Die selektive Wahrnehmung / Hetze der OZ

Wie der Fleischervorstadt-Blog feststellte, ist die Frage, wie die Greifswalder Öffentlichkeit – insbesondere ihre Lokalzeitung – mit dem Problem „Ernst Moritz Arndt“ umgeht inzwischen viel spannender, als die eigentliche Debatte über Arndt, die so (bewußt oder unbewußt) verdrängt wird. Ein neues Paradebeispiel lieferten die OZ mit der verzehrten Veröffentlichungen der Kommentare der Professoren Klüter und Baumgartner:

Schritt 1 – Selektion:

Das Statement von Prof. Baumgartner suchte nach einem harmonischen Weg, wie die Uni  nun mit der Krise an der Universität umgehen könnten. Für die OZ offenbar zu harmonisch und daher bis heute nicht mal erwähnt. Stattdessen wird nur die berechtigte, aber deutlich schärfere Kritik von Prof. Klüter abgedruckt.

Schritt 2 – Verkürzung & Polarisierung:

Aus Klüters Statement (23 Sätze) nimmt die OZ nur die drei schärfsten (Teil-)Sätze  heraus. Von 4093 Zeichen bleiben nur 537 übrig, die Zeitung verkürzt so das Statement um ~ 87 %.

Schritt 3 – negativer Kontext:

Das Statement lag der Ostsee-Zeitung bereits seit über zehn Tagen als Leserbrief bzw. Statement vor. Die OZ veröffentlichte das Statement jedoch nicht. Also taten wir das auf unserer Seite. Erst als Axel Hochschild (CDU) eine Pressemitteilung auf MV-Regio gegen Klüter veröffentlichte, erschienen eben die stark verkürzten Zitate aus Klüters Statement in der OZ – nun natürlich eingebettet in scharfer Kritik von Hochschild.

Im Artikel behauptet die Lokalzeitung, dass das Statement auf der „Seite der Initiative“ veröffentlicht wurde. Das ist zwar richtig, verschweigt aber, dass das Schreiben ursprünglich an die OZ ging. Stattdessen könnte der Hinweis der Veröffentlichung auf unsere Seite auch gewisse Ressentiments beim Leser wecken – alá „Ach aus der Ecke…!“ Auch die Internetadresse unserer Seite veröffentlichte die Ostsee-Zeitung – wie üblich – nicht. Im schlimmsten Fall könnten die Leser ja den Text von Prof. Klüter im Original und in Gänze lesen!

Schritt 4 – verzerrende, reißerische Überschrift:

Mit der Überschrift „Arndt-Debatte: Klüter vergleicht Entscheidung mit Nazi-Beschluss“ hat die OZ die scharfe Kritik von Prof. Klüter absurd übertrieben. Faktisch hat Prof. Klüter die Entscheidung des Senats nicht mit dem Nazi-Beschluss verglichen. Dies ist schlicht falsch. (Orginaltext hier lesen!) Klüter selbst hat sein Statement bei der OZ mit der Überschrift „Der rechte Ungeist“ eingereicht.
.
Schritt 5 – Verweigerung einer Richtigstellung:
Sofort forderte Prof. Klüter die OZ schriftlich auf, die Behauptung richtig zu stellen. Einer Richtigstellung kam die OZ – wie auch schon bei Prof. Buchholz – nicht nach. Stattdessen veröffentlichte sie nach guter alter Tradition keine eigene Richtigstellung, sondern lies nur den Betroffenen erst zwei Tage später in Form eines Leserbriefes den Fehler der Redaktion berichtigen. Um es jedoch klar zu sagen: Das ist keine Berichtigung! Zudem wurde die „getarnte“ Richtigstellung mit den Worten eingeleitet „Prof. Klüter fühlt sich missverstanden„. Dass es eigentlich die OZ war, die mit ihrer Überschrift schlicht falsche Tatsachen behauptet hat, wird bewusst heruntergespielt.
.
Schritt 6 – Verächtlichmachung über (teils gefälschte) Leserbriefe:

