Erfolg: „Spiegel Online“ berichtet über Arndt-Debatte

spon-zweite-version_ausschnittOffenbar gewinnt das Thema Umbenennung nun auch bundesweite Aufmerksamkeit: Spiegel Online hat den Beschluss des Senats vom Mittwoch, eine Kommission zur Namensprüfung aufgegriffen und hier einen umfassenden Artikel veröffentlicht.

Dieser beginnt mit den Ereignisse vor der Greifswalder Mensa, die ihr hier auch als Video von Greifswald TV sehen könnt und berichtet über die Ereignisse der Vollversammlung.

Einmal mehr zeigt dieser Bericht  eindrucksvoll, dass es „die Welt“ durchaus interessiert, wenn die Studenten kollektiv zusammenarbeiten, um sich an ihrer Universität für Veränderung einzusetzen. Der Bericht zeigt auch, wie weit die Ergebnisse der Vollversammlung getragen werden.

Trotz des insgesamt sehr ausgewogenen Berichtes, haben wir auch diesmal ein paar kritische Anmerkungen, die ihr hinter dem Klick nachlesen könnt.

  • Der Artikel ist sehr stark auf eine Person fokusiert. Zwar wissen wir, dass gute Journlisten Geschichten gerne entlang von Personen schreiben, trotzdem weisen wir darauf hin, dass hinter der Initiative schon jetzt über 15 Leute stehen.
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  • Kritiker bezeichnen … Arndt als geistigen Vorkämpfer des Dritten Reichs“ << Das haben wir sehr bewußt nicht getan und auf dieser Homepage tun wir das auch nicht. Richtiger ist vielmehr, dass Arndt von den Nationalsozialisten im Nachhinein benutzt wurde. Korrekt wäre also: „Kritiker weisen darauf hin, dass Arndt von den Nationalsozialisten als geistiger Vorkämpfer des Dritten Reichs propagiert wurde“
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  • „Der Senat der Uni taufte auf Antrag des örtlichen Leiters des deutschnationalen Frontkämpfervereins Stahlhelm die Greifswalder Universität im Jahr 1933 auf Arndts Namen. „ Nicht der Senat sondern Hermann Göring (ja der!) taufte die Universität nach Arndt – übrigens noch in seinem Amt als NSDAP-Ministerpräsident von Preußen.Richtig muss es also heißen: „Herman Göring, als preußischer NSDAP-Ministerpräsident, taufte auf Antrag des örtlichen Leiters des deutschnationalen Frontkämpfervereins Stahlhelm die Greifswalder Universität im Jahr 1933 auf Arndts Namen. “
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  • „Nach 1945 legte die Universität den Namen zwar ab, doch gerade in der DDR wurde Arndt neu entdeckt: Damals allerdings als Kämpfer gegen den Feudalismus, wegen seiner Schriften gegen die Leibeigenschaft.“ << „Die DDR“ ist blumig formuliert. Ein ehemaliges Mitglied der NSDAP, welches inzwischen in die SED eingetreten war, sorgte für die Wiederannahme des Namens. Richtig wäre also: „Nach 1945 legte die Universität den Namen zwar ab, doch ein früheres Mitglied der NSDAP, inzwischen in der SED, setze sich dafür ein  Arndt als Namen wieder aufzunehmen: Dann allerdings als Kämpfer gegen den Feudalismus, aufgrund seiner Schriften gegen die Leibeigenschaft.“
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  • Eine kleine Anmerkung zu den anderen Schulen am Ende des Artikels: Wir sind etwas irritiert was der Hinweis soll. So oder so steht für uns aber fest: In Greifswald geht es um Arndt. Das es auch an anderen Orten Probleme mit Namenspatronen gibt, ist sicher richtig, aber kein Grund unser Anliegen hier zu bremsen.

Trotz alledem ist der Artikel wesentlich ausgewogener als die sonst üblichen einseitigen Artikel aus der Ostsee-Zeitung – vergleiche hier.

Link zu Spiegel Online Artikel

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