Greifswalder bezieht Stellung gegen Arndt

Die Arndt Befürworter argumentieren, dass „ganz Greifswald“ hinter „ihrem“ Ernst Moritz Arndt stünde. Wahr ist, dass revisionistische und teils hasserfüllte Leserbriefe gegen Studenten und Professoren die Ostsee-Zeitung dominieren.

Eine Argumentation, warum man denn nun für Ernst Moritz Arndt sei, die über einen Leserbrief hinausgehen, haben wir jedoch meist nicht gefunden. Exemplarisch erinnern wir an die Stellungnahme der CDU-Fraktion, die schlicht und einfach erklärte, dass man für eine Umbenennung „keine wirklichen Gründe“ erkennen könne. Die Frage, ob Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Judenhass für die CDU „kein Grund“ sei, blieb – wie auch bei vielen Leserbriefschreibern – unbeantwortet. Denn zu einer inhaltlichen Stellungnahme wollte man sich nicht bemühen.

Einer bemühte sich aber doch zu einer langen Stellungnahme. Doch die dokumentiert, dass längst nicht alle Greifswalder ‚für‘ Ernst Moritz Arndt sind. Gemeint ist die ausführliche Stellungnahme des verdienten Greifswalders (und jetzt Rentners) Jost Aé. Dieser lebt seit 1966 in Greifswald und war Student der Philosophie an der Universität Greifswald. Zwischen 1999 und 2009 war er Mitglied der Greifswalder Bürgerschaft für die SPD. Er gliedert seine Argumentation so:

  1. Arndts Rassenwahn
  2. Arndt und seine Zeit
  3. Arndt und die deutsche Einheit
  4. Arndt und die Theologie
  5. Arndt in unserer Zeit, die Stadt und die Universität

Ein Auszug:

„Legte die Universität ihren Namen ab, verlöre die Stadt nichts als eine mehr oder weniger unreflektiert liebgewonnene Gewohnheit. (…) Und übrigens überließe eine Umbenennung Arndt nicht den Rechtsextremen, wie ein irrlichterndes Argument suggerieren will, sondern sie nähme ihnen eher die Möglichkeit des peinlichen Verweises, in Greifswald trage selbst eine Universität den Namen dessen, der noch immer zu einem ihrer Helden taugt.

„Der Universität“ hat sich die Chance einer quasi Rehabilitierung ihrer Reputation gegeben, nachdem sie unsanft aus dem Dornröschenschlaf einer anscheinend unschuldigen Namensträgerschaft geweckt wurde. Denn unvergessen ist, dass sich auf Initiative und unter dem Beifall verblendeter akademischer Kader die Universität im Frühjahr 1933 freiwillig und in Ergebenheit zum „Führer“ den Namen Arndts zulegte, dessen Visionen sich dank der nationalsozialistischen Bewegung endlich zu verwirklichen schienen.“

Die ganze Stellungnahme ist hier als PDF verfügbar.

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6 Antworten auf “Greifswalder bezieht Stellung gegen Arndt

  1. Fleischervorstadt

    Was fällt Aé eigentlich ein? Er wirft Schmutz auf unsere Stadt und ist obendrein noch nicht mal hier geboren. Schon jetzt verrentet, wird der sicher bald wegziehen und wir bleiben hier sitzen ohne Namenspatron. Schweinerei, dass solchen Menschen hier ein Podium geboten wird.

    1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

      Welche denn? Der Kommentar von Jockel alias Fleischervorstadt-Blog ist wohl eine „Satire“ auf die üblichen Gleifswalder Leserbriefe… Jockel gehört allerdings nicht zum Bündnis „Uni ohne Arndt“, ist jedoch auch für die Umbenennung.

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