nur noch 80.000 zurück. Als sich seine Landsleute über die hohe Opferzahl beklagten, sagte er nur, es seien doch größtenteils nur Deutsche gewesen.
    Die Stimmung kippte da sehr stark gegen Napoleon. Napoleon wurde letztendlich verbannt.

    Auf dem Wiener Kongress wurde die "Restauration" beschlossen. Die Monarchen stellten die alte Ordnung wieder her. Sie verboten alle Demokratiebestrebungen und jegliche Meinungs- und Pressefreiheit. Es war auch verboten von einem geieinten Deutschland zu sprechen.
    Da ist z.B. Arndt aus heutiger Sicht eindeutig positiv zu bewerten, da er sich für Meinungs- und Pressefreiheit und einem geeinten Deutschland als vernünftiges Gegengewicht zu Frankreich eingesetzt hat. Er wollte auch die Beteiligung der Bevölkerung am politischen Geschehen.
    Vor dem Kongress schrieb er dazu in "Beherzigungen vor dem Wiener Kongress". Das ist alles positiv zu bewerten.
    Nach dem Kongress war er folglich bitter enttäuscht, da keine seiner Ideen verwirklicht wurden. Er setzte sich trotzdem dafür ein und wurde unter den "Karlsbader Beschlüsse" demagogisch verfolgt.

    Ich wollte jetzt damit sagen, dass viele nicht wissen, dass nicht Frankreich aus der hohlen Luft heraus die anderen Staaten Europas angegriffen hat und dass Arndt sich für die Meinungsfreiheit und einem Schritt zur Demokratie stark gemacht als Napoleon schon besiegt war und dies nur gegen die eigenen Fürsten gerichtet war.
    Bei der Vollversammlung war er zwar nicht für eine Demokratie wie im heutigen Sinne sondern einer konstituionellen Monarchie, aber selbst das wollte der damalige König nicht annehmen. Arndt war enttäuscht und zog sich aus der Politik zurück.
    Natürlich war er ziemlich fremdenfeindlich, auch wenn er später einiges wieder zurückgenommen hat. Er war da immer sehr widersprüchlich. Leider 🙁 . Die Uni muss sich eindeutig von Fremdenfeindlichkeit distanzieren.

    Puh, langer Text.
    Jedenfalls hat mir Debatte gezeigt, was ich für eine Bildungslücke im Geschichtsverständnis hatte, da dieser Teil der Geschichte nicht im Unterricht vorkommt.
    Und ich weiß jetzt was die Farben der deutschen Nationalflagge bedeuten (Aus der schwarzen Knechtschaft durch blutige Schlachten ins goldene Licht der Freiheit). Auch wenn ich das nicht besonders wichtig finde und auch nicht so ernst nehme.

    1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

      Danke für den umfangreichen Text! Es freut uns, dass sich jetzt so viele Menschen mit den historischen Umständen beschäftigen, die auch uns vor der Debatte noch nicht allen bekannt waren.
      Für „uns“ ist natürlich primär die politische Bewertung heute entscheidend. Da würden wir wahrscheinlich immer drauf hinweisen, dass man – unabhängig von den Details – in keinem Fall Frankreich „pauschal“ verurteilen kann, wie es Arndt für seine Kriegspropaganda getan hat. Sicher ist Frankreich kein unschuldiges Lamm, aber den Krieg (die Kriege) haben eben _auch_ die Monarchien mit provoziert.

      Nochmals danke für Deinen Text!

  10. Marco_Wagner

    "Allerdings wurde die Auswahl des zur Verfügung gestellten Materials regionalen Akteuren drastisch beschränkt: Weder die Universität noch die Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft, noch die Ostsee-Zeitung wagten es, Arndts Vermächtnis, seine nach1840 erschienenen großen Monographien, ins Internet zu stellen (z. B. Versuch in vergleichender Völkergeschichte, Pro populo Germanico) oder die programmatischen Sätze daraus zu drucken."

    Dieser Satz stammt nicht von Herrn Klüter. Herr Klüter sagte ursprünglich (und das geht ja auch aus einen meiner Kommentare hervor):

    „Auch hier brillierten die Protagonisten Arndts
    mit Feigheit: Weder die Universität noch die Ernst-Moritz- Arndt-Gesellschaft wagten
    es, Arndts Texte ins Internet zu stellen.“

  11. Marco_Wagner

    Deshalb die Frage an die Initiative:
    Habt ihr Herrn Klüter gebeten, dass er seine Formulierung abändert, oder habt ihr die Formulierung abgeändert, ohne Herrn Klüter zu fragen?
    Das ist schon entscheidend zu wissen. Denn wenn _ihr_ den Text verändert habt, ohne betreffende Stelle zu markieren, dass sie _von euch_ und nicht von Herrn Klüter stammt, dann werden die Aussagen von Herrn Klüter verfälscht.
    Habt ihr Herrn Klüter kontaktiert, um seine Aussage zu korrigieren, so ist es wichtig zu schreiben, dass Herr Klüter aus "dem und dem Grund" (sinngemäß geschrieben) seine Aussage korrigiert hat.

    1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

      Herr Klüter hat selbst den Text überarbeitet, um Unklarheiten, die u.a. aus der Kommentardebatte ersichtlich wurden, zu verdeutlichen. Es wurden jedoch weder wichtige Aussagen entfernt, noch neu hinzugefügt.

  12. Heinz-Ruediger.Kowaltkowski@web.de

    Leider fand ich diese Diskussion erst heute, und ich möchte Ihnen mitteilen, Sie haben recht:

    »[…] Faktisch hat Prof. Klüter die Entscheidung des Senats nicht mit dem Nazi-Beschluss verglichen[,]«

    wie man Äpfel mit Birnen vergleicht – nämlich mit sinnvollen Argumenten: beide sind Kernobst – oder mit unsinnigeren Argumenten: sie haben keine Kellerfenster, sondern er hat sie gleichgesetzt:

    »[…] Der Senat hat sich mit seinem Votum von 2010 in die Tradition eines Beschlusses zur Annahme jenes Namens von 1933 gestellt […]«

    schließlich bedeutet Tradition nichts anderes als Weitergabe und Beibehaltung von Handlungsweisen, Auffassungen, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen.

    über den Rest der Diskussion decke ich mitleidsvoll den Mantel des Schweigens.

    mfG HRK

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