Potsdamer Historiker zur Umbenennung

„Ich empfehle daher, den Namenszusatz der Universität […] wieder zu zurückzunehmen. Das wäre im Hinblick auf die Universitätsgeschichte nicht primär ein symbolpolitischer Akt der Abgrenzung vom Nationalsozialismus, sondern von der demokratieskeptischen, demokratiefeindlichen und nationalistischen Haltung der Hochschullehrerschaft in den Zwanziger und Dreißiger Jahren. Ging die Namensgebung damals auf die Initiative der Universität zurück, die ihre Zustimmung gegenüber Diktatur und Nationalsozialismus signalsieren wollte, wäre die Namensänderung heute eine Initiative der Universität, ihre Zustimmung zu Demokratie und internationaler Weltoffenheit zu signalisieren.“

Dr. Jörg Echternkamp, studierte Geschichte und Romanistik in Bielefeld, Poitiers undBaltimore, ist Historiker am Militärgeschichtlichen Forschungsamt und Gastdozent an an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Das oben genannte Zitat stammt aus seinem beeindruckenden Vortrag vor der Senatskommission der Universität Greifswald. Es ist hier in Gänze nachlesbar. Er hat sich zudem am 11. Januar hier in Deutschlandradio Kultur zu Wort gemeldet.

Jörg Echternkamp schlägt vor, nach der Ablegung des Namens einen interdisziplinären Forschungsschwerpunkt zum ThemaErnst Moritz Arndt einzurichten. So könne die bisher fehlende Erinnerungskultur gepflegt werden ohne dass Arndt in seiner Funktion als Namenspatron zwangsweise ein Vorbild sei. Die Initiative „Uni ohne Arndt“ hat sich auf seiner letzten Sitzung darüber beraten undhält diesen Vorschlag für unterstützenswert. Genaueres werden wir in der Woche nach der Urabstimmung veröffentlichen.

Der Text stellt aus Sicht der Initiative eine der bisher besten  Stellungnahmen zum Namenspatron da.

Foto: privat

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2 Antworten auf “Potsdamer Historiker zur Umbenennung

  1. sandra

    Dieser Aufsatz hat meinen Zugang und meine Position zur Debatte genau getroffen und mir sehr dabei geholfen mir eben diese Position noch klarer vor Augen zu führen ("a) die historische Dimension (Arndt als historische Persönlickeit des 19. Jahr-hunderts) und b) die erinnerungsgeschichtliche Dimension (Arndt als traditionswürdiger Namenspatron im 21. Jahrhundert) analytisch auseinanderzuhalten").
    Ich bin mehr als dankbar, dass sich Dr. Echternkamp doch noch zur Veröffentlichung bereit erklärt hat.

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