Neonazis machen sich offen stark für Arndt

greifswalder-boteEs gibt leider wieder einmal eine Ausgabe des rechtsextremen „Greifswalder Boten“. Gleich auf der ersten Seite verleumdet es in scharfem Ton die studentische Initiativgruppe und droht am Ende mit Gewalt.

Dieses angeblich „unabhängiges Mitteilungsblatt“ wird seit einigen Jahren von der rechtsextremen „Initiative für Volksaufklärung e.V.“ herausgegeben. Dahinter steht das „Soziale und Nationale Bündnis Pommern (SNBP). Als Chefredakteur steht im Impressum Mario Kannenberg, der seit 2004 für die NPD im Kreistages des Landkreises Ostvorpommern sitzt saß. Er wurde u. a. bereits zu Geldstrafe verurteilt, weil er seine Hakenkreuz-Tätowierung öffentlich zeigte.

Das Onlineportal Netz-gegen-Nazis.de schreibt über das Soziale und Nationale Bündnis Pommern (SNBP):

„Das SNBP war eines der wichtigsten „Kameradschafts“-Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern. Inzwischen sind die „Kameradschaften“ der Neonazis jedoch fast vollständig in der NPD aufgegangen.“

In Greifswald warnt bereits seit über einem Jahr das „Bündnis Nazisfreie Briefekästen“ vor dem – zuletzt sehr selten erschienen – Boten.

Zum Inhalt:

  • Wir wollen den Inhalt nicht großartig kommentieren. Es sind die üblichen Unterstellungen und Falschbehauptungen, die wir hier bereits ausführlich beantwortet haben.
  • Trotzdem: Wir sind natürlich weder für Karl Marx noch für irgend welche kommunistischen Freiheitskämpfer. Wer auch immer sich all dies ausgedacht hat, war sehr kreativ. Wir setzen uns ausschließlich für eine Ablegung des Namenspatrons Arndt ein. Ein neuer Name soll, wenn überhaupt, in einem Kreativ-Wettbewerb gefunden werden ein, bei dem jeder Student und jeder Bürger sich beteiligen kann. Eine von der Universität eingesetzte Kommission aus Professoren soll dann die Gewinner des Wettbewerbs ermitteln.

Falsche Freunde?

Die Universitätsleitung sollte sich langsam Gedanken machen, wer sich alles mit ihr solidarisiert. Da ist der frühere NPD-Vorsitzende, der schon wegen versuchten Modes verurteilt wurde (Versuch ein Asylbewerber-Heim anzuzünden), dann sind es rechtsextreme Internetseiten, sowie tief  fremdenfeindliche und wissenschaft-ignorierende Leserbriefschreiber der OZ, die zwei rechts-nationalen Burschenschaften Rugia und Markomannia und nun die städtische Neonazi-Zeitung…

Uns beschleicht so langsam das Gefühl, dass die Herman Göring sich 1933 doch nicht den „Falschen“ ausgesucht hat, wie hier ja von den Konserativen immer wieder behauptet wird. Das Arndt für Demokratie und Aufklärung stehe, glauben wir immer weniger…

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6 Antworten auf “Neonazis machen sich offen stark für Arndt

  1. Nik

    Die Piratenpartei und Co. sollten sich langsam Gedanken machen, wer sich alles mit ihnen solidarisiert…auf Seite 2 des Boten wird nämlich gegen die "Stasi2.0" gewettert. Und was sagt uns das über den Arndt Artikel?
    Genau, die Rechten greifen Themen auf die Ihnen ins Bild passen, sei es nun Kohlekraftwerk, "großer Lauschangriff" oder eben Arndt. Die Uni-Leitung und die Arndt-Befürworter können sich wohl kaum aussuchen wer für und wer gegen sie schreibt.
    Oder sind auf einmal alle Anti-Kohlekraftwerks-Aktivisten der rechten Szene zuzuordnen?
    Der Versuch hier die Arndt-Befürworter ins rechte Lager zu rücken ist ja wohl eindeutig schief gegangen!

    1. Uni-ohne-Arndt Team Autor

      Hallo Nik,

      Danke für diese Kritik. Offenbar ist das falsch rüber gekommen. Wir kritisieren nicht die Uni dafür, dass sich die Nazis mit Arndt solidarisieren. Das können wir der Uni nicht anlasten, da hast Du Recht!
      Wir wollten nur darauf aufmerksam machen, dass „Ernst Moritz Arndt“ offenbar Inhalte geliefert hat, die nicht nur für Göring sondern auch für heutige Neonazis so attraktiv sind, dass diese sich eben für ihn so massiv einsetzen…

      Unsere Kritik an der Universitätsleitung – das wird ja hier auf der gesamten Seite deutlich – ist und bleibt daher, dass der Name noch immer unsere Uni „schmückt“.

      Wir stellen die Arndt-Befürworter also auch nicht in die rechtsextreme Ecke. Es fehlt nur meist an einer Sensibilität für Geschichte und Rechtsextremismus. Und eben die Sensibilität für das, was man als Demokrat – abseits von „rechts“ und „links“-Denken – nicht vergessen darf: Die Achtung der Würde _jedes_ Menschen…

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