Die Urabstimmung kommt: Über 1400 Unterschriften

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Mitglieder der Initiative „Uni ohne Arndt“ übergeben die Unterschriftenliste an StuPa Präsident Korbinian Geiger (r.)

Heute haben wir einen wichtigen Schritt hin zur Urabstimmung über den Namenspatron unter den Greifswalder Studenten getan. 1313 Unterschriften von Greifswalder Studenten und 103 Unterschriften von Bürgern, Professoren und ehemaligen Studenten wurden heute dem StuPa-Präsidenten Korbinian Geiger (RCDS) übergeben. Notwendig für eine Urabstimmung sind die Unterschriften von zehn Prozent der Studierendenschaft, also 1168.

„Es ist schon toll, dass sich durch die ganze Debatte so viele Studierende und auch Bürger mit der Frage auseinandersetzen, wofür Arndt eigentlich steht und welche Bedeutung ein Namenspatron heute noch hat. Ich hoffe, dass diese rege Teilhabe an einer uni-politischen Debatte auch auf andere Themen überschwappt“, so Anne Klatt, ein Mitglied der Initiative.

Korbinian Geiger erklärte, er nehme die Aktion „genauso ernst wie jeder der Unterzeichner der Petition“. Er erläuterte, dass nun anhand von Stichproben die Echtheit der Unterschriften überprüft werden müsse.

„Schon das Zustandekommen der jetzigen Urabstimmung ist etwas Besonderes“, sagt Sebastian Jabbusch, Sprecher der Kampagne: „Dies ist die erste Urabstimmung in der Geschichte der Universität Greifswald. Es zeigt, dass den Studenten das Thema wirklich wichtig ist.“

Wir wollen die Kommilitonen durch diese Urabstimmung an dem Namensänderungsprozess beteiligen. Die Studenten können so erstmals gegenüber dem Senat in einer geheimen Wahl ausdrücken, wie sie zum umstrittenen Namenspatron stehen.

Schon bei der Vollversammlung im Juni hatte sich eine überwältigende Mehrheit der Studenten für die Umbenennung ausgesprochen. Die Urabstimmung bietet jedoch den Vorteil, dass die Abstimmung geheim ist und wirklich jeder teilnehmen kann – auch die, die im Ausland sind, denn sogar eine Briefwahl ist möglich.

So kann die Urabstimmung das Votum der Vollversammlung noch einmal verstärken. Wir als Initiative hoffen die sonst übliche Wahlbeteiligung der StuPa-Wahl durch die Urabstimmung von 10 Prozent auf 20 Prozent zu verdoppeln und auf eine klare Ablehnung des Namens von mindestens 60 Prozent. Die Initiative weiß, dass die Urabstimmung für den Senat juristisch nicht „verbindlich“ ist. Wir hoffen aber, dass der Senat dennoch das Votum der Studenten ernst nimmt.

Die Unterschriften wurden in etwa 15 Terminen an der gesamten Uni gesammelt. Darin waren rund zwölf Studenten der fast zwanzigköpfigen Initiative beteiligt. Die Urabstimmung wollen die Initiatoren im Januar 2010 zusammen mit der nächsten Wahl zum Studierendenparlament durchführen. Die Initiative hofft, damit als Nebeneffekt die seit Jahren geringe Wahlbeteiligung zu den Gremienwahlen zu erhöhen und den Studenten so mehr direkte Einflussmöglichkeiten zu ermöglichen. „Wir sind die Uni“, ist das Motto des AStA und auch der Initiative.

Bis zum Januar 2010 will die Initiative die Studierenden noch intensiv über das Lebenswerk Arndts informieren. Eine aktionsreiche Arndt-Lesung bei der 24h-Vorlesung soll den Auftakt bilden.

  • Foto (CC): Carsten Schönebeck
  • Text (CC):  Teils aus diesem Artikel von Carsten Schönebeck
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