Am selben Tag mit der „versteckten“ Richtigstellung von Klüter werden zwei Leserbriefe von – wen wird es überraschen – empörten Greifswaldern veröffentlicht. Einer bezieht sich sogar expliziet auf den von der Ostsee-Zeitung erfundenen „unsäglichen Vergleich„. Auch die Reihenfolge der Leserbriefe ist interessant: Zunächst kommt die Kritik am eben angeblich von Klüter stammenden „unsäglichem Vergleich“, erst dann die Richtigstellung von Klüter. Wie hätte es gewirkt, wenn die Reihenfolge anders herum wäre? Hätte sich dann nicht auch der OZ Leser gefragt, ob sich die Kritik aus anderen Leserbrief nicht erledigt hat? Hmm – also lieber Klüter nach hinter. Das gleiche Spiel in der Überschrift der Leserbriefspalte. Zwar wird dort Klüters Richtigstellung aufgegriffen, allerdings nicht der Satz „Die Überschrift war falsch„, sondern der Satz “ Ich habe die Senatsentscheidung nicht mit einem Nazi-Beschluss verglichen“. Letzteres hört sich wie eine Art „Rückzug“ oder einem „späten Eingeständnis“ an, wie man es von Politikern gewohnt ist, wenn sie merken, dass ihre Position nicht halbar ist. „Ich habe… nicht…“ bezieht das Problem zudem auf Prof. Klüter, nicht auf die Ostsee-Zeitung. „Ich habe… nicht…“ suggeriert außerdem das hier Aussage gegen Aussage steht. Da die Ostsee-Zeitung ja weder eine Richtigstellung noch den Originaltext je veröffentlicht hat, ist es dem Leser auch nicht möglich objektiv nachzuvollziehen, wer Recht hat. War die Überschrift einfach nur frech, ist dies hier echte Verleumdung.
Die zwei Kritik-Leserbriefe sind übrigens sowohl länger als der Prof. Klüter zur Verfügung gestellter Leserbrief-Platz für die „versteckte“ Richtigstellung, aber auch länger als die drei zitierten Sätze von Prof. Klüters Ursprungsstatement. Klüters eigener Leserbrief, den der Professor zusammen mit der Bitte um Richtigstellung einreichte, wurde hingegen überhaupt nicht veröffentlicht. Ihr könnt ihn wieder nur bei uns lesen.
Spannend ist auch ein zweite Kritiker Leserbrief einer gewissen „Simone Paluske“. Den Familiennamen gibt es  nicht im Telefonbuch. Und damit meine ich nicht das Greifswalder Telefonbuch, sondern das gesamte deutsche Telefonbuch. Die Frau scheint also auch keine Verwandte zu haben. Sie hat übrigens auch keine Verwandte wenn man das „l“ und das „u“ umdreht – ein einfacher Schreibfehler scheint es also auch nicht zu sein. Noch spannender aber: Es findet sich kein einziger Treffer über sie im Internet. Es gibt also keine „Simone Paluske“ oder „Paulske“: Weder in Greifswald, noch in Chicago oder Haiti. Zumindest kann man festhalten, dass dies ihre global erste öffentliche Erwähnung in ihrem Leben ist. Schon komisch oder? Uns erinnert der Leserbrief dafür vom Schreibstil und Inhalt einen von uns heißt geliebten Hobby-Rentner und Arndt-Fan… Zumindest früher soll sich die Ostsee-Zeitung aber auch selbst ihre eigene Leserbriefe geschrieben haben. Frau Paluske: Wenn es Sie gibt: Melden Sie sich bitte bei uns. Wir nehmen dann dieses Statement gerne wieder offline: uniohnearndt [at] googlemail.com oder 0176 20336676 oder einfach in den Kommentaren. Jeglicher halbwegs glaubhafter Nachweis über Ihre Existenz wird akzeptiert!
.
Unsere Fragen an die Ostsee-Zeitung:
  • Glauben Sie ernsthaft, dass sich noch EIN Arndt-Kritiker öffentlich äußert, wenn Sie eine derartitige Hetzkampagne führen?
  • Ist das der „richtige Umgang“ mit einer so schwierigen und heiklen Debatte?
  • Wann veröffentlichen Sie das Statement von Prof. Baumgartner?
  • Überprüfen Sie die Identität auffälliger Leserbriefen überhaupt?

Nach dem Klick lesen Sie die von der OZ nicht abgedruckte Antwort von Prof. Klüter auf die unsägliche Diffamierung durch CDU-Frontmann Axel Hochschild.

Arndt-Debatte: Demokratie, Wissenschaft und Handwerk

Zu den Bemerkungen von Herrn Hochschild, ausführlicher nachzulesen auf MV-Regio, gestatten Sie folgenden Vergleich:

Wenn ein Malermeister darauf hingewiesen wird, dass auf der Wand, die sein Betrieb frisch renoviert hat, ein großer Fleck zu sehen ist, dann muss er handeln. Er lässt die Gesellen nicht darüber abstimmen, ob der Fleck weg muss. Er wird sich auch nicht durch den folgenden Hinweis seiner Gesellen beeindrucken lassen: „Derjenige, der auf den Fleck gezeigt hat, hat eine persönliche Niederlage erlitten.“ Und wenn die Gesellen behaupten: „Wir haben beim Malen an den Freiheitskampf gegen Napoleon gedacht“, macht das den Fleck auch nicht schöner. Der Meister wird antworten: „Ihr sollt bei der Arbeit ans Arbeiten denken. Also: Gerüst aufbauen, Putz abschlagen, die Feuchtigkeitsquelle suchen, abisolierieren, neu verputzen, neu streichen!“

Genau wie ein Handwerker gutes Handwerk leisten soll, ist ein Wissenschaftler verpflichtet, gute Wissenschaft zu leisten. Wenn ein Hochschulsenat sich über wissenschaftliche Ergebnisse von Arbeiten hinwegsetzt, die er selbst angeregt hat, dann ist das keine gute Wissenschaft. Es ist auch keine gute Wissenschaft, dass Ernst Moritz Arndt als Hochschullehrer den geographischen Kenntnis- und Methodenstand seiner Zeit (Humboldt, Ritter, List und andere) nahezu vollständig ignoriert hat. Diese qualitativ unzulängliche Arbeit ist sicher eine der Ursachen dafür, dass er in seinen Lehrbüchern zu den unhaltbaren negativen Wertungen über unsere Nachbarländer kommt. Nicht nur Frankreich ist davon betroffen, sondern auch Polen, Österreich, die Niederlande und Russland, das zu Arndts Zeit an Preußen grenzte. Wenn so etwas zum Vorbild für Wissenschaft wird, dann müssen wir einen Studenten, der eine schlechte Abschlussarbeit abliefert, mit einer Honorarprofessur belohnen.

Die Geographie ist kein Ausnahmefall, denn die Forschung der letzten Jahre hat erbracht, dass Arndt auch auf einigen anderen Fachgebieten unsauber gearbeitet hat. Zu DDR-Zeiten konnte man das nicht wissen, weil Arndts Werk stark zensiert wurde.

