Ostsee-Zeitung manipuliert weiter…

oz_buchholz

Erneut manipuliert die Ostsee-Zeitung die öffentliche Debatte zur Namensänderung der Universität Greifswald durch bewusste Fehlinformationen. Wichtige Hintergründe werden unterschlagen und renommierte Professoren öffentlich und unsachlich diskreditiert.

Eigentlich war ja die Überschrift vielversprechend. Doch der Leser wird enttäuscht. Hintergrund: Professor Buchholz ist ein anerkannter und renomierter Geschichtsprofessor an der Universität Greifswald.

Doch für die Ostsee-Zeitung gibt es ein Problem: Er ist gegen Arndt. Also redet man ihn schlecht und veröffentlicht private Details des Professors, die ihn in der Öffentlichkeit schlecht scheinen lassen… Wie das funktioniert und wie die Ostsee-Zeitung es schaft über 15 handfeste Fehler in diesen kurzen Artikel einzubinden, erfahrt ihr nach dem Klick!

Kaum hat man einen Fehler mit einem Leserbrief berichtigt, werden neue Falschaussagen produziert: Hier die neuen  Manipulationen…

  • Als Experte „für“ Ernst-Moritz Arndt wird Professor Karl-Ewald Tietz herangezogen, der kein Professor der hiesigen Uni ist. Stattdessen ist er der Vorsitzende der Ernst Moritz Arndt Gesellschaft. Dies wird jedoch im Artikel verschwiegen. Durch seinen Vorsitz ist er beruflich geradezu verpflichtet Arndt zu verteidigen. Um das deutlich zu machen: Dies ist in etwa so, als ob die OZ den Vorstandsvorsitzenden von Shell als „Experten“ zum Klimaschutz zu Wort kämen ließen, ohne seine Funktion bei Shell zu verraten.
    .
  • Der Artikel behauptet, Professor Werner Buchholz habe sich angeblich „gegen eine Differenzierung“ ausgesprochen. Dies ist eine Beleidigung für jeden Geschichtsprofessor! Tatsächlich sagte er in seinem Impulsreferat auf der Vollversammlung der Studierendenschaft das Gegenteil: Nämlich, dass von Arndt-Befürwortern immer wieder eine Differenzierung gefordert werde, ohne sie sagen, wo denn eine Differenzierung in der Wissenschaftlichen Darstellung fehle. (Beweis: Auszug aus dem Redemanuskript unten!)
    .
  • Die Ostsee-Zeitung hat Herrn Buchholz für diesen Artikel, indem es hauptsächlich um ihn und seine Thesen geht, weder angerufen noch angeschrieben. Alle Aussagen entstammen daher „wohl“ der Vollversammlung. Der Vortrag liegt jedoch schriftlich vor (Der entsprechende Auszug im Anhang). Der Vergleich zwischen Vortrag und Artikel beweist, dass die OZ die Wahrheit offenbar bewusst verzerrt wiedergibt, um den Professor in ein schlechtes Licht zu stellen. Diese Methode wurde auch bei der letzten Arndt-Debatte im Jahre 2001 genutzt. Die OZ sieht sich hier offenbar als vermeindlicher Verteidiger eines Lokalhelden. Sie trennt jedoch nicht zwischen Kommentar/Meinung und Bericht.
    .
  • Öffentlich diskreditiert wurde Professor Buchholz außerdem dadurch, dass er sich angeblich „nicht oft in Greifswald aufhalte“. Zum einen wohnt Herr Buchholz hier (hat hier sogar ein Haus), zum anderen ist „diese“ Information völlig irrelevant für Bewertung von Ernst-Moritz Arndt! Warum wird diese Information angegeben, der Vorsitz von Professor Tietz vor der Arndt-Gesellschaft jedoch verschwiegen?
    .
  • Wahrscheinlich versucht die Ostsee-Zeitung mit dem Hinweis auf die „häufige Abwesenheit“ von Professor Buchholz ebenfalls an die Debatte aus dem Jahre 2001 anzuknüpfen. Damals wurde den Professoren vorgehalten, sie kämen aus dem Westen. Erstmals formuliert wurde dieser Vorwurf übrigens damals in der rechtsextremen Szene auf der populären Internetseite „de.Altermedia.info“. Damals wie heute ist unklar, welchen Einfluss die Herkunft der Professoren haben soll.

