Diffamierungen der Arndt-Kritiker

Es hat System: Im Jahre 2001 kamen Prof. Buchholz, Prof. Lutz und Prof. Stamm-Kuhlmann unter die Räder. Sie erhielten Drohanrufe und wurden in der Greifswalder Ostsee-Zeitung angegriffen. Im letzten Jahr stand der Student und Sprecher der Initiative „Uni ohne Arndt“ Sebastian Jabbusch unter dem selben Kreuzfeuer. Im Juni war Prof. Weber dran, da sie im Senat sagte, dass es „offensichtlich“  sei, dass Arndt „schon lange weg muss“. Vor zwei Wochen wurde Liedermacher Konstantin Wecker nach einem offenen Brief öffentlich angegriffen. Nach der Abstimmung im Senat veröffentlichte eine Neonazi-Seite die Namen der drei Antragsteller und diffamierte Prof. Buchstein. Und auch Prof. Klüter bekommt nun zu spüren, wie man in Greifswald mit Arndt-Kritikern umgeht:

Der CDU Fraktionsvorsitzende Axel Hochschild gab gar eine eigene Pressemitteilung als Antwort auf Prof. Klüters Kommentar heraus. Darin heißt es:

„Bei diesen Äußerungen kann man Herrn Prof. Klüter nur nahelegen, dringend ein Seminar für Demokratie und Toleranz zu besuchen. Dort lernt er vielleicht, auch andere Meinungen zu akzeptieren und Menschen, die in einem konkreten Anliegen anderer Auffassung sind, nicht als Personen mit rechtsradikalem Gedankengut abzustempeln insofern zu diskriminieren. Es ist nicht möglich, einen solchen Menschen als ein moralisches Vorbild unserer Gesellschaft zu akzeptieren, wovon man aber grundsätzlich bei Hochschullehrern ausgehen darf, so Axel Hochschild abschließend.“

Es ist interessant, dass Herr Hochschild einem Professor die „moralische Vorbildfunktion“ absprechen will, weil dieser sich gegen rechtsextremes Gedankengut in Vorpommern einsetzt. Mit Ernst Moritz Arndt hingegen – ein Mensch der gegen „minderwertige“ Völker hetzte, Judenpogrome tolerierte und Rassismus predigte – scheint Axel Hochschild kein Problem zu haben. Er sei als Vorbild für Uni offenbar zu gebrauchen, immerhin erklärte Hochschild im Januar, dass er für eine Namensänderung „keine wirklichen Gründe“ sehe.

Ebenfalls störte es die CDU nicht zusammen mit allerlei Neonazis für Ernst Moritz Arndt vor dem Senat der Uni zu demonstrieren. Unter den Arndt-Bewahrern waren Leute, gegen die ein strafrechtliches Verfahren läuft, weil sie das Internationale Kultur- und Wohnprojekt (Ikuwo) angegriffen, den Hitlergruß gezeigt haben und Waffen bei sich trugen. Später gesellten sich Aktivisten der hiesigen Kameradschaftsszene hinzu. Der Fleischervorstadt-Blog berichtete zu dieser „Mahnwache“:

„Der Anblick der Mahnwache ließ erschaudern, denn dort standen die Namensbefürworter in unheilvoller Allianz mit bekannten Rechtsextremisten zusammen und verbildlichten so jene Vorwürfe, die ihnen von einzelnen Vertretern der Initiative Uni ohne Arndt immer wieder zwischen den Zeilen entgegengebracht wurden. Als das Abstimmungsergebnis nach draußen drang, lag man sich in den Armen, die Freude kannte keine Grenzen. Besser hätte es König Fußball nicht hinkriegen können.

Ein Mitglied der rechten Burschenschaft Rugia proklamierte aufgeregt, dass die Freiheit gesiegt habe und riss kurz die Faust in die Höhe. Für einen kurzen Augenblick dachte ich dabei an das berühmte Bild aus Rostock Lichtenhagen, das den Irrsinn mit Jogginghose, Dosenbier und Urinfleck versinnbildlichte.

Derweil vertrieb sich die außerakademisch-nationalistische Opposition am gegenüberliegenden Rubenowplatz ihre Zeit. Dort gab man irgendwann dem Harndrang nach und urinierte an das Denkmal. Ob den jungen Antisemiten dabei klar war, was für ein starkes Statement zum Thema sie gerade ablieferten?“

Aus dem selben Spektrum wird den Arndt-Kritikern nun empfohlen die Stadt zu verlassen. „Demokratie und Toleranz“ werden in Vorpommern bzw. an der „Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald“ eben etwas anders verstanden, als anderswo… Vielleicht ist der Namenspatron ja gar nicht so verkehrt? – Eine Art Warnschild…

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6 Antworten auf “Diffamierungen der Arndt-Kritiker

  1. gehetzter

    Ich hatte mich schon gewundert 🙂 Für ein paar Minuten war meine Kritik hier tatsächlich zu lesen… Jetzt verheimlicht Ihr wieder die nachträgliche Änderung ganzer Passagen des Kommentars von Klüter.

    Haltet Ihr die Menschen insgesamt für so dumm, dass sie Euer Spiel nicht nach kurzer Zeit durchschauen..?

      1. Manfred Peters

        Auch wenn ich viele Ansichten von "gehetzter" nicht Teile, die hier unklare Kommentarsituation hat die UoA zu verantworten. Ich habe kurzzeitig den inzwischen verschwundenen Kommentar gelesen, leider aber nicht gespeichert. Das habe ich aber zum Glück bei dem ursprünglichen Elaborat von Prof. Klüter praktiziert.
        Mein dort gemachter Vorschlag wird wohl immer mehr Realität:“…solltet Ihr den Blog schließen oder nur zur Selbstbefriedigung angemeldeter, genehmer Nutzer verwenden“

    1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

      Substanzlose Beleidigungen und rechtsextremistische Äußerungen werden hier i.d.R. gelöscht, bzw. gar nicht erst freigeschaltet.

      Niveaulose, antisemitische oder verhetzende Spam-Debatten können auf dem webMoritz oder auf Altermedia geführt werden.

  2. 007testbild007

    nett aber leider unwahr. Es haben wohl noch mehr Personen mitbekommen:

    Simone Paluske aus Greifswald
    zum gleichen Thema: Die Aktivisten von „Uni ohne Arndt“ (UoA) geben sich mit der
    demokratischen Entscheidung nicht zufrieden und versuchen weiter, Menschen zu manipulieren.
    Der Kommentar von Herrn Klüter wurde nachträglich umgeschrieben, weil die Kritik daran zu
    laut wurde. Im Kommnentar stand z.B. ursprünglich : „Auch hier brillierten die Protagonisten Arndts
    mit Feigheit: Weder die Universität noch die Ernst-Moritz- Arndt-Gesellschaft wagten
    es, Arndts Texte ins Internet zu stellen.“
    Diese bewusst falsche und bewusst diffamierende Passage wurde ersatzlos gestrichen. Auf der
    UoA-Seite steht dazu : „Dieser Artikel wurde am 23. März geringfügig überarbeitet.“
    Und jetzt stellt sich die Initiative wieder als Opfer dar, nachdem der Kommentar nachträglich umgeschrieben worden war.

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