Kehren wir noch einmal zu dem Malerbetrieb zurück: Freudestrahlend kommen die Gesellen ins Büro: „Meister, wir haben den Mann gefunden, der den Fleck an der Wand verursacht hat. Wir haben demokratisch entschieden, dass unsere Firma nach diesem Mann heißt.“

Share

44 Antworten auf “Die selektive Wahrnehmung / Hetze der OZ

  1. Fleischervorstadt

    Puh, das ist aber harter Tobak und lässt die Ostsee-Zeitung Greifswald in keinem guten Licht stehen. Der Verzicht auf Richtigstellung und das Ausweichen auf (gekürzte) Leserbriefe hat in der Bachstraße ja Methode, wie Ulrich Meyke in seinem Ostee-Zeitung-Blog regelmäßig aufzeigt.

    Es ist eine Schande und es ist anschaulich, wie perfide öffentliche Meinung erzeugt wird. Wäre ich hier Lehrkraft für Kommunikationswissenschaft, ich wüsste, was ich mit meinen Studenten analysiere.

  2. Jan_Peter

    Schon alles ziemlich heftig.
    Wobei ich die "Paluske-Affäre" etwas weit hergeholt finde, man ist, soweit ich weiß, nicht automatisch auf telefonbuch.de zu finden, wenn man im gedruckten Telefonbuch steht, sondern muss der online-Veröffentlichung gesondert zustimmen. Zumindest war's vor zwei Jahren so. Und ihr werdet wohl nicht alle Telefonbücher deutschlandweit durchgeblättert haben 😉
    Aber das schmälert natürlich nicht den dreisten Umgang der OZ mit Prof. Klüter. Ich denke mal, die wissen halt, was große Teile ihre Leser lesen wollen…

  3. Oliver Wunder

    Ich versteh durchaus euren Ärger und bin mit der Berichterstattung der OZ definitiv nicht zufrieden. Daher les ich sie ja auch nicht. Was ich allerdings als pure Spekulation abtun muss, ist der angeblich erfundene Leserbrief. Niemand muss seine Daten den Telefonbuchverlagen mitteilen oder sonstwie im Internet veröffentlichen. Und selbst wenn es die Person nicht gibt, kann sich auch jemand anderes (kein OZ-Redakteur) durchaus einen Nicknamen angelegt haben, so wie wir hier alle im Internet. Bis auf die Sache mit dem Kommentar finde ich alles durchaus nachvollziehbar und der OZ vorzuwerfen. Mit dem Vorwurf eines angeblich gefälschten Kommentars macht ihr euch aber nicht beliebter. Versteht ihr? Jemanden der Lüge zu bezichtigen ohne wirklich stichhaltige Nachweise zu haben, ist eurer unwürdig und eigentlich eher OZ-Niveau.

    1. Sebastian Jabbusch

      Ich verstehe Deine Kritik. Aber es ist ja eben der Unterschied zwischen OZ Leserbrief und webMoritz Kommentar, dass die OZ zumindest behauptet, dass die Personen, die dort veröffentlichen existieren.

      Wenn man einen Leserbrief in der Lokalzeitung schreiben will, muss man schließlich auch seine Postadresse angeben, so dass die Lokalzeitung die Adresse überprüfen kann. (Zumindest war das zu meiner Zeit so, als ich vor 10 Jahren bei einer Lokalzeitung als Journalist anfing).

      Wenn man jetzt anonyme Kommentare auf in der OZ veröffentlichen darf, dann finde ich das ok. Das sollte dann aber auch deutlich gemacht werden. Dann schreib ich da morgen als Olav Gack auch nen Leserbrief hin…

      Also: Ich finde dass man anoyme Blogkommentare nicht auf ein gedrucktes Medium mit täglich 17.000 Lesern übertragen darf. zumindest nicht, wenn dieses von sich behauptet eine "Qualitätszeitung" zu sein.

      Also ich warte erst mal ab, ob sie eine solche Frau meldet. Immerhin hat sie ja offenbar regelmäßig unsere Seite gelesen… Dabei will sie sogar Unterschiede zwischen zwei Artikelversionen erkannt haben! Wer so visiert ist, wird sicherlich auch den Aufruf in diesem Artikel lesen und sich melden.

      Mir würde schon ein eingescannter Bibliotheksausweis oder ähliches reichen…

      1. Manfred Peters

        Was ich selber denk und tu …!!!
        Wer oder was ist ein „Hobby-Rentner“?
        Ja Sebastian, ich hoffe Du weißt in Deinem jungen Leben einmal was zu tun ist.
        Vielleicht fragst Du mal die süße, verpeilte Margaretha S., die nicht in der Lage war zur Urabstimmung eine einfache Wahlentscheidung zu treffen. Es wäre ja möglich, dass sie einmal den Briefkasten und/oder Ihren Namen verwechselt hat.
        Ich wage einmal die Gegenthese ohne das Niveau Deines kruden Gedankenschemas auch nur annähernd zu erreichen.
        Der Leserbrief wurde von Dir/der UoA der OZ untergejubelt!
        1.Du kennst die Prozesse und Schwachstellen der OZ noch bestens.
        2.Wenn man Deinen Kommentar vom 27.03. im Fleischervorstadt-Blog liest, weiß man, dass Du mit allen Mitteln das Thema am Kochen halten willst.
        3.Zitat Jabbusch/UoA. „… hat sie ja offenbar regelmäßig unsere Seite gelesen… Dabei will sie sogar Unterschiede zwischen zwei Artikelversionen erkannt haben! Wer so visiert ist,…“ – trifft 100%ig auf Jabbusch/alias Paluske zu!
        Bis das alles geklärt ist, nenne Dich erst einmal nur „den geliebten Hobby Denunzianten“.

