Prof. Stamm-Kuhlmann: Arndt steht für Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und „blanken Rassismus“

Vorab: In loser Reihenfolge veröffentlichen wir hier kurze Zusammenfassung der wissenschaftlichen Vorträge des „Arndt-Kolloquiums“ aus dem Jahre 2001. Das Buch mit allen Vorträgen ist hier von uns als PDF (119 MB!) veröffentlicht worden. Die Universität weigert sich bis heute diese kritischen Aufsätze zu veröffentlichen.

Prof. Thomas Stamm-Kuhlmann, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Geschichte der Neuesten Zeit an der Universität Greifswald. Sein Aufsatz: „Der Begriff der Nation bei Ernst Moritz Arndt“. Zusammenfassung:

Archiv- Nr. G 9062, Bild Nr.17

Prof. Stamm-Kuhlmann

Für Prof. Stamm-Kuhlmann stellt der Völkerhass eine enorme Bedeutung in Arndts Werken, Denken und Wirken dar. Dieser ist dabei kein

„kurzzeitiges Aufflackern, sondern er [Arndt] hält ihn für ein notwendiges Element, um das deutsche Nationalbewusstsein dauerhaft wach zu halten.“

Der Völkerhass sollte also nicht nur jetzt, sondern in aller Zeit gepredigt werden. Dabei hegt er ihn nicht nur gegen die Franzosen. Er propagiert ihn gegen alles was „nicht deutsch“ ist. Grund sind die „wesensmäßigen Ungleichheiten“ zwischen den Deutschen und den anderen Völkern. Vor diesen müsse man sich nach Arndts Auffassung schützen um Schaden zu vermeiden und die von Gott gegebene „Reinheit“ zu erhalten. „Diese Gegensätze wach zu halten, sieht der nationalpädagogische Publizist als seine Pflicht an.“

npd-plakat

Hass auf Fremde: Bis heute ein Thema im Wahlkampf

Im speziellen geht Prof. Stamm-Kuhlmann auf Arndts ideologische Sprachtheorie und dessen biologisches Reinheitsdenken ein. Letzteres geht dabei seiner Meinung nach weit über eine Xenophobie (Fremdenfeindlichkeit) hinaus. Es handelt sich um:

„integralen Nationalismus […], der vor allem auf Reinheit und die Bewahrung einer völkischen Substanz bedacht ist“  und „blanken Rassismus“.

Abschließend kommt Prof. Stamm-Kuhlmann zu dem Urteil, dass „unsere Universität den Namen eines Xenophoben nicht mehr tragen“ kann. Denn obwohl es sich hier um eine Wertentscheidung handelt, bleibt von Arndt nicht viel, wenn man seinen integralen Nationalismus abzieht. Einige „Märchen, Kirchenlieder und eine Schrift gegen die Leibeigenschaft, die einen keineswegs originellen Teil des allgemeinen europäischen Diskurses über die Agrarreform darstellt“ würden niemanden zu einer Namensgebung einer Universität veranlassen.

„Unsere Universität sollte wieder so existieren, wie sie es fast fünfhundert Jahre lang getan hat, ganz ohne Namenspatron.“

Selber lesen: Den Aufsatz gibt es hier im Buch (PDF 119 MB!) als Original (Seite 100 bis 110).

Foto: Mit freundlicher Genehmigung, Prof. Stamm-Kuhlmann, nicht CC. // Foto NPD-Plakat: Ygrek via Wikipedia

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