Ankündigung der Straßen-Aktion

Pressemitteilung Greifswald , 03.07.2009

Politische Straßen-Aktion: Der Namenspatron der Universität Greifswald „Ernst-Moritz Arndt“ steht von den Toten wieder auf und verließt seine Texte (Heute 10.45 bis 13.30 Uhr; Mensa am Wall, Greifswald)

Hinter dem Klick, die ganze Pressemitteilung. Nicht sehr spannend, aber der Vollständigkeit halber 😉

Am kommenden Mittwoch will die Greifswalder Studierendenschaft auf der Vollversammlung unter anderem darüber entscheiden, ob Sie in Zukunft noch den im höchsten Maße umstrittenen Namen des Antisemiten und Franzosen-Hassers „Ernst-Moritz Arndt“ tragen will. Ein entsprechender Antrag, den Namen zumindest in der Studierendenschaft (StuPa / AStA / FSRe) nicht weiter zu verwenden, wird von den der Grünen Hochschulgruppe, SDS.Die Linke und den Greifswalder Jusos, sowie einigen Einzelstudenten und Stupisten gemeinsam in die Vollversammlung getragen.

Aus diesem Grund informieren heute einige Studenten, darunter auch einige der  Antragsteller, über die politischen Hintergründe des fatalen Namenpatrons. Dazu sollen von einem als Ernst-Moritz Arndt kostümierten Studenten ganze Abschnitte aus den fanatischen Schriften von Arndt verlesen werden. Darin heißt es beispielsweise:

„Ich will den Hass gegen die Franzosen, nicht bloß für diesen Krieg, ich will ihn für immer. […] Dieser Haß glühe als die Religion des deutschen Volkes, als ein heiliger Wahn in allen Herzen und erhalte uns immer in unsrer Treue, Redlichkeit und Tapferkeit. (…)“

Oder:

„Man sollte die Einfuhr der Juden aus der Fremde in Deutschland schlechterdings verbieten und hindern. […] Die Juden als Juden passen nicht in diese Welt und in diese Staaten hinein, und darum will ich nicht, daß sie auf eine ungebührliche Weise in Deutschland vermehrt werden.“

Außerdem gibt es eine Informationswand. Darauf finden Sie die Ergebnisse der forschenden Geschichtswissenschaft in Bezug auf Ernst Moritz Arndt. Dort heißt es beispielsweise:

„Arndt setzte nämlich die menschlichen Rassen mit den Völkern gleich und unterschied so zwischen einer deutschen, französischen, italienischen oder russischen Rasse; er verkündigte unmißverständlich, daß diese sich auf die gleiche Art und Weise wie die verschiedenen Kaninchen- oder Pferderassen fortpflanzten.“
(Leon Poliakov: Geschichte des Antisemitismus, VI. Emanzipation und Rassenwahn)

Zudem sollen bei der Aktion über 1000 Info-Flyer verteilt werden. Die Antragsteller wollen mit der Straßenaktion Informationen vermitteln, die Studenten zur Diskussion über Arndt anregen und sich den Fragen der Studenten stellen.

Bitte beachten: Angesichts der zu erwartenden Anfeindungen aus dem rechtsextremen Lager, würde sich der Herausgeber dieser Pressemitteilung freuen, wenn sein Name besonders in der Lokalpresse nicht erwähnt wird. Hinter der heutigen Aktion und dem Antrag in der Vollversammlung stehen eine ganze Gruppe Studenten.

Weitere Infos gibt es bei … unter der Telefonnummer …

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