        1. Ernst Poritz

          So viel gebündelte Dummheit wie sie einen aus Ihren Kommentaren anspringt ist wirklich nahezu fabulös. Glauben Sie den Müll, den Sie verzapfen, eigentlich selbst?
          UoA jubelt der OZ einen Leserbrief unter, weil Sebastian eigentlich ein Doppelagent ist und faschistische Kameradschaften unterstützt.
          Herr Peters, Sie sind so verschroben (um nicht das Wort d ä m l i c h benutzen zu müssen), ich würde Ihnen dringend empfehlen in Ihrer scheinbar reichlich bemessenen Freizeit, mal ein oder zwei 007- Thriller weniger zu schauen. Sie verlieren langsam den Sinn für die Realität.

          1. Marco_Wagner

            Du hast scheinbar den Kommentar nicht verstanden.
            Herr Peters hat geschrieben: "…ich wage einmal die Gegenthese…".
            Er ist sich selbst sehr wohl bewusst, dass diese Gegenthese vollkommen absurd ist. Diese "Gegenthese" dient in erster Linie dazu, die Absurdität des Nachweises, dass es Frau Paulske/ Paluske nicht gäbe, vorzuführen.

            Zumindest interpretiere ich es so.
            Vielleicht irre ich mich auch. Allerdings ist es ja nicht das erste mal, dass Herr Peters einen provokanten Kommentar formulierte, bei dem man erst einma "um die Ecke" denken muss, bevor man ihn verstanden hat.
            Wobei mir sein Kommentar ehrlich gesagt, eine ganze Spur zu provokant ist.

  4. Fleischervorstadt

    In Sachen Paluske möchte ich auch noch Anmerken, dass jeder ein Recht auf informationelle Selbstbestimmtheit hat. Angesichts der Tatsache, wie Arndt-Befürworter und -Kritiker immer wieder angegriffen wurden – auch von mir auf dem Fleischervorstadt-Blog) kann ich den Schritt, nur noch unter Synonym zu veröffentlichen, gut nachvollziehen. Aber ähnlich wie Kollege daburna sehe ich die anderen Kritikpunkte an der OZ als virulent an.

    1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

      Wir wollen niemandem das Recht nehmen, anonym zu veröffentlichen! Dann sollte aber über dem Leserbrief fairerweise „anoym“ oder „Buzzybär“ stehen. So wird so getan, als gäbe es die Person wirklich. Wahrscheinlich steht jedoch ein ganz bestimmter Leser- und Kommentarschreiber hinter diesem Leserbrief…

  5. AufgeklärterDemokrat

    Ach Leute,

    werdet doch nicht zu extrem. Jede Seite versucht den Gegner nur in Gut und Böse zu unterteilen. Die Debatte ist einfach nicht mehr sachlich, wenn man sich nicht mehr mit dem eigentlichen Thema der Auseinandersetzung von Arndt und seiner Zeit beschäftigt, sondern sich nur gegenseitig diffamiert.
    Die Wahrheit geht leider bei solchen mehr politischen weniger wissenschaftlichen Debatten verloren.
    Ich habe nach der Wahrheit gesucht, obwohl ich mir Arndts Texte nicht vollständig durchlesen konnte. Ich habe mir einfach markante Stellen herausgesucht. Ich fand es einfach mal wieder interessant eine Bildungslücke in meinem Geschichtswissen zu füllen.
    Ich weiß jetzt auch, was die Farben der Nationflagge heißen: Aus der schwarzen Knechtschaft durch blutige (rot) Schlachten ins goldene Licht der Freiheit.
    Die Kritiker bei der Debatte müssen bedenken, dass Arndt in der Region sehr positiv verankert ist. Die negativen Seiten waren nicht bekannt. Viele schaffen es nicht, die Kritikpunkte zu verarbeiten, und schütteln einfach nur den Kopf.
    Auf der anderen Seite werden zu leicht die wirklich positiven Seiten Arndts übersehen. Die gerade für heutige sehr Linke sehr mutig und progegressiv und vorbildhaft wirken müssten. Arndt hat sich für Presse- und Meinungsfreiheit und ganz besonders für die Beteiligung des Volkes am politischen Geschehen stark gemacht und wurde dafür verfolgt. Er musste, um sein Leben zu schützen nach Schweden flüchten und konnte nur unter einem anderen Namen wieder nach Deutschland zurückkehren.

    Leute macht das beste daraus. Die Arndt Debatte sollte doch etwas gegen Fremdenfeindlichkeit und für Demokratie sein. Beide Seiten nehmen leider die einstimmig nichtgewollte Arndts zeitweise Hetzsprache an. Also werdet euch nicht fremd und verständigt euch, wie es Demokraten und Menschenfreunde tun.

    Übrigens ich habe noch etwas ganz anderes interessantes herausgefunden:
    Im 19. Jahrhundert gab es starke Winter, die fast ein halbes Jahr gingen. Die Epoche wird auch kleine Eiszeit genannt.
    Man hat herausgefunden, dass die Sonne zu der Zeit eine geringere Aktivität hatte. Schlug das auf das Gemüt der Leute damals?
    Der letzte Winter erinnert daran, aber nun ist er vorbei und die Sonne scheint.
    Ok, das klingt jetzt etwas metaphysisch.

    1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

      Kleine Antwort: Du hast Recht, man sollte nicht übertreiben bei der ganzen Debatte. Trotzdem sollte es auch möglich sein, dass Herr Klüter seine Kritik vortragen kann, ohne sofort von der Ostsee-Zeitung dafür öffentlich geteert und gefedert zu werden. Sofern sie es doch tut, muss sie mit der Kritik der Betroffen rechnen.

      Das gleich gilt für Arndt: Natürlich können sich Stadt und Universität „für“ den Rassisten und Antisemiten Arndt entscheiden. Sie sollten sich dann aber auch nicht wundern, wenn es Menschen gibt, die sie darauf in regelmäßigen Abständen hinweisen. Die Universität hat für ihr Image mit dieser Entscheidung nichts gutes getan. Die Kritik wird sich in den nächsten Jahren wahrscheinlich verfestigen.