Außerdem sind folgende Aussagen im Artikel falsch:

  • Den Satz, den die OZ von Professor Buchholz in Anführungszeichen gesetzt hat, um Authenzität vorzutäuschen, hat Professor Buchholz nach eigenen Angaben nicht geäußert.
    .
  • Bei dem deutsch-amerikanischen Projekt handelt es sich um eine Aufsatzsammlung von genau 21 Arndt-Briefe, die in den USA gefunden und von dem  ehemaligen Greifswalder (jetzt Wuppertal) Germanisten Walter Erhard herausgegeben wurden. Diese Briefe haben nichts am dem bisherigen Arndtbild verändert!
    .
  • Prof. Hartmut Lutz (Amerikanistik/Kanadistik) wurde nach eigener Aussage nicht vom Rektor beauftragt, an der Information auf der Uni-Homepage mitzuarbeiten. Woher Redakteur Oberdörfer diese Information haben will, ist unbekannt.
    .
  • Die „Forschungen“ seit 2001, auf die der Redakteur hinweist, sind der akademischen Welt unbekannt. Die wenigen Forschungen, die es gab, stammen eben von besagtem Buchholz, der dadurch wohl seltsamerweise „widerlegt“ werden soll.
    .
  • Arndt war kein Demokrat, sondern Anhänger der Monarchisten. Er lehnte jede Demokratie ab, in der das Volk die Macht hätte. Der reine Hinweis auf die 1848er Nationalversammlung ist nicht stichhaltig.
    .
  • Arndt war nicht europäisch gesinnt. Zwar hat er mal ein Europa-Gedicht geschrieben, daraus kann aber keine europäische Gesinnung ableiten, oder gar behaupten, er hätte auf eine Einigung Europas hingearbeitet. Da er zahlreiche europäische Völker beschimpft hat, ist diese Auffassung besonders absurd.
    .
  • Weiter heißt es im Artikel es würde eine Abstimmung „mit weiteren Experten“ erfolgen. Wer das sein soll, bleibt ein Geheimnis. Bei diesen kann es sich nur um selbst ernannte oder willkürlich dazu erklärten „Experten“ handeln. Belege für die Behauptungen werden nicht angeführt.
    .
  • Offen bleibt die Frage, warum sogenannte „Experten“ „über ein Jahr“ benötigen, um einschlägige Arndt-Texte. auf die Internet der Universität zu stellen. Experten sollten dafür nicht mehr als zwei Wochen, höchstens einen Monat benötigen.

Und hier noch der Original-Auszug aus der Rede von Professor Buchholz :

Das „Differenzierungs“-Argument:

„Es müsse stärker „differenziert“ werden, heißt es da mitunter. Differenzieren ist das tägliche Brot des Wissenschaftlers und tatsächlich wurde diese Auffassung bisher weder an den vorliegenden Untersuchungen belegt, noch haben diejenigen, die diesen Einwurf vorgebracht haben, selbst eine Untersuchung vorgelegt, in der sie an der Sache selbst gezeigt hätten, was sie sich unter „differenziert“ vorstellen. Offensichtlich handelt es sich nur um eine Worthülse. Man hat offenbar gar keine rechte Vorstellung davon, was Differenzierung eigentlich ist.

So wunderte sich unter anderem einer dieser Schreiber darüber, dass ich in meinen Veröffentlichungen Ernst Moritz Arndt als Zeitzeuge zitiere, obwohl dieser von mir angeblich doch sonst so „verteufelt“ werde. Die zeigt die Willkür, mit der hier mit Begriffen jenseits ihrer eigentlichen Bedeutung gearbeitet wird.

Differenziert im üblichen Sinne sind dagegen die Untersuchungen von sieben fachlich zuständigen und kompetenten Greifswalder und Hamburger Professoren, die mehrheitlich zu der Überzeugung gelangten, dass es untragbar sei, unsere Universität weiterhin nach Ernst Moritz Arndt zu benennen. „

Share

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.