Prof. Walter Baumgartner: Arndt – ein Schreibtischtäter ?

Der Schweizer Literaturwissenschaftler und Skandinavist, Prof. em. Dr. Walter Baumgartner, hat Arndts literarisches Werk unter die Lupe genommen. Der Initiative „Uni ohne Arndt“ stellt er sein sechsseitiges Ergebnis zur allgemeinen Veröffentlichung zur Verfügung. Wir zitieren aus seiner Zusammenfassung:

„Ich habe den entschiedenen Eindruck, dass lange noch versucht wurde, diesem überlieferterweise „großen Mann“ pflichtschuldigst und mit angestrengter „Objektivität“ Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, während die Autoren wohl insgeheim ratlos den Kopf schüttelten über diesen „Polterer der Befreiungskriege“ (Fredrik Böök, zit. aus Uno Willers schwedischer Dissertation über Arndt von 1945; Böök hatte nichts gegen Judenfeindlichkeit einzuwenden, war er doch selbst Nazi). Einige berichten über sein Leben unkritisch mit Arndts autobiographischen Texten als Quelle, schweigen aber beredt über das literarische Werk (z.B. Emil Ermatinger, 1948, 2.Aufl. 1961). Wurde lange noch das von Arndt selbst propagierte Bild des fromm-eifernden, etwas derb-herzlichen Patrioten Arndt übernommen, so scheint er mir jedoch in neuer Zeit eher und unumwundener als – um eine moderne Terminologie anzuwenden – Schreibtischtäter und anachronistischer großgermanischer Fundamentalist und Extremist wahrgenommen zu werden, von dem verhängnisvolle politische Weichenstellungen ausgingen.“

Den ganzen Text können Sie hier als PDF lesen.

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3 Antworten auf “Prof. Walter Baumgartner: Arndt – ein Schreibtischtäter ?

    1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

      Die Initiative zielte darauf ab das Thema Ernst Moritz Arndt zu problematisieren und die Studierendenschaft für den Namenspatron zu interessieren.
      In diesem Zusammenhang ist die Studierendenschaft, die sich umfangreich mit Ernst Moritz Arndt beschäftigt hat, nicht gescheitert.

      Richtig ist aber, dass sich eine knappe Mehrheit der Studierenden gegen die Umbenennung in „Universität Greifswald“ ausgesprochen hat. Wie der Senat dieses Votum bewertet überliegt ihm. Möglich wäre zum Beispiel, dass man statt einer Umbenennung in „Universität Greifswald“ eine Namensablegung mit einem offenen Wettbewerb für einen neuen Namenspatron verbindet.

    2. Jonas

      Wo ist die Kampagne denn gescheitert?
      Die Entscheidung des Senats steht doch noch aus. Anscheinend haben einige noch nicht mal kapiert, was Ziel der Inititiative war, meinen aber trotzdem, ihren Senf dazugeben zu müssen.

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