      Das ist der „Preis“ den die Uni für ihren Patron offenbar bereit ist zu zahlen. Das war auch vorher klar…

      1. S-W-R-UER

        „Sie sollten sich dann aber auch nicht wundern, wenn es Menschen gibt, die sie darauf in regelmäßigen Abständen hinweisen.“
        Ihr werdet es wohl nie raffen, dass ihr nicht der Mittelpunkt der Welt seid.
        „Die Universität hat für ihr Image mit dieser Entscheidung nichts gutes getan.“
        Wer bestimmt das? Ihr oder was?!
        „Kritik wird sich in den nächsten Jahren wahrscheinlich verfestigen.“
        Seid Ihr jetzt unter den Propheten gegangen?

        1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

          a) Doch – an der Uni – sind wir die 12.000 Studenten schon ziemlich der Mittelpunkt der Welt.

          b) Gut – ich rechtsextremen Kreisen (und hier in regionalen Umgebung) konnte die Uni mit dieser Entscheidung punkten. International ist die Ausstrahlung eben so, wie sie Klüter beschrieben hat… Jetzt können sie auf Klüter und jedem anderen einhacken, der Ihnen das sagt, besser wird es dadurch jedoch nicht.

          c) Die Kritik an Arndt ist so alt wie die Meinungsfreiheit in diesem Landstrich – also rund 20 Jahren. Seit 10 Jahren wird von zahlreichen Professoren die Umbenennung gefordert. Die Debatte hat im letzten Jahr sehr viel Fahrt aufgenommen. Nur weil jetzt erste Anlauf gescheitert ist, hat sich das Thema mit Sicherheit nicht für alle Zeit erledigt. Dazu muss man kein Prophet sein.

          1. EMAU

            Eigentlich will ich mich nicht auf die Seite dieser komischen "UER-Kommentatoren" stellen, aber
            zu a) Ihr seid/vetretet aber nicht alle 12000 Studenten sondern nur einen lapidar kleinen Teil. Alle Kommilitonen (keine Burschis) mit denen ich gesprochen habe, sind froh über die vom Senat getroffene Entscheidung.
            zu b)die Befürworter des Namensbeibehalts (und darum geht es, nicht ob man sich mit jedem Satz von Arndt 100%identifizieren kann) beschränken sich nicht auf ein paar "rechtsextreme Kreise". Klüter beschreibt seine einseitige! Sicht der Dinge. Denke nicht,dass die Internationale Ausstrahlung so negativ ist. Wo ist eigentlich das von euch prophezeite negative zerstörerische Medienecho?

          2. Uni-ohne-Arndt Team Autor

            Wir nehmen auch nicht für uns in Anspruch irgendwen zu vertreten außer uns selbst und unsere rund 700 Unterstützer, sowie die Studenten, die für die Ablegung des Namens in drei Vollversammlung und in einer Urabstimmung gestimmt haben. Richtig ist aber, dass die Hälfte der Studenten sich gegen die Umbenennung in „Universität Greifswald“ ausgesprochen haben und viele von Ihnen sich eine Namensalternative wünschen.

            Das Medienecho aus Zeit, Spiegel, Neues Deutschland und Süddeutsche reicht Dir nicht? Wir teilen nicht, Prof. Klüters Auffassung, dass die Entscheidung selbst zu Schlagzeilen führen wird. Aber spätestens wenn in ein paar Jahren, mit einer neuen Studentengeneration die Debatte von vorne beginnt, werden auch die Schlagzeilen die selben sein.

            Es ist eben ein „rechter Ungeist“ der den diese Uni offenbar nicht abschütteln kann. Hattest Du Dich, lieber EMAU, nicht auch mal „Pro-Ethnopluralismus“ ausgesprochen?

          3. EMAU

            "Hattest Du Dich, lieber EMAU, nicht auch mal "Pro-Ethnopluralismus" ausgesprochen?"
            Ich hoffe nicht. Falls eine Aussage in diese Richtung tendiert, bitte ich dies zu entschuldigen und möchte mich hiermit davon distanzieren.

            Meinte das Medienecho nach der Senatsentscheidung. Das ist doch sehr blande ausgefallen. Wenn Prof Klüter nicht in dieser beleidigenden Weise seinen Frust deutlich gemacht hätte, wär hier doch auch gar nichts mehr los.

    2. ret_marut

      Die Herleitung der Nationalfarben ist ja sehr poetisch, aber halt sehr gewagt. 🙂
      Die Sache verhält sich etwas profaner:
      Das Lützower Korps, das als Freiwilligenkorps gegen die französische Besatzung (Napoleon I.) aufgestellt wurde, benötigte einheitliche Uniformen. Da die Freiwilligen ihre Uniformen selber mitbringen mußten, wurde halt improvisiert: Die Mäntel (ein Großteil der Freiwilligen waren Studenten mit ihrem klassischen studentischen Rock) wurden schwarz eingefärbt, um – unabhängig von der Ausgangsfarbe – ein gemeinsames Erscheinungsbild zu erhalten. Dazu wurden "goldene" (d.h. Messing-)Knöpfe an die "Uniform" genäht. Der (wenn ich mich nicht irre Kragen-)Aufschlag wurde mit rotem Stoff versehen.
      So entstand das bekannt schwarz-rot-gold (daher auch der Begriff "gold" und nicht "gelb" bei der heutigen deutschen Nationalflagge). Diese Farben wurden nach den "Befreiungskriegen" dann die Farben der Urburschenschaft. Und auf selbige beruft sich die bürgerlich-republikanische Bewegung seitdem. Erstmals Staatsfarben wurde Schwarz-rot-gold dann 1919 mit der Weimarer Reichsverfassung, dann erneut 1949 (in der BRD und in der DDR).

