Peter Petersen: Schulen distanzieren sich von antisemitischem Namenspatron

Durch das vor kurzem von Benjamin Ortmeyer (Universität Frankfurt) veröffentlichte Buch über Erziehungswissenschaftler in der NS-Zeit wurde eine Debatte um den Reformpädagogen Peter Petersen ausgelöst. Petersen, Namenspatron einiger deutscher Schulen, den man bisher mit seinen Errungenschaften in der Pädagogik in Verbindung brachte, hat jedoch noch eine zweite Seite. Diese wurde nun durch Ortmeyer näher beleuchtet und die Tatsache, dass Petersen Rassist, Antisemit und Anti-Demokrat war, ist nicht zu leugnen. Schon ein Gegner der Weimarer Republik, trat Petersen zwar nicht in die NSDAP ein, unterstützte aber die nationalsozialistische Idee und distanzierte sich auch später nicht von seinen Aussagen.

„Der Name ist nicht mehr haltbar, weil Peter Petersen nicht mehr als Vorbild und Orientierungspunkt dienen kann“.

Dies sagte die Schulleiterin der Peter Petersen Gesamtschule in Wellingsbüttel, Hamburg, dem Hamburger Abendblatt. Andere Schulen haben den Titel bereits abgelegt.

Natürlich sind Petersen und Arndt nicht gleichzusetzen, da sie beide in einen anderen zeitlichen Kontext zu setzen sind und auch weitere Unterschiede bestehen. Doch grundsätzlich gilt: Obwohl Petersen die Gesellschaft durch seine Arbeit bereichert hat, überwiegen die Gegenargumente und er ist inzwischen als Namenspatron moralisch nicht mehr tragbar – da werden doch Parallelen deutlich! Die Distanzierung von einer Person als Namenspatron ist also in so einigen Fällen nötig – und wie sich zeigt – auch möglich!

Lest mehr im Hamburger Abendblatt

Quelle: Hamburger Abendblatt, Artikel vom 1.12.2009

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