    3. ret_marut

      Zu Arndts "Flucht" nach Schweden. Das ist natürlich eine Auslegungssache. Arndt war meines Wissens der einzige Professor dieser Uni, der beim Herannahen der napoleonischen Armee Pommern verlassen hat. Flucht bedeutet ja, daß er verfolgt wurde, ergo fliehen mußte. Arndt jedenfalls ist schon vor dem Eintreffen der napoleonischen Truppen nach Schweden verduftet, wohlwissend, daß er mit seinem Franzosenhaß unter der neuen Regierung politische Probleme erhalten würde. "Um sein Leben bangen" mußte Arndt damals sicher nicht.

      Arndt hatte auch nicht, wie Du mutmaßt, eine Beteiligung des Volkes an der Regierung im Sinne, denn sein Ziel war ein monarchistischer deutscher Zentralstaat, am liebsten unter preußischer Führung. (Dazu kam es ja 1871 auch, was Arndt aber nicht mehr miterleben konnte.) Gegen eine Republik (also Volkssouveränität) hat sich Arndt stets energisch gewandt, so auch in seiner Zeit als Paulskirchenabgeordneter 1848/49, wo er als konstitutioneller Monarchist den rechten Rand des Parlaments bildete.

      Eine Beteiligung der unteren Schichten war mit ihm zudem nicht zu machen: In seiner Schrift "Über künftige ständische Verfassungen in Teutschland" (1814) trat Arndt polemisch gegen das allgemeine und gleiche Wahlrecht auf. Arndt trat entschieden für ein Zensuswahlrecht ein (also Wahlrecht entsprechend der Steuerklassen), was einen Großteil der Bevölkerung vom Wahlrecht ausschloß.

      Bezüglich Meinungs- und Pressefreiheit sollte bei Arndt auch immer drauf geschaut werden, wem er diese zusprach (z.B. sich selbst) und wem nicht; so gibt es in seinen Schriften ja u.a. die bekannten Stelle, wo er bestimmte Autoren wie Katzen ersäufen lassen möchte, weil sie von ihrer Pressefreiheit Gebrauch gemacht haben. – Ich denke, statt ihn pauschal als Vorkämpfer für Preß- und Meinungsfreiheit darzustellen, sollte auch mal dieser Aspekt an der Sache eingehender betrachtet werden.

      1. Marco_Wagner

        Zum letzten Absatz:

        Das ist die bisher einzige mir bekannte Passage. Herr Buchholz' Aussage, dass das ganze Werk von solchen Aussagen nur so wimmeln würde (also die dem Argument der M+P-Freiheit widersprächen), konnte ich nicht bestätigt finden. Eher das Gegenteil.

        Übrigens: wenn man diese Passage schon berücksichtigt, so darf auch nicht vergessen werden, dass zu dem Zeitpunkt, als seine Kritiker/ bzw. politischen Gegner dann erschossen wurden (wie zB Robert Blum) Arndt diese Erschießung verurteilte.

  6. AufgeklärterDemokrat

    Arndt hat sich häufig wiedersprochen. Gibt es auch Zitate wo er einmal ohne Ausnahme für Presse- und Meinungsfreiheit stand? Hat er vielleicht später wie in manchem anderen Fall nachgebessert? Kann da jemand weiterhelfen. Ich kann das jetzt nicht beantworten.
    Übrigens das mit den Farben der Nationalflagge stimmt und ist ein Ausspruch aus den Befreiungskriegen:
    Aus der Schwärze (schwarz) der Knechtschaft durch blutige (rot) Schlachten ans goldene (gold) Licht der Freiheit.
    Das Zensuswahlrecht innerhalb einer konstitutionellen Monarchie ist immerhin ein kleiner Schritt. Es ist eine Verbesserung zur vorherigen Absolutistischen Monarchie. Vielleicht wollte er da einen Kompromiss schaffen um nicht die Monarchen, die noch die Macht hatten, zu verkraueln. Er war ja auch enttäuscht als selbst diese Lösung nicht von ihnen angenommen wurde.
    Übrigens gehörte Arndt der Gagnerischen Fraktion an, es war die Casino Partei, in der liberalen Mitte und die nach Kompromissen suchte. Es gab rechts davon die konservative Rechte und links davon die demokratische Linke. Er war wohl daher in der Mitte und nicht am rechten Rand. Die Rechten wollten glaube ich garnichts ändern, die Linken einen weiteren Schritt in Richtung Demokratie und die liberale Mitte einen Kompromiss, aber selbst der wurde ja nicht angenommen.

    Ich möchte nochmal sagen, dass Kritische an Arndt natürlich immer kritisch sehen, aber auch verstärkt das Positive sehen, damit es eine positive Ausstrahlung gibt (auch wenn es jetzt verklärt erscheint, es soll nichts mit Verklärung zu tun haben). Das Positive herausstellen, damit sich Leute nicht "verlaufen" könnten.
    Ich hoffe Du verstehst, was ich meine.

    1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

      Klar gibt es „auch“ positive Sachen an Arndt – hat die Initiative „Uni ohne Arndt“ nie bestritten. Dann stellt sich aber immer relativ schnell die Frage, ob Hitler (oder jeder andere x-beliebige Diktator / Erfinder schmutziger Ideologien) nicht auch gute Sachen gemacht hat…

      Die Frage ist doch, was bleibt von Arndt in den Köpfen? Das sind bestimmt nicht seine Kirchenlieder oder seine „zwei Sätze“ zu Pressefreiheit. Sondern es sind eben seine nationalistischen Gedichte gegen Frankreich, und seine vielen anderen rassitischen Äußerungen über fremde Völker oder die Juden in Deutschland…

      Also – Arndt hatte auch Gutes klar. Hitler auch (kein Witz!). Trotzdem würden wir weder nach Hitler noch nach Saddam Hussein eine Uni benennen oder?

      1. Oliver Wunder

        Hammer! Ihr habt Adolf Hitler den größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte in die Diskussion gebracht und dann noch gelobt. Damit sollten nun auch euch bestimmte Kreise Beifall klatschen. Gratulation für eine missglückte Argumentation und einen großen Angriffspunkt.

        1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

          Hitlers Antisemitismus basiert auch auf Arndts Übertragung des Antijudaismus in eine „moderne“ biologistische Form des Antisemitismus. Man sollte – wenn man an die Verbrechen der Deutschen im Dritten Reich denkt – nicht alles nur auf die Figur Hitler fokussieren. Hiter ist der größte Verbrecher der Menschheitsgeschichte. Aber ohne einen in der deutschen Bevölkerung weit verbreiteten Antisemitismus, den leute wie Arndt im frühen 19. Jahrhundert miterfunden haben, wäre Hitler machtlos gewesen.

          Also: Hitler böse – Arndt gut – das funktioniert nicht. Und ehrlich gesagt führt die „Verteufelung“ der Figur Hitlers meiner Meinung nach nur dazu, dass man die Schuld ihm allein überträgt und von der Mitschuld der vielen hundertausend freiwilligen Helfershelfer in allen gesellschaftlichen Ebenen ablenkt.

          Unser Team hat sich noch nicht damit beschäftigt nach den „guten“ Seiten Hiters zu suchen – wir wollen aber auch keine Uni nach ihm benennen. P.S.: Hat er nicht mal Postkarten gemalt? 😉

          1. ret_marut

            Irgendwie "lustig" finde ich das gar überhaupt nicht!!!
            Zumal diese Autobahnen ja nicht aus Selbstzweck oder Freizeitvergnügen, sondern als infrastrukturelle Vorbereitung auf den anstehenden deutschen Angriffskrieg erbaut wurden, mittels dem der deutsche Imperialismus die Vormachtstellung in Kontinentaleuropa erringen wollte.

            Ich finde es absurd, derart zusammenhanglos Arndt und Hitler in einen Topf zu werfen. Das machen doch sonst nur die Pro-Arndt-Kräfte.

            Stattdessen kritisiere ich lieber weiterhin anhand von Fakten das völkische und antisemitische Denken Arndts, das sowohl in seiner Zeit als auch heute zutiefst reaktionär war/ist.

      2. Marco_Wagner

        Jetzt fangt doch nicht wieder mit dieser Argumentation an…

        "Das sind bestimmt nicht seine Kirchenlieder oder seine \\"zwei Sätze\\" zu Pressefreiheit."

        Arndt hat mehr als nur "zwei Sätze" zur Pressefreiheit formuliert. Und diese "mehr als zwei Sätze" sind in "Über künftige ständische Verfassungen in Deutschland", "Fantasien für ein künftiges Deutschland", "Pro Populo Germanico", "Beherzigungen vor dem Wiener Kongress"… zu finden.

        Das hatten wir doch nun schon ewig durchdiskutiert.
        Und das die Arndt-Hitler/Hussein-Vergleiche unpassen sind hatten wir eigentlich auch schon oft genug festgestellt…

    2. Marco_Wagner

      Forderung nach uneingeschränkter Pressefreiheit bei Arndt in "Beherzigungen vor dem Wiener Kongress":

      "Es muss die uneingeschränkte Pressfreiheit sein. Denn wo der Mensch nicht denken und seine Gedanken nicht aussprechen darf, da kann keine Freiheit und Gerechtigkeit sein.(…)
      Die Pressfreiheit ist der Schirm des Schwachen und Unterdrückten. (…)
      Die Pressfreiheit warnt den Staat vor Dummheit und Übermut, sie setzt Staatsminister und Feldhauptleute ein und ab und hat ganze Völker oft aus den größten Gefahren gerettet.
      Die Pressfreiheit ist das rechte Obergericht und der erste geheime Rat einer Regierung."

    3. Marco_Wagner

      Oder auch hier:

      "Wenn wir also Freiheit und Gerechtigkeit wollen und dass unser Volk durch stolze und edle Ideen zu Ruhm und Macht erstarken soll, so müssen wir die Preßfreiheit wollen.
      Bei der Entwerfung und Begründung der künftigen Verfassung Deutschlands muss die allgemeine Preßfreiheit durch ein Reichsgesetz geheiligt und geboten werden."
      (selbe Schrift, Abschnitt "Pressfreiheit")

  7. UER-BLEIBT-DEUTSCH

    "Um sein Leben bangen" mußte Arndt damals sicher nicht.
    Na da sind wir aber froh, dass wir hier so “wahrheitsgemäß“ und “objektiv“ aufgeklärt werden.
    Woher bitteschön willst du wissen, dass er nicht um sein Leben bangen musste?
    Das sind doch nichts weiter als Mutmaßungen, die die Arndt-Gegner hier als Tatsachen zu verkaufen versuchen.
    Was war zu dieser Zeit verwerflich am rechten Rand des Parlaments gewesen zu sein?
    „Bezüglich Meinungs- und Pressefreiheit sollte bei Arndt auch immer drauf geschaut werden, wem er diese zusprach (z.B. sich selbst) und wem nicht“
    Natürlich sprach er z.B. sich selbst Meinungs- und Pressefreiheit zu. Warum denn auch nicht?
    Dieses Recht wurde ihm ja auch einige Zeit lang verwehrt. Er wurde aufgrund seiner Schriften verfolgt.
    Was wollt ihr uns hier eigentlich für Märchen erzählen?
    Oder seid ihr einfach nur inkompetent geschichtliche Zusammenhänge zu analysieren?

    1. ret_marut

      Welche Form von "Verfolgung" hatten denn Arndt damals in Greifswald zu erwarten, als er sich derart rasch nach Schweden absetzte? Wer wollte ihm denn ans Leben?
      – Die Mutmaßungen kommen doch wohl eher aus Deiner Ecke.

      Da Arndt sich gegen Republik und bürgerliche Revolution aussprach und für einen preußischen König im deutschen Kaisergewand, gehörte Arndt zu den Kräften in der Paulskirche, die eine Herrschaft der Bourgeoisie objektiv (und darüber hinaus auch subjektiv) untergraben haben. Dank Leuten wie Arndt (und der anderen Gagern'schen) konnte die bürgerliche Revolution blutig abgewürgt werden und das Ancient Regimes wieder an die Macht gelangen. – Das hat Deutschland gesellschaftlich um 70 Jahre zurückgeworfen, denn erst 1918 konnten die Arbeiter_innen und roten Soldaten eine Republik erkämpfen.

      Für pommersche Märchen ist wohl eher Arndt zuständig, nicht ich. 😉
      Arndt wurde nach 1849 verfolgt, nicht weil er für eine Republik eintrat, sondern weil er sich für einen deutschen Zentralstaat (als Monarchie) aussprach, was natürlich die Macht der deutschen Fürstentümer objektiv gefährdete.

      "Oder seid ihr einfach nur inkompetent geschichtliche Zusammenhänge zu analysieren?" – Platte Polemik, die zumindest bei mir nicht zieht. Wie wär's mal mit konkreten Inhalten, arischer Streiter?!

  8. Fleischervorstadt

    "Also – Arndt hatte auch Gutes klar. Hitler auch (kein Witz!)"

    Den Grundgedanken finde ich ja noch legitim, darauf hinzuweisen, dass nicht jeder, der irgendwas "Gutes" hatte, als Namenspatron herhalten muss. Aber so bissig gehts nun wirklich nicht, meine Lieben! Hitlers gute Taten? Kommt jetzt nicht mit Autobahnen etc…

    Schämt Euch und löscht bitte den letzten Absatz eures Kommentares oder nehmt wenigstens nochmal dazu Stellung!

    1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

      Also der Vergleich ist Murx. Nimm einen anderen Diktator oder Antisemiten Deiner Wahl… Wenn man lange genug forscht, wird man sicher auch irgendwas „gutes“ finden. Eben genau wie bei Arndt. Nur muss man ja abwiegen, ob dieses „Gute“ was man findet, in Relation zu Antisemitismus und Rassismus überzeugen kann.

      Unser Meinung nach, geht das halt nicht. Arndts Rassismus, völkischer Nationalismus und seine Hasstiraden gegen andere Völker können nicht aufgewogen werden gegen Kirchenlieder und ein paar nette Gedichte. Darum geht es…

      1. Marco_Wagner

        "Arndts Rassismus, völkischer Nationalismus und seine Hasstiraden gegen andere Völker können nicht aufgewogen werden gegen Kirchenlieder und ein paar nette Gedichte. Darum geht es…"

        …bei Luther, Wagner, Nietzsche, Kant, Fichte, Jahn ist das ebenfalls so…

        Nun sind wir wieder bei der Endlosdiskussion angelangt, die ins Leere führt.

        1. ret_marut

          Bist Du denn für Wagners Antisemitismus und Jahn völkische Denke?
          Hier geht es aber konkret um den Namenspatron Arndt, nach dem 1933 seitens der Nazis eine deutsche Universität benannt wurde. – Alles andere, das weißt auch Du aus den vergangenen Diskussionen, Marco, sind doch billige Nebelkerzen, um Arndt vermeintlich zu relativieren.

          Das Vorgehen der OZ jedenfalls bzgl. des Klüter-Kommentars zeigt ja, auf welches Niveau das Ganze runtergezogen werden soll. Würde mich nicht wundern, wenn "Greifswalder (Hetz-)Bote" und ähnliche Nazi-Blättchen demnächst zur Jagd auf Klüter und Co blasen.

  9. WAHLINPWBOYKOTTIEREN

    Arndt hat sich unermüdlich die die Pressefreiheit eingesetzt!
    Kein Wunder, war er doch ein gebranntes Kind, was Meinungs-u. Pressefreiheit angeht!
    Nochmal! Was wollt IHR uns hier weiß machen? Eure rabenschwarze Zukunft?
    Als ethnopluralistischer Freigeist sah Arndt nicht nur in den Juden eine Bedrohung für die nationale Einheit!
    Was ist daran so verwerflich?

    1. ret_marut

      … Es ist zu merken: Altermedia ist offline, jetzt suchen sich die Rechtsextremen Ausweichorte im Netz, um ihren reaktionären Mief zu verbreiten. Diesmal also stumpfer Antisemitsmus im Programm. Aber so sind sie nun einmal die "ethnopluralistischen Freigeister", die "nicht nur in den Juden eine Bedrohung für die nationale Einheit" sehen. 😉

  10. Marco_Wagner

    Btw @ Sebastian: Was ist ein Hobby-Rentner?
    Ein Jugendlicher, dessen Hobby darin besteht, einen Rentner zu miemen?

    Wusste gar nicht, dass Rentner-sein, auch ein Hobby ist. Naja… man ist ja mit einem Alter von etwa zwei Jahrzehnten auch nicht mehr der Jüngste… da kann man auch nicht mehr auf dem aktuellsten Stand sein. 🙂

    Manfred Peters hat mich nur auf diese Frage gebracht… Hobby-Rentner ist zwar eine recht amüsante Formulierung, leider erscheint sie mir bis dato so ziemlich sinnentleert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.